McLaren schlägt Alarm: Stella fordert mehr Entwicklungstempo
Andrea Stella sieht McLaren im Entwicklungsrennen unter Druck - Vor allem bei Aerodynamik und Topspeed soll der Rückstand auf Mercedes geschlossen werden
Andrea Stella verlangt ein höheres Entwicklungstempo
Foto: Getty Getty
McLaren Teamchef Andrea Stella sieht sein Team bei der Weiterentwicklung des aktuellen Formel-1-Autos im Rückstand und fordert deshalb eine höhere Schlagzahl. Nach seiner Einschätzung liegt der Rennstall aus Woking bei der aerodynamischen Entwicklung derzeit rund zwei bis drei Monate hinter Mercedes und muss diesen Rückstand möglichst schnell aufholen.
Beim Grand Prix von Österreich brachte McLaren keine größeren Neuerungen an den MCL40. Während Mercedes, Ferrari und Red Bull in den vergangenen Rennen umfangreiche Aerodynamikpakete eingeführt hatten, mussten sich Lando Norris und Oscar Piastri im Qualifying mit den Startplätzen sechs und sieben begnügen. Auf Polesetter George Russell fehlten rund vier Zehntelsekunden, ein beträchtlicher Abstand unter Berücksichtigung der kurzen Rundenlänge am Red-Bull-Ring.
"Wir sprechen von etwa drei Monaten Entwicklungsrückstand, die wir aufholen müssen. Es gibt nur einen Weg, das zu schaffen, nämlich unsere Konkurrenten bei der Entwicklung zu übertreffen", erklärt Stella. "Wir müssen den Motor höher drehen lassen. Wir brauchen mehr Intensität im Unternehmen. Wir müssen gute Lösungen entwickeln und sie effektiv umsetzen."
Stella fordert schnelleres Entwicklungstempo
Der Italiener zeigt sich mit den geplanten Weiterentwicklungen zwar zufrieden, fordert jedoch ein schnelleres Umsetzungstempo: "Was ich in unserer Pipeline sehe, ist sehr vielversprechend, insbesondere bei den aerodynamischen Upgrades. Gleichzeitig müssen wir diese Updates so schnell wie möglich an die Strecke bringen."
Nach Ansicht des Teamchefs hat das Tempo der Updates und Weiterentwicklung in der Formel 1 inzwischen ein bislang unerreichtes, hohes Niveau erreicht: "Die Formel 1 arbeitet 2026 auf einem Niveau, das es so noch nie gegeben hat. Wenn wir uns die Upgrades von Red Bull ansehen, dann sind diese sehr umfangreich. Sowohl die Entwicklung der Performance als auch die Geschwindigkeit, mit der neue Teile an die Strecke gebracht werden, erreichen ein Niveau, das ich in der Formel 1 noch nie erlebt habe."
"Genau darüber sprechen wir intern. Wir müssen sicherstellen, dass McLaren seine Konkurrenten bei Entwicklung und Umsetzung möglichst übertrifft. Nur so können wir den Rückstand schließen", so Stella weiter.
Abtrieb und Topspeed als größte Baustellen
Auch hinsichtlich der Schwächen des MCL40 sieht Stella die Ursachen bereits klar identifiziert. Der Österreich-Grand-Prix habe keine neuen Erkenntnisse gebracht. Vor allem fehle dem Fahrzeug Abtrieb und aerodynamische Effizienz. Darüber hinaus untersucht McLaren, weshalb das Team die Mercedes-Power-Unit offenbar nicht so effizient nutzen kann wie das Werksteam.
"Unser Rückstand auf Mercedes lag bislang immer zwischen drei und vier Zehntelsekunden. Rund 70 Prozent davon verlieren wir in den Kurven und etwa 30 Prozent auf den Geraden. In den Kurven ist der Grund eindeutig. Ihr Auto erzeugt mehr Abtrieb als unseres und genau daran arbeiten wir."
" Der Rückstand auf den Geraden könnte mit zusätzlichem Luftwiderstand zusammenhängen. Gleichzeitig untersuchen wir aber auch, wie wir die Power Unit nutzen, denn unser Geschwindigkeitsdefizit ist beträchtlich," erklärt der Italiener.
Nach Einschätzung des Teamchefs gehen mindestens eine Zehntelsekunde, möglicherweise sogar anderthalb Zehntelsekunden, allein auf den Geraden verloren. Neben dem Luftwiderstand spiele dabei vor allem die Nutzung der Antriebseinheit eine Rolle.
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