McLaren-Teamchef Seidl: Wollen "mit beiden Autos fett punkten"

McLaren-Teamchef Andreas Seidl zeigt sich mit dem Freien Training zum zweiten Formel-1-Rennen in Spielberg zufrieden - Lando Norris beweist britischen Humor

McLaren-Teamchef Seidl: Wollen "mit beiden Autos fett punkten"

Nach seinem Dreher kurz vor Ende des zweiten Freien Trainings zum Großen Preis von Österreich bewies Lando Norris Humor. Auf die Frage seines Renningenieurs, welchen Schaden er denn habe, antwortete Norris trocken: "Talent."

So hart braucht der 21-Jährige gar nicht mit sich ins Gericht zu gehen. Bislang läuft die Formel-1-Saison des McLaren-Piloten wie am Schnürchen, und auch im Training in Spielberg war bis zum Dreher alles nach Plan verlaufen.

"Wenn wir uns die beiden Qualifying-Runs anschauen, dann sind wir mit dem Lando ganz happy. Wir sind dort, wo wir eigentlich immer sind im Vergleich zur Konkurrenz, da sind wir immer etwas konservativ unterwegs mit unseren fuel loads und engine settings", sagt Teamchef Andreas Seidl bei 'ServusTV'.

Geburtstagskind Ricciardo kämpft weiterhin

Norris belegte mit knapp einer Sekunde Rückstand auf die Tagesbestzeit von Lewis Hamilton den neunten Platz. Daniel Ricciardo, der am Donnerstag 32 Jahre alt wurde und vom Team einen Kuchen überreicht bekam, belegte den 15. Platz, zwei Zehntel hinter Norris.

"Beim Daniel war es so, er hat die Runde nicht zusammengekriegt, deshalb steht er dort wo er aktuell steht. Da haben wir noch Arbeit vor uns", sagt Seidl, der hofft, "dass wir ihm mit dem großen Kuchen, den er gestern gekriegt hat, extra Energie gegeben haben, damit er zurückschlagen kann an diesem Wochenende".

Ricciardo verpasste am vergangenen Wochenende nach einem kurzzeitigen Leistungsproblem die Punkteränge und wartet immer noch auf seinen Durchbruch bei McLaren. Vor Wochenfrist wurde Norris im Rennen Fünfter und hielt die Fahne des Traditionsteams hoch.

Seidl: Wie ein neues Wochenende auf einer anderen Strecke

Doch die eine Stufe weicheren Reifen, die an diesem Wochenende zum Einsatz kommen, gepaart mit den deutlich niedrigeren Temperaturen stellen eine neue Situation dar.

"Wir gehen in das Wochenende rein, als wäre es ein neues Wochenende auf einer anderen Strecke", erklärt Seidl, der den weichen Reifen eine "erstaunliche" Konstanz im Longrun bescheinigte, "sodass es interessant wird, was jeder morgen macht, vor allem im Q2 im Hinblick auf den Rennstart am Sonntag."

An der Zielsetzung ändere sich laut Seidl aber trotz der veränderten Bedingungen nichts. "Wir hoffen natürlich, dass wir wieder das drittschnellste Auto haben werden, mit dem klaren Ziel, dass wir mit beiden Autos fett punkten, um diesen Kampf gegen Ferrari aufrechtzuerhalten", gibt er die Marschroute vor.

Seidl "etwas isoliert" beim EM-Spiel

Wie alle anderen Teams musste auch McLaren am Freitag die neuen Reifen für Pirelli testen, die in Silverstone erstmals zum Einsatz kommen sollen. Böse Überraschungen erlebten Norris und Ricciardo laut Seidl nicht.

"So weit hat alles gut funktioniert, es war jetzt auch keine große Veränderung feststellbar im Vergleich zu den Reifen, die wir bisher gefahren sind", sagt der Bayer: "Die Konstruktion ist etwas steifer, dafür dürfen wir niedrigere Drücke fahren, sodass es am Schluss bezüglich Steifigkeit keinen Unterschied ausmacht. Jetzt müssen wir einfach warten zusammen auf die Analyse von Pirelli."

Grundsätzlich hebt Seidl die gute Stimmung im Team hervor, die auch durch das Fußball-EM-Spiel zwischen Deutschland und England am Dienstag keinen Schaden genommen habe. "Da war ich etwas isoliert im Motorhome gegen 40 Mechaniker. Aber sie haben besser gespielt, von daher haben sie es verdient, weiterzukommen. Zusätzliche Motivation für das gesamte Team", sagt er mit einem Lachen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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