McLaren über P3-Kampf: "Müssen uns der Realität stellen"

McLaren-Teamchef Andreas Seidl sagt, sein Team müsse sich "der Realität stellen" und akzeptieren, dass es den Kampf um Platz drei gegen Ferrari verlieren könnte

McLaren über P3-Kampf: "Müssen uns der Realität stellen"

Nachdem McLaren in den beiden Formel-1-Rennen in Mexiko und Brasilien jeweils nur Zehnter wurde, räumt Teamchef Andreas Seidl ein, dass es "enttäuschend" gewesen sei, dass der MCL35M nicht sein volles Potenzial ausschöpfen konnte.

In der Konstrukteurswertung hat McLaren weiter Boden auf Ferrari verloren. Belief sich McLarens Vorsprung nach dem Grand Prix von Russland auf 17,5 Punkten, konnte Ferrari in den vier Rennen seit Sotschi 49 Punkte aufholen, sodass das italienische Team nun mit 287,5 zu 256 Punkten führt.

"Es ist klar, dass unser Auto auf bestimmten Strecken viel stärker ist", sagt Seidl. "Aber was wir in den vergangenen Wochen nicht geschafft haben, ist einfach die Punkte zu holen, die für uns auf dem Tisch lagen. Und das ist natürlich enttäuschend. Aber gleichzeitig gibt es auch Gründe dafür."

"Wir müssen uns jetzt einfach wirklich auf die letzten drei Rennen konzentrieren und versuchen, es besser zu machen. Brasilien war nach Mexiko bereits der zweite Rückschlag in Folge im Kampf um die Konstrukteursmeisterschaft, und ich denke, wir müssen jetzt realistisch sein, was wir in diesem Jahr erreichen können."

Seidl: "Solange es noch theoretisch möglich ist..."

Unabhängig vom Kampf um Platz drei hält es Seidl für wichtig, "dass wir wieder in den positiven Schwung kommen und einfach die Punkte holen, die für uns auf dem Tisch liegen". Die Hoffnung, Ferrari doch noch einzuholen, hat er drei Rennen vor dem Saisonende aber noch nicht aufgegeben.

"Natürlich müssen wir uns der Realität stellen", sagt er. "Wenn jetzt alles gut für Ferrari läuft, wird es am Ende der Saison schwierig. Aber solange es theoretisch möglich ist, und ich habe dieses und vergangenes Jahr mehrmals gesehen, was an einem Rennwochenende passieren kann, werden wir versuchen, dranzubleiben."

"Ich denke, auch an den letzten beiden Rennwochenenden, an denen wir nicht das stärkste Auto in diesem Kampf hatten, war es möglich, gute Ergebnisse zu erzielen. Das ist das, was wir nicht geschafft haben, und das müssen wir besser machen."

McLaren kennt seine Stärken und Schwächen

Seidl betont auch, dass die Meisterschaftsposition nicht der einzige Maßstab für die Saison sein sollte und es in anderen Bereichen deutliche Verbesserungen gegeben habe.

"Natürlich sind wir im Moment alle auf diesen Kampf fokussiert. Aber wie ich immer gesagt habe, haben wir eine realistische Sicht darauf, wo wir mit dem Team im Moment stehen. Und das Wichtigste ist, dass wir als Team in diesem Jahr eindeutig einen weiteren großen Schritt nach vorn gemacht haben, was das Auto angeht."

"Wenn wir uns die durchschnittliche Punkteausbeute in diesem Jahr ansehen, ist sie ziemlich gestiegen. Der Rückstand auf die Rundenzeiten von Red Bull und Mercedes ist im Vergleich zum letzten Jahr wieder etwas kleiner geworden", analysiert er und lobt auch die Art und Weise, "wie wir als Team zusammenarbeiten".

"Das ist das Wichtigste für mich, denn das ist der Schlüssel, um in der Formel 1 wieder an die Spitze zu kommen. Wir wissen um die Defizite, die wir im Team noch haben. Und wir haben einen Plan, um diese Defizite in der Infrastruktur und so weiter zu beseitigen."

"Wir brauchen jetzt einfach mehr Zeit mit der Organisation, dem Team und den Leuten, die wir haben, um Stabilität zu schaffen, gemeinsam zu lernen und die Schritte weiterzugehen, die wir vom letzten Jahr bis zu diesem Jahr gemacht haben", sagt Seidl.

"Ich bin also sehr zufrieden mit dem, was ich dort sehe. Natürlich ist es an einem Tag wie in Brasilien enttäuschend, aber das ist Teil des Sports, in dem wir tätig sind, und letztendlich ist es Teil der Lernkurve, die wir als Team durchlaufen, um auch durch die dunklen Tage als Team zu gehen. Das kann uns nur stark machen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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