Martin Brundle: Mercedes' neuer Motor nicht mehr so gut wie in Brasilien

TV-Experte Martin Brundle geht nicht davon aus, dass Mercedes weiter so dominant wie in Brasilien sein wird, auch da der neue Motor Abnutzung zeigen wird

Martin Brundle: Mercedes' neuer Motor nicht mehr so gut wie in Brasilien

Mercedes gilt aufgrund des Layouts und des frischen Motors bei Lewis Hamilton als großer Favorit für das Rennen in Saudi-Arabien, doch Ex-Pilot Martin Brundle geht nicht davon aus, dass der Motorenvorteil der Silberpfeile noch so groß sein wird wie in Brasilien.

Dort hatte Mercedes einen neuen Motor bei Hamilton verbaut, den man härter aufdrehen konnte und mit dem der Brite sowohl im Sprint als auch im Rennen durch das Feld pflügte und der Konkurrenz keine Chance ließ. In Katar schonte man den neuen Motor jedoch für die verbleibenden zwei Rennen.

In Dschidda wird der brandneue Motor wieder im Einsatz sein, doch Sky-Experte Brundle glaubt: "Er wird nicht mehr so effektiv sein." Denn Mercedes' Problem war eine schnellere Abnutzung des Motors als bei Honda. Die Powerunit war in Brasilien auf ihrem Leistungszenit, könnte aber nach dem starken Aufdrehen schon schwächer geworden sein.

"Ich denke nicht, dass sie so dominant wie in Brasilien sein werden, dennoch glaube ich, dass sie das Auto sein werden, das es in Saudi-Arabien zu schlagen gilt", sagt der Brite.

Mercedes kann zuversichtlich sein

Mercedes hat den Titel trotz acht Punkten Rückstand in der eigenen Hand. Gewinnt Hamilton die beiden verbleibenden Rennen, ist ihm der achte Titel sicher. In Dschidda rechnen viele mit einem Sieg des Weltmeisters, doch in Abu Dhabi ist die Ausgangslage offener. Im Vorjahr konnte dort Red Bull gewinnen.

Aber: "Man muss daran denken, dass sich Lewis damals von seiner COVID-Erkrankung erholt hat und nicht in Topform war", meint Brundle. Zudem hat sich das Layout stark verändert und ist deutlich schneller geworden - auch das könnte Mercedes entgegenkommen.

"Bei schnelleren Strecken scheint Mercedes einen Vorteil zu haben, wohingegen Red Bull in den Kurven und beim Anbremsen stark ist", sagt der Experte weiter und kommt zu einem Schluss: "Ich bin sicher, dass sich Mercedes bei den kommenden beiden Strecken ziemlich zuversichtlich fühlt."

Titel für Verstappen verdienter?

Bei der Frage, wer den Titel am Ende verdient hat, kommt Brundle jedoch ins Stocken. In gewisser Weise hätten es für ihn beide verdient, allerdings sprechen die Zahlen aus seiner Sicht eher für Verstappen. Der Niederländer hat deutlich mehr Runden angeführt und auch mehr Rennen gewonnen.

"Er hatte etwas mehr Pech mit dem Reifenschaden in Baku, dem Ausgang der Kollision in Silverstone und dem Start in Ungarn", sagt Brundle. Hamilton habe hingegen etwa in Imola Glück gehabt, als er nach einem Abflug überrundet war und dank des Safety-Cars wieder auf Platz zwei nach vorne kam.

"Es fühlt sich so an, als hätte Max bislang die beste Saison gezeigt, wenn man auf die Zahlen schaut", sagt er. "Ich denke, dass es beide verdienen, aber es fühlt sich so an, als hätte Max etwas zu verlieren."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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