Mehr Abtrieb, weniger Gewicht: Das bringt das erste echte Cadillac-Update
Heimspiel mit neuem Paket: Cadillac bringt zum Miami-GP umfangreiche Upgrades - Valtteri Bottas erklärt, warum der Fokus vor allem auf der Aerodynamik liegen muss
Nein, das ist hoffentlich nicht das Upgrade von Cadillac in Miami
Foto: LAT Images
Formel-1-Neueinsteiger Cadillac bringt beim anstehenden vierten Saisonrennen in Miami das erste große Update der noch jungen Teamgeschichte mit und hofft damit, den Rückstand auf das Mittelfeld zu verkürzen. Bislang hatte man zwar regelmäßig Aston Martin bezwingen können, auf die Konkurrenz davor fehlte den Amerikanern jedoch einiges. Das soll sich nun ändern.
Mit Upgrades am Unterboden, an den vorderen und hinteren Bremstrommeln, am Frontflügel sowie an weiteren Kleinteilen am gesamten Auto will Cadillac nicht nur mehr Abtrieb generieren, sondern auch Gewicht einsparen.
Vor allem der fehlende aerodynamische Abtrieb war bislang die größte Schwachstelle des Teams: "Und der größte Teil dieses Upgrades besteht einfach aus mehr Abtrieb in allen Geschwindigkeitsbereichen", meint Valtteri Bottas.
"Das ist immer noch der größte Zeitgewinn, den wir erzielen werden. Ich meine, die Gewichtsreduzierung hilft sicher, aber sie ist nicht so bedeutend wie das Defizit, das wir in Sachen Aerodynamik hatten", so der Finne.
Kann Cadillac besser entwickeln als die Konkurrenz?
Das Problem von Cadillac dürfte nur sein, dass es in der Formel 1 stets nur bewegliche Ziele gibt, denn alle anderen Teams werden auch in Miami aufrüsten. "Wir wissen nicht, was alle anderen machen", sagt Teamchef Graeme Lowdon. "Das Einzige, was zählt, ist also dieses relative Delta. Aber wir sind einigermaßen hoffnungsvoll."
Denn bei Cadillac weiß man, dass man im Vergleich zu den anderen Teams noch mehr Raum nach oben hat. "Ich hoffe, dass wir einen größeren Schritt machen können als einige andere Teams, denn rein theoretisch sollten wir dazu in der Lage sein, ausgehend von unserem Startpunkt", nickt Bottas. "Das ist also das Ziel. Und ja, schon morgen Abend werden wir in etwa wissen, wo wir stehen."
Denn schon am Freitagnachmittag steht die Sprint-Qualifikation auf dem Programm und damit ein echter Speed-Vergleich. Dass Miami ein Sprintwochenende ist, heißt aber auch, dass nur ein Training zur Verfügung steht - und damit wenig Zeit zur Analyse, auch wenn das Training um 30 Minuten verlängert wurde.
Lowdon: Fortschritt wichtiger als Performance
Für Teamchef Lowdon ist ein so umfangreiches Paket beim erst vierten Rennen ein guter Schritt: "Ich finde das wirklich ermutigend", sagt er, "denn was man an der Strecke sieht, ist das Ergebnis von allem, was an unseren verschiedenen anderen Standorten passiert."
"Es geht nicht nur darum, ein Rennteam zum Laufen zu bringen, sondern darum, die Fertigung ans Laufen zu kriegen, all die Prozesse und Abläufe, von der Beschaffung bis zur hausinternen Herstellung. All diese Systeme sind komplett nagelneu", betont er.
"Wir werden die Performance des Upgrades also mit großem Interesse beobachten, denn es gibt wahnsinnig viel zu verifizieren, was andere Teams längst routinemäßig erledigen."
Gleichzeitig betont er aber auch, dass sich die sportlichen Ziele des Teams dadurch nicht nach oben korrigieren werden. Stattdessen blickt er weiter auf die Fortschritte des Rennstalls. "Es ist noch alles so am Anfang", sagt er. "Wir haben erst drei dieser Dinger hinter uns. In Bezug auf absolute Ziele ist es also wirklich noch sehr früh."
"Das Entscheidende ist jetzt einfach, wie wir uns weiter verbessern - sowohl beim Design als auch bei der Produktion, dem Betrieb und der bestmöglichen Durchführung des Rennwochenendes."
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