Martin Brundle: Warum die Gridstrafe gegen Verstappen zu hart war

Sky-Experte Martin Brundle bewertet die Startplatzstrafe für Max Verstappen in Katar weiter kritisch - Warum er mildernde Umstände geltend gemacht hätte

Martin Brundle: Warum die Gridstrafe gegen Verstappen zu hart war
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Über die Gridstrafe für Max Verstappen in Katar wegen Missachtung von Doppelgeb wurde zuletzt heftig diskutiert. Red-Bull-Teamchef Christian Horner redete sich gar so in Rage, dass er vom Weltverband FIA offiziell verwarnt und von Formel-1-Rennleiter Michael Masi öffentlich gemaßregelt wurde.

Derweil musste die FIA in letzter Zeit nicht nur Kritik von Horner einstecken. Auch andere Teams, Fahrer und Experten wunderten sich über die teils inkonsistente Verhängung von Strafen - etwa im Zusammenhang mit dem Vorfall zwischen Verstappen und Lewis Hamilton in Kurve 4 beim Grand Prix von Brasilien.

Dass die Debatte so hitzig geführt wird, wundert Sky-Experte Martin Brundle nicht. "Im Moment strahlen die Scheinwerfer besonders hell. Deshalb sind diese Entscheidungen so kritisch", spricht er das Titelduell Verstappen-Hamilton, Red Bull-Mercedes an.

"Es ist einfach seltsam, nicht wahr? Plötzlich bekommt Lewis in Brasilien eine technische Strafe und Max und Valtteri werden wegen gelber Flaggen bestraft." Beide wurden in der Startaufstellung strafversetzt, während Hamilton wegen eines DRS-Fehlers am Heckflügel gar vom Qualifying ausgeschlossen wurde.

Dabei sieht Brundle im Fall der gelben Flaggen mildernde Umstände. "Ja, natürlich darf man eine gelbe Flagge nicht ignorieren, aber nur, wenn man sie sehen kann", sagt der Brite.

"Und ich denke, auch hinter dem Lenkrad gewöhnt man sich an bestimmte Dinge: Wenn eine gelbe Flagge gezeigt wird, bekommt man ein gelbes Licht, ein Signal am Lenkrad. Das ist es, worauf man sich verlässt." Doch eben dieses Lichtsignal habe gefehlt.

In dem Zusammenhang weist Brundle auch darauf hin, wie vielen Eindrücken ein Fahrer in diesem Moment ausgesetzt ist: "Sie sitzen in ihrem Cockpit, schauen durch den Halo hindurch und versuchen, eine Qualifying-Runde unter Flutlicht zu beenden. Hier blinkt es grün, dort blinkt es rot, andere Autos lenken einen ab."

"Ihr Team hat ihnen auch nicht gesagt, dass ein Auto gestrandet ist oder dass es eine doppelte gelbe Flagge gibt", ergänzt der TV-Experte, der bereits in seiner Kolumne für Sky klarstellte, dass er die jüngsten Startplatzstrafen deshalb für zu hart hält.

"Aus der Sicht eines Fahrers denke ich, dass es mildernde Umstände gab, denn diese gelbe Flagge stellten keine normale Situation an einem hellen Tag dar. Es ging eine Menge vor sich. Aus diesem Grund empfand ich die Strafe als hart. Ja, Regeln sind Regeln, aber... Das DRS wurde ja sogar schon wieder freigegeben!"

"Alles deutete darauf hin, die Strecke sei in Ordnung. Ich denke also, es ist wirklich hart für die Fahrer. Sie sind an all diese anderen Informationen gewöhnt, aber sie fehlten, und dann steht da ein Typ und schwenkt die gelbe Flagge. Laut Valtteri hat er sie nicht mal geschwenkt, nur gehalten. Sie hat sich im Wind bewegt."

Deshalb bleibt Brundle bei seiner Einschätzung. Er weiß aber, dass den Kommissare viele Informationen zur Verfügung stehen. "Und am Ende es ist eine Frage der Interpretation. Da es so lange gedauert hat, bis sie diese Entscheidung kam, vermute ich aber, dass sich nicht alle unbedingt einig waren, um es mal so zu sagen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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