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Martin Brundle über Vettel: Lewis wäre das nicht passiert

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Martin Brundle über Vettel: Lewis wäre das nicht passiert
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16.07.2019, 07:03

TV-Experte Martin Brundle findet, dass Sebastian Vettel seine Entscheidungsfähigkeit im Zweikampf verloren habe - Lewis Hamilton mache solche Fehler nicht

Es ist ziemlich nur bald genau ein Jahr her, seit Sebastian Vettel irgendwie neben die Spur geraten ist: Seit dem Fahrfehler beim Großen Preis von Deutschland 2018 scheint sich der Ferrari-Pilot nur noch tiefer in ein Loch zu graben, aus dem es kein Entrinnen mehr zu geben scheint.

Nach der erneuten Fehleinschätzung im Zweikampf wirft TV-Experte Martin Brundle die Frage in den Raum, ob der Deutsche seine Reaktionsfähigkeit verloren habe. "Seit Hockenheim hat er zahlreiche Fehler gemacht: Monza, Singapur, Bahrain, Kanada und viele mehr", schreibt er in seiner Kolumne für 'Sky'.

"Macht er einfach nur eine Pechsträhne durch, oder hat er die Übersicht und Reaktionsfähigkeit verloren? Wir haben das bei vielen Fahrern in der Spätphase ihrer Karriere gesehen, dass sie in Zweikämpfen zu schlechten Entscheidungen und Reaktionen neigen." Und er fügt hinzu: "Lewis [Hamilton] macht solche Fehler nicht. Und er ist zweieinhalb Jahre älter als Seb."

Brundle stellt dabei klar, dass er Vettel menschlich bewundere. "Am Donnerstagabend gab es ein Event für Charlie Whiting, auf dem Sebastian einfach hervorragend war", findet er. "Ich mag diesen Kerl so sehr, bewundere seine Erfolge, seinen Intellekt und seine menschlichen Werte. Aber ich habe in meiner Rolle als Experte schon lange nicht mehr das Recht, noch länger stillzuhalten."

 

Vettel außer Kontrolle?

Mit der Erfahrung aus knapp 160 Formel-1-Starts und zahlreichen Sportwagen-Rennen weiß Brundle, wovon er spricht. "Ich weiß, dass ein Vorfall wie Silverstone leicht passieren kann. Formel-1-Autos können fünfmal schneller verzögern als das beste Straßenauto und das ohne Bremslichter."

"Wenn man da in Panik zu hart in die Eisen steigt, verliert man sofort den Anpressdruck auf der Vorderachse, wenn der zwei Meter breite Frontflügel unter dem Getriebe des Gegners landet."

"Zudem hatte Vettel das Lenkrad leicht nach rechts eingeschlagen, um hinter dem Red Bull auf eine andere Linie zu kommen. Das hat zusätzliche Belastung auf die Vorderachse gebracht. Zack, schon blockiert der Reifen, die Verzögerung wird dramatisch weniger, es kommt zur Berührung."

 

Vettel hoffte bis zuletzt, vor der Vale-Kurve eine Attacke auf der Innenbahn zu bekommen - eine Lücke, die Max Verstappen ihm nie bieten sollte. "Es war immer klar, dass Max die Kurve aus einem solch engen Winkel früh anbremsen würde. Vettel hat ihn über die Randsteine gefeuert, damit sein Chassis zerstört und ihn ins Kiesbett geschickt. Irgendwie konnten sie beide noch weiterfahren."

Vettel hat neben seinen eigenen Problemen auch noch mit dem aufmüpfigen Charles Leclerc zu kämpfen. Brundle ist sich sicher, dass Vettel den nötigen Grundspeed hat, um damit umzugehen. "Aber kann er die Kontrolle zurückgewinnen? Das ist eine große Frage."

Mit Bildmaterial von LAT.

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