Mehr Rennen, weniger Qualifying: Williams hat "Strategie umgestellt"

Williams will den Fokus an den kommenden Wochenenden fast ausschließlich auf die Rennen richten, der Startplatz spiele nicht die entscheidende Rolle

Mehr Rennen, weniger Qualifying: Williams hat "Strategie umgestellt"

Der Formel-1-Rennstall Williams misst den Qualifyings an den kommenden Wochenenden deutlich weniger Bedeutung bei als den Rennen. Die Strategie, die in Frankreich mit Platz zwölf von George Russell am Sonntag bereits voll aufgegangen ist, soll laut Teamchef und CEO Jost Capito beibehalten werden.

"Wir haben die Strategie umgestellt. Wir fokussieren uns in erster Linie aufs Rennen. In der Vergangenheit hat sich das Team aufs Qualifying fokussiert und wir haben das geändert", sagt Capito bei 'Sky'. Dies bedeute aber nicht, dass das Qualifying gar nicht simuliert wurde. "Speziell ausprobiert haben wir, welche Reifen sind für welche Runde am schnellsten", erklärt er.

Es spiele aber keine Rolle, ob Russell oder Teamkollege Nicholas Latifi von Platz 14, 15 oder 16 starten würden. "In erster Linie hat man das am vergangenen Wochenende gesehen, was das für Auswirkungen hat für das Rennen", spielt Capito auf Frankreich an.

Capito: In Frankreich hat der neue Ansatz funktioniert

Dort war Russell von Platz 14 ins Rennen gegangen, verlor nach einem schlechten Start in den ersten zwei Runden aber vier Plätze. Dennoch arbeitete sich der Brite im Rennverlauf auf Rang zwölf nach vorne, ohne von Ausfällen der Konkurrenz zu profitieren. Anschließend sprach er von seinem "besten Rennen" für Williams. "Ich glaube, es hat gut funktioniert. Entsprechend machen wir das so weiter", stellt Capito klar.

Mit dem Haas-Team liefert sich Williams ein bisher auf beiden Seiten punkteloses Duell um Platz neun in der Konstrukteurs-WM, in den vergangenen drei Jahren zierte der Traditionsrennstall stets das Ende der Tabelle. Das könnte sich in diesem Jahr ändern, Russells zwölfter Platz aus Le Castellet bedeutet das bessere Einzelergebnis im Vergleich zu Haas.

Grundsätzlich sei der Saisonverlauf aber so wie erwartet. "Ich glaube, der ist so, wie wir uns den vorgestellt hatten. Dass man am Auto nicht viel entwickeln konnte vom vergangenen auf das aktuelle Jahr, daraus kann man schließen, dass man in diesem Jahr auch kein wesentlich besseres Auto hat", sagt Capito bei 'ServusTV'.

2021 ein Übergangsjahr für Williams

Der "absolute Fokus" liege bereits ganz klar auf dem neuen Auto für die Saison 2022, wenn die große Regelrevolution Einzug hält. Doch auch am aktuellen Auto gelinge es Williams immer noch, "kleinere Fortschritte" zu erzielen.

Strukturell sei 2021 jedoch ein Übergangsjahr, in dem es darum gehen soll, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen.

"In diesem Jahr geht es darum, das Team für das nächste Jahr aufzustellen. Durch den Verkauf des Teams an die neuen Besitzer können wir relativ viel umstrukturieren. Die neuen Besitzer unterstützen uns auch finanziell, dass wir uns in eine andere Position bringen können", sagt Capito mit Blick auf Dorilton Capital.

Das Team habe eine "gute Möglichkeit", das Auto für 2022 zu entwickeln. "Dann muss man sehen, wo wir im nächsten Jahr landen oder wo wir starten. Und von dort weg kontinuierlich weiterentwickeln", erklärt er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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