Meinung: Sind Sprintrennen in der Formel 1 wirklich eine gute Idee?

Die Redakteure des Motorsport Network haben sich der Frage gestellt, ob die Formel 1 Sprintrennen als Qualifying austragen sollte - Geteiltes Echo

Meinung: Sind Sprintrennen in der Formel 1 wirklich eine gute Idee?

Das Thema Sprintrennen in der Formel 1 hat in den vergangenen Monaten für zahlreiche Diskussionen unter Fahrern, Teams und Fans gesorgt. In Silverstone, Monza und Sao Paulo sollen in diesem Jahr drei Testläufe gestartet werden, um zu sehen, ob Sprintrennen als Qualifikation in Zukunft denkbar wären.

Das Motorsport Network hat einige seiner Journalisten zur Einführung von Sprintrennen in der Formel 1 befragt. Mehrere Journalisten aus unterschiedlichen Ländern haben folgende Frage beantwortet: "Befürwortest du Sprintrennen als einmaliger oder regulärer Event und wieso?" Hier sind die Antworten:

DAFÜR: Jose Decelis, Motorsport.com Spanien Spain

"Ich bin für Sprintrennen als punktuelles Feature. Dann können wir sehen, ob es funktioniert und ob es positiv ist. Die Formel 1 muss sich regelmäßig neu erfinden und nach Formaten suchen, damit die Show weitergeht. Und mit diesem Format ist es wahrscheinlicher, dass es beim Hauptrennen am Sonntag nicht die üblichen Startpositionen gibt (sei es durch einen Unfall im Sprintrennen, einen technischen Defekt oder was auch immer)."

"Allerdings muss die Formel 1 auch ehrlich sein. Und wenn es nicht funktioniert, dann muss man die reguläre Einführung der Idee ablehnen. Am Ende des Tages sollten die Regeln für 2022 schon dafür sorgen, dass die Show besser wird. Sollte man meinen."

DAFÜR: Benjamin Vinel, Motorsport.com Frankreich France

"Ich bin eher für die Sprintrennen. Ich glaube, dass sie eine gewisse Show bringen können. Wie die Formel 2 beispielsweise. Leider wird es in der Formel 1 keine umgekehrte Startaufstellung geben - das ist schade. Ich glaube, dass ein Qualifying-Rennen mit umgedrehtem Meisterschaftsstand faszinierend sein könnte."

"In der W-Serie hat Megan Gilkes, Letzte der Fahrerwertung, das Rennen um drei Tausendstelsekunden vor Titelkandidatin Alice Powell gewonnen! Natürlich werden einige anführen, dass Sprintrennen nicht zur DNA der Formel 1 gehören. Allerdings ist das nur ein vages Konzept, das in Wahrheit nicht existiert. Das gleiche Argument wurde auch gegen Halo gebracht."

"Auf der anderen Seite stimmt es, dass Sprintrennen ein Problem für die Statistik wären. Einmal wie man Siege zählt, aber auch Polepositions. Es ist sehr schwierig, dafür eine Lösung zu finden."

NEUTRAL: Guillaume Navarro, Motorsport.com Frankreich France

"Das Format ist vor allem für Puristen ein wenig schwierig zu schlucken. Sie sehen die Formel 1 als Wettbewerb, der mit einem Rennen über 300 Kilometer endet. Viele von ihnen weinen aber auch engen, atemberaubenden Rennen hinterher, die wir häufig in der MotoGP sehen."

"Im aktuellen Format sehen wir dank der Performance-Unterschiede zwischen den Teams häufig nur spannende letzte Runden mit Überraschungen, wenn eine Safety-Car-Phase das Feld wieder zusammengebracht hat."

"Eine enge Gruppe hat natürlich den Vorteil, dass es mehr Überholmanöver und Rad-an-Rad-Kämpfe gibt. Allerdings sorgt die Vergabe von Punkten während eines Grand Prix für wahre Spannung."

"Allerdings wissen wir nicht, ob die fehlende mathematische Belohnung dafür sorgt, dass die Teams wirklich alles geben (zum Beispiel bei der Motorenleistung) und die Fahrer anstacheln, Risiken einzugehen, die die weitere Vorbereitung des Rennens stören könnten. Denn trotz eines finanziellen Ausgleichs sind Schäden am Auto zeitaufwändig und ermüdend für ein Team."

"Gleichzeitig können wir sicher sein, dass Fahrer, die sonst nicht die erste Geige spielen, in ein anderes Licht gerückt werden können. Wir müssen nur die künstliche Seite dieser Idee ausblenden."

NEUTRAL: Kevin Turner, Autosport.com United Kingdom

"Sprintrennen sind definitiv ein Versuch wert. Bis wir aber wissen, wie es funktioniert, sollte es eine gelegentliche Sache bleiben. Einige Leute sind besorgt, dass die Sprintrennen den Wert eines Grand Prix etwas mindern könnten. Sie daher nur vereinzelt durchzuführen, würde helfen, den Einfluss zu verringern und den Neuheitswert hochzuhalten."

#10: Drei Autos pro Team

#10: Drei Autos pro Team
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Foto: Charles Coates / Motorsport Images

Als die Formel 1 nach dem Ausstieg von Jaguar und Cosworth 2004 und drohenden Pleiten bei Jordan oder Minardi vor Problemen stand, brachte der Brite die Idee von drei Fahrzeugen pro Team schon einmal auf den Plan. Ein großes Starterfeld und mehr Topautos wären garantiert.

#10: Drei Autos pro Team

#10: Drei Autos pro Team
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Foto: Mercedes AMG

An dem Vorschlag hielt er auch Jahre später noch fest: Teams wie Caterham oder Marussia brachten für ihn ohnehin keinen Mehrwert. Und ein Kampf zwischen drei Mercedes an der Spitze wäre doch auch spannender als zwischen zwei, oder? Diskutiert wurde darüber, doch bis heute ist es bei zwei Wagen geblieben.

#9: Eine eigene Frauen-WM

#9: Eine eigene Frauen-WM
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Foto: Daimler AG

Bereits Jahre vor Einführung der W-Series plädierte Ecclestone für eine eigene Frauen-WM im Rahmen der Formel 1. "Es wäre eine gute Idee, ihnen ein Schaufenster zu geben", fand er. Denn bis Susie Wolff hatte es gut 20 Jahre keine Fahrerin in die Formel 1 geschafft.

#9: Eine eigene Frauen-WM

#9: Eine eigene Frauen-WM
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Foto: W Series

Und die Idee wurde tatsächlich umgesetzt! 2019 startet die reine Frauen-Meisterschaft W-Series erstmals im Rahmen der DTM. Ob es dadurch eine Frau auch wirklich in die Formel 1 schaffen wird, bleibt abzuwarten ...

#8: Punkte für das Freie Training

#8: Punkte für das Freie Training
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Foto: Andrew Ferraro / Motorsport Images

Freitage können in der Königsklasse schon einmal langweilig werden. Fahrer stellen ihre Autos ein und häufig wird den Zuschauern kaum Fahraction auf der Strecke geboten. Das geht so nicht, dachte sich Bernie Ecclestone 2014.

#8: Punkte für das Freie Training

#8: Punkte für das Freie Training
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Foto: Sutton Images

Um den Freitag aufzuwerten, mehr Zuschauer anzulocken und Teams zum Fahren zu zwingen, wollte er für den Trainingsschnellsten am Freitag eine Belohnung in Form eines WM-Punktes ausloben. Bei den Teams fand dieser Vorschlag jedoch keine Zustimmung ...

#7: Doppelte Punkte bei den letzten drei Rennen

#7: Doppelte Punkte bei den letzten drei Rennen
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Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Viele Fans erinnern sich noch mit Grausen an das Saisonfinale 2014 zurück. Als "Abu Double" ging eine verrückte Idee in die Geschichte ein, die nach einer Saison wieder eingestampft wurde. Das letzte Rennen sollte doppelte Punkte bringen.

#7: Doppelte Punkte bei den letzten drei Rennen

#7: Doppelte Punkte bei den letzten drei Rennen
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Foto: Steve Etherington / Motorsport Images

Das reichte Ecclestone jedoch nicht: Er schlug vor, dass nicht nur das Saisonfinale doppelt bewertet werden würde, sondern sogar die letzten drei Rennen. Die Teams fürchteten jedoch, dass das teure Entwicklungsrennen später enden würde, und lehnten ab. "Ein Tor zählt in den letzten fünf Minuten ja auch nicht doppelt", verglich Vettel.

#6: Qualifying-Auslosung

#6: Qualifying-Auslosung
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Foto: LAT Images

Viel geschraubt wurde zu Beginn der 2000er an der Qualifikation. Das neue Einzelzeitfahren war Ecclestone jedoch ein Dorn im Auge. Mit seinem neuen Vorschlag würde er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

#6: Qualifying-Auslosung

#6: Qualifying-Auslosung
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Foto: Sutton Images

Die Top 10 sollten Punkte nach ihrer Platzierung erhalten und dann hätte man ausgelost, welcher der zehn Piloten auf der Pole steht. "Dann hätte man jedes Mal eine andere Startaufstellung und alle aus den Top 10 hätten eine Chance auf die Pole", so die Idee des Briten. 2006 kam stattdessen das Format mit Q1, Q2 und Q3.

#5: Zusätzliche Boxenstopps für Sieger

#5: Zusätzliche Boxenstopps für Sieger
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Foto: LAT Images

Schon in den 80er-Jahren machte der Formel-1-Boss mit kuriosen Ideen auf sich aufmerksam. Eine ganz verrückte sollte die Dominanz von McLaren brechen: Ecclestone forderte zusätzliche Pflichtboxenstopps für Grand-Prix-Sieger!

#5: Zusätzliche Boxenstopps für Sieger

#5: Zusätzliche Boxenstopps für Sieger
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Foto: LAT Images

Der Plan: Wer ein Rennen gewinnt, sollte in den weiteren Saisonrennen jeweils einen Boxenstopp ableisten - bis zu drei pro Grand Prix! Damals waren Boxenstopps noch nicht so häufig, und die Topteams hätten mehr pushen müssen, um ihre Rivalen zu besiegen - mehr Aufregung wäre garantiert ...

#4: Abkürzungen

#4: Abkürzungen
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Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Überholen ist nicht erst in der modernen Formel 1 schwierig. Auch in früheren Jahren hat man sich bereits Gedanken gemacht, wie man das Überholen verbessern und die Rennen spannender machen kann. Ecclestones Lösung: Abkürzungen!

#4: Abkürzungen

#4: Abkürzungen
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Foto: Andrew Hone / Motorsport Images

Pro Rennen hätte ein Pilot eine gewisse Anzahl an Abkürzungen zur Verfügung und könnte so an einem Rivalen vorbeikommen, der ihn sonst aufhalten würde. Doch der Prozessionen wollte man mit einem anderen Vorschlag Herr werden: Ein Jahr nach Ecclestones Idee wurde DRS eingeführt.

#3: Künstliche Bewässerung

#3: Künstliche Bewässerung
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Foto: Srinivasa Krishnan

Fans lieben Regenrennen, weil der Guss von oben zusätzliche Würze in ein Rennen bringt und für unvorhergesehene Ereignisse sorgen kann. Doch warum auf den Regen warten, wenn man ihn selbst herbeiführen kann?

#3: Künstliche Bewässerung

#3: Künstliche Bewässerung
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Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Mittels Sprinkleranlagen sollten Strecken künstlich bewässert werden. Allerdings sollten Teams kurz vorher gewarnt werden, was dem Überraschungseffekt etwas entgegengewirkt hätte. In Le Castellet gibt es theoretisch eine eingebaute Bewässerungsanlage, doch bis heute überlässt man dem Wetter diesen Job.

#2: Medaillen-System

#2: Medaillen-System
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Foto: Sutton Images

Um die Meisterschaft spannender zu machen, wurde das Punktesystem schon mehrfach geändert. Die größte Veränderung wollte jedoch Bernie Ecclestone herbeiführen und den Sieger nach dem Olympischen System küren: Der mit den meisten Siegen wird Weltmeister.

#2: Medaillen-System

#2: Medaillen-System
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Foto: Sutton Images

Glücklicherweise wurde der Vorschlag für 2009 nicht eingeführt, sonst wäre Jenson Button dank einer Siegesserie zu Saisonbeginn schon deutlich früher Champion gewesen. Und Lewis Hamilton hätte den Sack in den vergangenen Jahren noch früher zugemacht.

#1: Mehr Gefahr

#1: Mehr Gefahr
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Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Früher Haudegen, heute Playstation - Große Gefahr kennt man in der modernen Formel 1 heute kaum noch. Die Autos sind so sicher geworden und die großflächigen Auslaufzonen verzeihen viele Fehler spielerisch. Für Fans und Fahrer ist das wenig aufregend.

#1: Mehr Gefahr

#1: Mehr Gefahr
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Foto: Zak Mauger / Motorsport Images

Bernie Ecclestones Idee ging jedoch etwas weit: In Mexiko sagte er 2016, dass er um jede Kurve 40 Zentimeter hohe Mauern haben wolle. Damit sollten die Piloten wieder angehalten werden, die Streckenbegrenzungen einzuhalten. Was die Sicherheitsexperten dazu sagen, dürfte klar sein ...

"Die Formel 1 sollte viele Dinge ausprobieren - gesetzt den Fall, dass die Ideen gut durchdacht und vorher besprochen wurden. Sprintrennen sind aber nur eine Idee, von daher sollte man den Kalender frei für andere Experimente halten."

DAGEGEN: Basile Davoine, Motorsport.com Frankreich France

"Man kann auch gegen gewisse Ideen sein, ohne gleich als konservativ angesehen zu werden. Es stimmt, dass Sprintrennen gegen einige Ideale verstoßen und bei einigen Leuten Zweifel auslösen, die, wie ich, in der Formel 1 eine heilige Meisterschaft sehen, in der bestimmte Elemente nicht angefasst werden dürfen."

"Es ist aber klar, dass sich der Sport entwickeln muss und keine Angst vor Veränderung haben darf, um mit der Zeit zu gehen. Sprintrennen sind dabei aber vielleicht der falsche Ansatz. Mit dem neuen Qualifying-Format möchte die Formel 1 die Hierarchie durcheinanderbringen, indem man seinen eigenen Code bricht."

Lewis Hamilton, Carlos Sainz, Valtteri Bottas, Lando Norris

Auch in Monza könnte es am Samstag ein Sprintrennen geben

Foto: Motorsport Images

"Dabei wäre es eigentlich möglich, es anders zu machen - etwa technisch wie 2022. Vor allem aber bin ich nicht überzeugt von dem Wert eines solchen Samstagnachmittag-Events und auch nicht davon, dass wir etwas verändern müssen, das funktioniert."

"Man kann aber nichts verurteilen, das man noch nicht ausprobiert hat. Es 'nur' bei drei Grands Prix zu machen, ist vermutlich ein guter Kompromiss. Aber meiner Meinung nach wird es immer ein Problem mit den Sprintrennen geben: Sie werden eine der reinsten Formen des Motorsports in den Hintergrund drängen: das Fahren der schnellsten Runde, einer perfekten Runde, mit einem Auto am Limit."

DAGEGEN: Christian Nimmervoll, Motorsport.com Deutschland Germany

"Ich bin (vor allem) aus zwei Gründen dagegen."

"Erstens: Fasst die DNA der Formel 1 nicht an! Der Sport ist so groß und so erfolgreich geworden, weil ihn die Leute so lieben, wie er ist. Zu viele Veränderungen verwirren die Fans und entfernen die Formel 1 zunehmend von ihren Wurzeln. Viele Fans vertreten die Meinung, dass die Formel 1 in den 60ern, 70ern und 80ern am schönsten war. Und damals war sie vor allem zwei Dinge: pur und simpel."

 

"Einfach zu verstehende Sportarten, die sich nicht verändern, gehören zu den nachhaltigsten und über einen langen Zeitraum erfolgreichsten. Nehmen wir nur den Fußball als Beispiel. Elf Männer versuchen, einen Ball in ein Tor zu schießen. Die einfachsten Formeln sind die erfolgreichsten."

"Zweitens: Sprintrennen bedeuten, dass Statistiken und Rekorde über Polepositions, ein wichtiger Teil der Tradition der Formel 1 (es werden sogar Bücher darüber geschrieben, die viele neue Fans zur Formel 1 bringen), langfristig wertlos werden. Qualifyings, in denen ein Fahrer gegen die Uhr fährt, sind ein faszinierendes Element der Formel 1, das verloren gehen würde."

"Das Qualifying, wie wir es kennen, ist etwas völlig anderes als ein Rennen. Die Fähigkeiten eines Fahrers müssen kompletter sein, wenn die Zeitenjagd über eine Runde am Samstag (schierer Speed) und ein Rad-an-Rad-Rennen am Sonntag (Racecraft, Cleverness) in Kombination ausgefochten werden."

"Und Ayrton Senna wäre heute nicht der König der Polepositions, wenn es damals schon Sprintrennen gegeben hätte ..."

"Außerdem halte ich den Spannungsaufbau eines Wochenendes für ein wichtiges Element der DNA der Formel 1: das Training am Freitag, das Qualifying am Samstag und dann das Rennen als Höhepunkt am Sonntag."

"Jetzt soll der Samstag aus reiner Gier nach mehr Geld aufgewertet werden. Das ist für die finanzielle Gesundheit des Sports und die Rendite der Stakeholder wichtig. Okay. Aber langfristig wird zu viel Gier die Formel 1, wie wir sie kennen, ruinieren. Und dann werden Interesse und Einnahmen ausbleiben."

DAGEGEN: Norman Fischer, Motorsport.com Deutschland Germany

"Am Anfang fand ich die Idee eigentlich recht spannend und stand ihr positiv gegenüber, weil das aktuelle Qualifying-Format nach 15 Jahren durchaus eine Auffrischungskur gebrauchen könnte und ich eigentlich immer offen für Neues bin. Außerdem sagt wohl kaum ein Fan nein zu einem weiteren Start mit potenziellem Chaos."

"Je mehr ich allerdings darüber nachdenke, desto weniger brauche ich Sprintrennen. In der Formel 2 und Formel 3 bekomme ich das schon, und wenn es dann noch ein Sprint-Qualifying gibt, dann ist der eigentliche Formel-1-Start am Sonntag dann bereits der fünfte an dem Wochenende und nutzt sich ab."

"Trotzdem sollte die Formel 1 durchaus mit Formaten experimentieren, auch wenn sie so in die Hose gehen wie das Eliminiations-Qualifying 2016. Das war eigentlich im Ansatz recht spannend, scheiterte aber an der Umsetzung. Wenn man da noch ein paar Stellschrauben dreht, könnte ich mir gut eine Neuauflage vorstellen."

"Meine Idee wäre, dass man in jedem Qualifying-Abschnitt eine andere Reifenmischung verwenden müsste. Wenn dann ein Team versucht, mit Hards durch Q1 zu kommen und ein kleineres Team seine einzige Chance auf Softs sieht, dann könnte es vielleicht Überraschungen geben. Qualifying sollte aber Qualifying bleiben."

DAGEGEN: Oleg Karpow, Motorsport.com Russland Russian Federation

"Ich bin kein großer Fan der Idee, einfach weil Sprintrennen für die Formel 1 etwas zu radikal sind. Ihr größter Vorteil anderen Serien gegenüber ist ihre eigene Geschichte. Das Rennen über 300 Kilometer am Sonntag ist eines der Grundfeste des Sports. Lasst andere Serien mit dem Format experimentieren. Fein. Aber die Formel 1 sollte vorsichtig sein. Ich halte es als Fan für keinen Schritt in die richtige Richtung."

"Ich denke, dass die Formel 1 ein paar Rennen fahren könnte, die nicht zur Meisterschaft zählen. Dabei könnte man neue Formate ausprobieren. Teams müssten zum Beispiel einen anderen Fahrer fahren lassen, weil Fahrerwechsel immer eine gute Geschichte sind."

"Warum haben wir nicht so ein verrücktes Wochenende? Mit Gasly in einem Red Bull, Russell als Teamkollege von Hamilton und ein paar Youngstern aus der Formel 2 - mit wilden Formaten."

"Formel-1-Rennen sollten nicht immer ein Teil der Meisterschaft sein. Das waren sie in den 70ern auch nicht. Ich bin überzeugt, dass solche Rennen für mehr Interesse sorgen und bei den Fans gut ankommen würden. Fragwürdige Experimente innerhalb der Meisterschaft zu haben, ist meiner Meinung nach etwas seltsam."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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