Max Verstappen widerspricht Mansell: Zu Hause auch nicht schneller

Gibt es einen Heimvorteil in der Formel 1 und wie viel ist ein eben solcher wert? Red-Bull-Fahrer Max Verstappen zeigt sich vor Spa und Zandvoort skeptisch

Max Verstappen widerspricht Mansell: Zu Hause auch nicht schneller

Nigel Mansell hat einmal behauptet, das Heimpublikum bei einem Formel-1-Rennen sei für einen Fahrer im Fahrzeug eine Sekunde wert. Doch da widerspricht Max Verstappen. Der Niederländer mit belgischen Wurzeln sagt vor seinen Heim-Grand-Prix' in Spa und Zandvoort bei Motorsport.com Niederlande: "Die Zuschauer machen mich nicht schneller."

Verstappens pragmatische Begründung: "Es wäre falsch, [wenn das Publikum dich schneller machen würde,] denn sonst würdest du bei den anderen Rennen klarerweise etwas falsch machen."

Es sei aber "natürlich immer gut, Unterstützung zu haben", bemerkt Verstappen weiter. Er spreche da aus eigener, positiver Erfahrung und verweist auf den Österreich-Grand-Prix, das Heimrennen von Red Bull in der Formel 1. Dort sind inzwischen traditionell viele Niederländer vor Ort, um Verstappen anzufeuern. "Und das kann nur helfen", sagt Verstappen.

Mehr Druck, weil die WM-Führung futsch ist?

Größeren Druck als sonst verspüre er aber nicht, weder aufgrund der vielen Fans noch aufgrund der veränderten WM-Situation. Verstappen stellt klar: "Ich muss nicht gewinnen. Natürlich: Ich versuche, an jedem einzelnen Wochenende zu gewinnen. Das werde ich auch dieses Mal probieren und bei den weiteren noch folgenden Grands Prix."

Bisher hat Verstappen in Spa-Francorchamps aber nie gewonnen. 2018 und 2020 war er beim Grand Prix jeweils Dritter. (Mehr dazu in der Formel-1-Datenbank!) "So schlimm ist [die Bilanz] also nicht", meint er. "An diesem Wochenende würde ich aber natürlich gerne etwas weiter oben auf dem Podium stehen."

Spa spiele den Stärken des Red Bull RB16B allerdings nicht unbedingt in die Karten. Verstappen benennt konkret "die vielen Geradeauspassagen" als mögliche Hürden für ihn und sein Team im Duell mit Mercedes und meint: "Das dürfte schwierig werden für uns."

Hoffnung schöpft der Niederländer andererseits aus der gestärkten Form von Red Bull in diesem Jahr. Man habe sich "bisher überall besser präsentiert" als zuvor. "Ich hoffe daher, das wird auch in Spa der Fall sein", sagt Verstappen.

Was Verstappen vom "neuen" Zandvoort erwartet

Direkt im Anschluss geht es für die Formel 1 weiter nach Zandvoort, zum ersten "echten" Heimrennen von Verstappen. Die umgebaute Strecke findet der Red-Bull-Fahrer "richtig cool" und sagt: "Es ist eine Traditionsstrecke mit vielen schnellen Kurven. Jetzt kommt auch noch Banking dazu. Hoffentlich macht das Spaß beim Fahren."

Er selbst wisse es bisher nicht genau einzuschätzen, "weil wir dort nie mit einem Formel-1-Auto waren", so Verstappen.

 

Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Verstappen hat im Frühjahr 2020 eine Demorunde auf der neuen Streckenversion von Zandvoort gedreht, in einem älteren Red-Bull-Fahrzeug aus der Formel 1. Das macht ihn zu einem der wenigen Fahrer, die schon über Vor-Ort-Erfahrung im neuen Zandvoort verfügen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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