Medical-Car-Fahrer van der Merwe droht für weitere Rennen auszufallen

Medical-Car-Fahrer Alan van der Merwe dürfte auch den Großteil der verbleibenden Formel-1-Rennen verpassen, der Südafrikaner ist nicht geimpft

Medical-Car-Fahrer van der Merwe droht für weitere Rennen auszufallen

Nach der coronabedingten Neubesetzung des Medical-Cars für das Formel-1-Wochenende in der Türkei dürfte es auch für die meisten der verbleibenden Veranstaltungen keine Rückkehr zur Stammbesetzung geben. Denn der eigentliche Medical-Car-Fahrer Alan van der Merwe ist nicht geimpft, weshalb ihm die Einreise in die meisten der kommenden Länder verwehrt bleiben dürfte.

Van der Merwe und Formel-1-Rennarzt Dr. Ian Roberts waren im Vorfeld des Türkei-Wochenendes positiv getestet worden und fielen aus. Bruno Correia, der eigentliche Safety-Car-Fahrer der Formel E, übernahm van der Merwes Posten. Roberts wurde durch Dr. Bruno Franceschini, Rennarzt in der Elektroserie, vertreten.

Für van der Merwe war es bereits die zweite Corona-Infektion, zu Beginn der vergangenen Saison wurde er erstmals positiv getestet. Aus diesem Grund will sich der 41-Jährige auch nicht impfen lassen. "In der Schweiz (ich bin Halb-Schweizer) und anderen entwickelten Ländern zählt eine vergangene Infektion genauso wie eine Impfung", erklärte er auf Twitter.

Van der Merwe: Akzeptiere meinen Nachteil

Auch in Deutschland gelten für Genesene im Zuge der 2G- oder 3G-Regel dieselben Freiheiten wie für Geimpfte. "Ich vertraue den Ländern, dass sie wissen, was sie tun. Aber ich respektiere auch die strengeren Regeln mancher Länder und dass ich nicht dorthin reisen kann", so van der Merwe.

Er sei sich bewusst, "dass ich dadurch weniger arbeitsfähig bin und dass meine Bewegungsfreiheit durch meine Entscheidung eingeschränkt wird. Dass ich diese Annehmlichkeiten nicht über meine persönliche Gesundheit stelle, heißt nicht, dass ich Entscheidung wegen Selbstverliebtheit treffe. Wir wollen einfach alle gesund sein", erklärte er.

Rennleiter Michael Masi respektiert van der Merwes Entscheidung, weiß aber auch, dass er umdisponieren muss. "Soweit wir wissen, gibt es ein paar Länder, in die man wahrscheinlich nicht einreisen darf, wenn man nicht geimpft ist. Das ist nichts, als wenn man in manche Länder nicht ohne eine Malaria-Impfung einreisen darf", sagt Masi.

Enge Zusammenarbeit mit der Formel E

Man müsse die Auflagen der Länder erfüllen. "So gesehen muss die FIA natürlich die Einreisebestimmungen des Landes respektieren, und das gilt auch für alle Teams und alle anderen", stellt er klar.

Grundsätzlich bestehe aber eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Rennserien, weshalb solche Ausfälle auch kurzfristig geschultert werden können. Eduardo Freitas etwa, der Rennleiter der Langstrecken-WM WEC, agierte bereits als Streckenverantwortlicher für das Formel-1-Rennen in Portimao.

Und Formel-E-Renndirektor Scott Elkins beziehungsweise dessen Stellvertreter Niels Wittich wären der erste Ersatz für Masi, falls dieser verhindert ist. "Ich kann mich glücklich schätzen, dass wir uns ein gutes, kleines Team aufgebaut haben", sagt Masi.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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