McLaren träumt nach Startplatz zwei und drei: Erster Formel-1-Sieg seit 2012?

McLaren hat nach den Startplätzen zwei und drei gute Aussichten auf ein gutes Ergebnis und auch Argumente für den ersten Sieg seit 2012

McLaren träumt nach Startplatz zwei und drei: Erster Formel-1-Sieg seit 2012?

Der 25. November 2012 hat für McLaren eine besondere Bedeutung. Jenson Button gewann damals den Großen Preis von Brasilien - es war der letzte Grand-Prix-Sieg von McLaren. Knapp neun Jahre später träumt der Rennstall wieder vom Sieg. Die Startpositionen zwei und drei beim Rennen in Monza machen es möglich.

"Ich werde vermutlich heute Nacht davon träumen und bin bereit, daraus Realität zu machen", sagt Daniel Ricciardo, der seit nunmehr drei Jahren auf einen Sieg wartet. Der Australier startet am Sonntag neben Max Verstappen aus der ersten Startreihe. "Ein paar Dinge müssen vielleicht in unsere Richtung laufen, aber wir haben uns zumindest in den Kampf gebracht."

McLaren hatte sich am Freitag auf den Plätzen vier und fünf qualifiziert, war aber am Start zum Sprint mit beiden Fahrzeugen an Lewis Hamilton vorbeigezogen. Und weil der Mercedes über die 18 Runden keinen Weg vorbei fand und der zweite Mercedes von Valtteri Bottas von ganz hinten starten muss, startet McLaren am Sonntag von zwei und drei.

"Jeden Sonntag wachen wir auf, weil wir das Rennen gewinnen möchten", betont Teamchef Andreas Seidl. Das war in den vergangenen Jahren aufgrund der Performance nicht möglich, doch bei diesen Startplätzen sieht der Deutsche absolut Möglichkeiten. "Und so werden wir das Rennen auch angehen", verspricht er.

Gute Erinnerungen an 2020

Zwar werde man nichts Dummes versuchen, doch insgeheim hofft er durch den Windschatten und einen langen Weg in Kurve 1 auf eine Führung. Und dann kann man sehen, wie das weitere Rennen verläuft. Ob McLaren auch das Rennen gewinnen könnte, ist eine andere Frage. Es gibt gute Argumente dafür - und es gibt Argumente dagegen.

 

Dafür spricht, dass McLaren mit Carlos Sainz im Vorjahr schon eine gute Rolle gespielt hat und knapp davor war, das Rennen zu gewinnen. Der Speed ist also da. Zudem hat der Sprint gezeigt, dass man auch einen Lewis Hamilton hinter sich halten kann, ohne dass dieser wirklich einen Angriffsversuch starten kann.

Doch hier stellt sich die Frage: Wie lange kann das im Rennen gelingen? Lando Norris hatte im Sprint nämlich geholfen, dass er im Windschatten seines Teamkollegen fahren konnte und so die Extrazehntel herausholen konnte, um vor Hamilton zu bleiben. Das dürfte über die Renndistanz schwieriger werden.

Am Start nach vorn und dann mal schauen

"Es ist ein langes Rennen, und wir haben heute gesehen, dass Red Bull und Mercedes einen Vorteil beim Reifenabbau haben, je länger der Stint geht", sagt Teamchef Seidl. Darin sieht auch Ricciardo die Gefahr: Die schnelleren Autos könnten eventuell länger fahren oder durch die Boxenstopps irgendwann freie Fahrt bekommen und so vorbeiziehen.

"Das ist vielleicht der Teil des Rennens, in dem wir aufpassen müssen. Aber am Start können wir attackieren und versuchen, uns den Platz an der Sonne zu holen", so der Australier. "Und dann schauen wir mal, wie wir die 50 Runden danach gestalten."

Mit dem konkreten Ziel Rennsieg geht McLaren am Sonntag definitiv nicht in den Grand Prix, doch Teamchef Seidl fände es gut, wenn sein Team irgendwie die Plätze behalten könnte, die man am Start hat. Das wären immerhin zwei Podestplätze, was man seit dem Saisonauftakt 2014 nicht mehr geschafft hat.

Ziel: Regelmäßig vorne dabei sein

"Ich wäre schon sehr glücklich, wenn wir mit beiden Autos solide Punkte für die Konstrukteurs-WM holen könnten", meint Seidl. "Aber gleichzeitig wollen wir da sein, wenn sich Möglichkeiten ergeben - einfach weil das eine tolle Belohnung für die ganze harte Arbeit des Teams wäre."

Und irgendwann soll das nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein. Zuletzt in Zandvoort konnte man aus eigener Kraft gerade einmal einen Punkt holen - und das ist für Seidl auch der Unterschied zu den Topteams.

"Sie haben ein Auto, mit dem sie das jede Woche zeigen können - unabhängig der Streckencharakteristik, der Bedingungen oder der Reifenwahl", sagt der Deutsche. "Und daran müssen wir als Team arbeiten: um jedes Wochenende hier zu sein, nicht nur ab und an mal."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Gasly-Crash im Sprint: Ricciardo hat keine Berührung gespürt

Vorheriger Artikel

Gasly-Crash im Sprint: Ricciardo hat keine Berührung gespürt

Nächster Artikel

Masepin widerspricht Steiner: Neues Chassis macht den Unterschied

Masepin widerspricht Steiner: Neues Chassis macht den Unterschied
Kommentare laden