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Mattia Binotto bleibt dabei: Ferrari steckt nicht in einer Krise

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Mattia Binotto bleibt dabei: Ferrari steckt nicht in einer Krise
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Auch wenn Ferrari seine schlechteste Formel-1-Saison seit Jahrzehnten erlebt, will Teamchef Mattia Binotto nicht von einer Krise sprechen und hofft auf Besserung

Für Ferrari hätte es beim Heim-Grand-Prix in Monza am vergangenen Wochenende mit dem Doppelausfall von Sebastian Vettel und Charles Leclerc nicht schlimmer kommen können. Vettel versagte nach nur sechs Rennrunden die Bremse, Leclerc crashte ausgangs der Parabolica bei hohem Tempo in den Reifenstapel.

Einziger Trost: Beide Fahrer blieben unverletzt. Andere positive Schlüsse lassen sich aus dem Monza-Wochenende für Ferrari kaum ziehen. "Es ist die schlimmste Art und Weise, ein schwieriges Wochenende zu beenden", sagt Teamchef Mattia Binotto. "Die Qualifikation am Samstag war schon richtig schwierig."

Dort blieb Vettel bereits in Q1 auf Startplatz 17 hängen, Leclerc wurde Dreizehnter. Damit schafften es beide wie schon beim Grand Prix von Belgien in der Vorwoche nicht in den dritten Qualifying-Abschnitt. Die Vorzeichen für das Rennen waren entsprechend schlecht - und es sollte noch schlimmer kommen.

Binotto sieht keine Ferrari-Krise

"Das Rennen nicht zu beenden, das ist noch schlechter", hält Binotto fest. "Speziell im Fall von Seb, weil das ein Zuverlässigkeitsproblem war. Ich denke, wir müssen jetzt ein neues Kapitel aufschlagen und nach vorne schauen. Wir müssen sicherstellen, die notwendigen Lektionen zu lernen und Fortschritte zu machen."

Das ist das Credo nach jedem Wochenende, doch bisher will sich keine Besserung einstellen. Stattdessen geht es immer weiter bergab. Von einer Krise will Binotto dennoch nicht sprechen: "Nein. Ich habe schon letztes Mal gesagt, dass wir keine Krise haben. Ich bestätige das: Es ist nicht der Fall. Das Fazit heute lautet: Wir haben ein schwieriges Wochenende schlecht abgeschlossen."

Freilich sei es auch für ihn als Teamchef "eine sehr schwierige Zeit", räumt der Italiener ein, seit 2019 bei Ferrari am Ruder. "Doch jetzt gilt es konzentriert zu bleiben. Wir müssen die Gerüchte von außen vergessen und uns einzig auf unsere Arbeit konzentrieren, und auf die kommenden Entwicklungen."

Bessere Chancen in Mugello?

In dieser Woche steht mit dem Grand Prix der Toskana in Mugello ein weiteres Heimrennen für die Scuderia an. Es ist zugleich der 1000. Formel-1-Grand-Prix für Ferrari. "Wir wollen uns bestmöglich darauf vorbereiten. Wir wussten: Spa und Monza würden die schlimmsten Strecken für uns werden. Hoffentlich wird es jetzt wieder besser."

Denn Mugello sei eine andere Strecke mit anderen Charakteristiken, betont Binotto. Allerdings weiß auch der Teamchef: "Uns steht generell eine schwierige Saison ins Haus. Für uns geht es darum, in Mugello eine bessere Leistung zu erreichen. Wir wollen Punkte holen, denn Punkte sind wichtig für uns."

Nach der neuerlichen Pleite in Monza ist Ferrari in der Konstrukteurswertung auf Platz sechs noch hinter Renault zurückgefallen. Schlechter war man zum Ende einer Saison zuletzt 1980, als Ferrari nur WM-Zehnter wurde und sich sogar dem Privatteam von Emerson Fittipaldi geschlagen geben musste. Dreimal schloss man die Weltmeisterschaft als Sechster ab: 1962, 1969 und 1973.

Lobende Worte für Carlos Sainz

Ob es in dieser Saison auch so weit kommen wird, bleibt abzuwarten. Noch neun Rennen hat Ferrari Zeit, das Ruder halbwegs herumzureißen. "Unterm Strich entspricht die Leistung des aktuellen Autos nicht dem, was wir gerne hätten. Wichtiger ist nun aber, nach vorne zu schauen und mit der Entwicklung fortzufahren", so Binotto.

Sebastian Vettel

Sinnbild für die Saison 2020: Ferrari hat sich bei der Entwicklung verfahren

Foto: Motorsport Images

Auf Carlos Sainz angesprochen, der 2021 zu Ferrari stoßen wird und in Monza mit McLaren auf dem Podest stand, findet Binotto lobende Worte: "Es ist schön zu sehen, dass Sainz gute Leistungen erbringt. Schade, dass er beim vorherigen Rennen (in Spa; Anm. d. R.) nicht hat teilnehmen können. Sainz ist ein großartiger Fahrer."

Das habe man aber auch schon vorher gewusst, "sonst hätten wir ihn nicht unter Vertrag genommen", sagt der Ferrari-Teamchef. "Ich freue mich sehr für ihn. Ich glaube, er macht diese Saison gute Erfahrungen, sodass er in Zukunft nur noch stärker wird." 2021/22 soll er das an der Seite von Leclerc bei Ferrari beweisen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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