Verstappen-Sieg: Teamchef war "noch nie so nervös"

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Verstappen-Sieg: Teamchef war
Stefan Ehlen
Autor: Stefan Ehlen
29.10.2017, 22:45

Red Bull räumt ein: Der Sieg von Max Verstappen beim Grand Prix von Mexiko der Formel 1 2017 war alles andere als eine Spazierfahrt, sondern ein großes Bangen.

Race winner Max Verstappen, Red Bull Racing RB13 takes the chequered flag
Race winner Max Verstappen, Red Bull Racing
Max Verstappen, Red Bull Racing RB13 makes a pitstop
Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, battle hard at the start of t
Max Verstappen, Red Bull Racing RB13
Podium: race winner Max Verstappen, Red Bull Racing, second place Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1,
Race winner Max Verstappen, Red Bull Racing
Race winner Max Verstappen, Red Bull Racing
Race winner Max Verstappen, Red Bull Racing
Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Lewis Hamilton, Mercedes AMG
Max Verstappen, Red Bull Racing RB13
Max Verstappen, Red Bull Racing RB13
Race winner Max Verstappen, Red Bull Racing RB13 takes the chequered flag

Max Verstappen hat beim Grand Prix von Mexiko der Formel-1-Saison 2017 zum dritten Mal ein Formel-1-Rennen für sich entschieden. Doch obwohl der junge Niederländer das Rennen am Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko-Stadt dominierte, wuchsen den Verantwortlichen von Red Bull am Kommandostand in der Boxengasse etliche graue Haare. Der Grund: Gleich reihenweise gingen in Mexiko Renault-Motoren hoch. Das Team befürchtete, auch Verstappen könnte es erwischen.

Teamchef Christian Horner räumt ein bei 'Sky Sports F1': "Ich war bei einem Rennen noch nie so nervös. Wir hatten ständig die Temperaturen und Drücke und was nicht noch alles im Blick." Denn bei Red-Bull-Schwesterteam Toro Rosso, wo es im Wochenend-Verlauf bereits mehrere Defekte im Motorenumfeld gegeben hatte, stellte Brendon Hartley sein Auto ab. Das Renault-Werksteam verzeichnete gleich zwei technisch bedingte Ausfälle. Und so wuchsen die Sorgen bei Red Bull – würde der Antriebsstrang halten?

Der Start bringt die Entscheidung

Er hielt. "Das Auto hat hervorragend funktioniert", sagt Sieger Verstappen. "Da muss ich Red Bull ein großes Dankeschön aussprechen. Ohne sie wäre es nicht gegangen." Er habe aus seiner Sicht ein "perfektes Rennen" erlebt, das bereits unmittelbar nach dem Start entschieden war: Verstappen hatte sich von Position zwei aus kommend schon in Kurve 1 mit Ferrari-Pilot Sebastian Vettel angelegt und sich die Führung gesichert, anschließend die Flucht nach vorn angetreten.

"Der Start", sagt der nun dreimalige Formel-1-Gewinner, "war natürlich von großer Bedeutung. Ich nahm die Außenbahn und das hat prima geklappt. Ich hoffte, mein Topspeed würde ausreichen, zumal ich auf der Außenseite später bremsen konnte. Wir berührten uns leicht, aber ich spürte nichts davon." Pole-Mann Vettel auf der Innenseite musste zurückstecken, die Bahn war frei für Verstappen. Was folgte, war ein Kinderspiel, wie Verstappen meint: "Danach zog ich weg, fuhr mein Rennen und schonte ich die Reifen. Um ehrlich zu sein: Es war eines der einfachsten Rennen meiner gesamten Karriere. Ich cruiste herum, fuhr aber trotzdem konkurrenzfähige Zeiten."

Sorgen machten sich aber nicht nur die Ingenieure an den Datenmonitoren und Teamchef Horner. "Ich bekam natürlich mit, dass einige Autos mit Motorschaden stehen blieben. Natürlich machst du dir dann Gedanken", sagt Verstappen. "Wir haben uns aber gut um unseren Motor gekümmert. Und es schien ja auch alles gut zu funktionieren. Ich dachte mir nur: 'Um Himmels Willen lass uns davon verschont bleiben.' Wir regelten den Motor entsprechend herunter. Vielleicht hat es auch geholfen, dass ich mit einem neuen Motor unterwegs war. Und ich hatte dieses Jahr schon viel Pech. Daher bin ich froh, dass dieses Mal nichts passiert ist."

Starke Red-Bull-Form hatte sich angedeutet

Allerdings sei der Sieg nicht aus dem Nichts gekommen, meint Verstappen. "Ich war zuversichtlich, ein gutes Rennauto zu haben. Die Longrun-Zeiten [im Training] hatten auf eine starke Leistung hingedeutet. Wir mussten einfach sicherstellen, eine gute Balance zu haben, um das hohe Tempo auch durchhalten zu können." Das ist Verstappen und Red Bull gelungen: Trotz Schongang sah Verstappen das Ziel 19,6 Sekunden vor Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas, der nie in Schlagdistanz war und Verstappens Sieg zu keinem Zeitpunkt gefährden konnte.

"Ab etwa einem Viertel der Distanz", sagt Horner, "fuhr Max es nach Hause. Wir versuchten aber, ihn einzubremsen. Er meinte dann nur: Langsamer geht es nicht!" Laut Red-Bull-Berater Helmut Marko fürchtete Verstappen, seine Reifen könnten aus dem Temperaturfenster herausfallen. "Außerdem", so sagte Marko bei 'Sky', "ist es von der Konzentration her viel schwieriger, langsamer zu fahren als am Limit zu fahren. Zum Glück hat Max nicht gesehen, dass Vettel kurz vor Schluss die schnellste Runde gedreht hat. Sonst hätten wir ihn nicht einbremsen können."

Verstappen selbst konnte sich nach dem Sieg im Gespräch mit 'Sky Sports F1' einen kleinen Seitenhieb auf die Rennkommissare der Formel 1 nicht verkneifen. Beim Grand Prix der USA in Austin war der 20-Jährige vor einer Woche für ein umstrittenes Überholmanöver gegen Kimi Räikkönen mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt worden. Dies kostete Verstappen Platz drei. Nun meinte er: "Ich hatte einen so großen Vorsprung, dass ich darüber nachdachte, in einer Kurve abzukürzen, nur um es ein bisschen interessanter zu machen. Spaß! Es war ein gutes Rennen."

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