McLaren gibt WM nicht auf, aber: In Monza sind wir nicht gut genug
McLaren wähnt sich unabhängig vom Ausgang in Monza weiter im WM-Kampf der Formel 1, doch in Italien ist man nicht so konkurrenzfähig wie erhofft
Andrea Stella sieht McLaren weiterhin im WM-Kampf
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Nach zwei Siegen auf den High-Downforce-Strecken von Budapest und Zandvoort hat McLaren beim Qualifying zum Formel-1-Rennen in Monza (hier live im Ticker verfolgen) einen kleinen Rückschlag hinnehmen müssen - auch was die vagen WM-Ambitionen des Rennstalls angeht. Zwar sieht sich Teamchef Andrea Stella immer noch im Titelkampf, in Monza ist man jedoch nicht so konkurrenzfähig wie gewünscht.
McLaren hatte sich deutlich mehr ausgerechnet als die Positionen drei und neun, allerdings will Stella den Rückstand auch nicht so hoch hängen: "Wenn man den gesamten Prozess bedenkt - die Abstimmung des Autos, die Optimierung von Chassis, Fahrstil und Power-Unit -, dann haben wir im Qualifying meiner Meinung nach gesehen, dass wir eine relativ konkurrenzfähige Position erreicht hatten", sagt er.
Dass der ganz große Wurf ausblieb, führte der Teamchef primär auf Mängel in der operativen Umsetzung sowie das extreme Windschatten-Game auf den Geraden zurück. Bei optimalem Verlauf wäre eine Platzierung ganz weit vorne realistisch gewesen, doch weil sich Oscar Piastri verbremste, als er Lando Norris Windschatten geben sollte, hatte Norris keine Chance auf ein gutes Resultat.
"Wenn wir bei der Umsetzung und der Kontrolle einiger Parameter, die nicht nur von der reinen Performance des Autos abhängen, einen besseren Job gemacht hätten, hätten wir uns definitiv in den ersten beiden Startreihen qualifizieren können", glaubt Stella.
Kein Auto für die Poleposition
Für das Papaya-Team geht es in der aktuellen Saisonphase um nichts Geringeres als den WM-Titel. Um die Führenden in der Gesamtwertung unter Druck zu setzen, reicht ein bloßes Mitschwimmen in der Verfolgergruppe jedoch nicht aus. Stella legt die Messlatte für seine Mannschaft bewusst hoch an und scheut sich nicht vor einer schonungslosen Ursachenforschung.
"Aus Performance-Sicht ist es also quasi eine 'halbe bestandene Prüfung', was Monza als Test für die Leistungsfähigkeit des MCL40 angeht", räumt der Italiener offen ein und ordnete das Ergebnis direkt in den Kontext des Titelkampfes ein.
"Wenn wir das auf die Weltmeisterschaft beziehen wollen: Um in der WM wieder voll anzugreifen, reicht es natürlich nicht zu sagen, wir waren da im Feld der ersten zwei Startreihen dabei. Man will die Performance haben, um zu sagen: Wir haben das beste Auto und fahren jetzt um den Sieg. Ich bin mir nicht sicher, ob wir das hier in Monza behaupten können."
Die Charakteristik des Kurses verzieh die verbliebenen Schwächen im Bereich des Luftwiderstands nicht. Die Konkurrenz - allen voran das entfesselte Team von Alpine sowie Mercedes - nutzte die Top-Speed-Vorteile gnadenlos aus. "Das ist eine sehr spezielle Strecke und wir sehen, dass einige Konkurrenten extrem schnell waren", so Stella.
"Aber an keinem Punkt haben wir gezeigt, dass wir ganz klar das Auto haben, das um die Poleposition kämpfen kann und der beste Wagen im Feld ist. Wir haben also noch etwas Arbeit vor uns", so der ernüchterte Befund des Teamchefs.
Entwicklungsrennen als Schlüssel zum Titel
Trotz der Dämpfer auf den Highspeed-Sektoren verfällt man in Woking keineswegs in Panik. Das Rennen am Sonntag bietet durch das zu erwartende "Jo-Jo-Racing" und strategische Unwägbarkeiten weiterhin Chancen auf fette Punkte.
Für den weiteren Saisonverlauf fordert Stella jedoch eine spürbare Steigerung der F&E-Abteilung, um den Rückstand auf die Spitze dauerhaft wettzumachen. "Wir bleiben definitiv im Kampf, ganz egal was in Monza passiert", so der Ialiener.
"Aber wir müssen noch mehr Arbeit in die Entwicklung des Autos stecken, wenn wir in der Weltmeisterschaft Antonelli und Mercedes noch einholen wollen."
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