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Mercedes-Anfänge: Lewis Hamilton war zu Beginn "ein Söldner"

Lewis Hamilton hat seit seiner ersten Mercedes-Saison im Jahr 2013 einen ziemlichen Wandel durchgemacht - Wegbegleiter erklären, wie sich der Brite verändert hat

Ruben Zimmermann

Ruben Zimmermann

Bearbeitet: 10.04.2021, 15:55

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"Er ist heute ein ganz anderer Charakter als der, der damals zu uns kam", blickt Mercedes-Chefstratege James Vowles im Podcast 'Beyond The Grid' auf die erste Zeit der Zusammenarbeit mit Lewis Hamilton zurück und erklärt: "Als er kam, da war er ein Söldner. Er war hier, um für sich selbst Rennen zu gewinnen."

Im Jahr 2021 eine durchaus überraschende Aussage, denn inzwischen betont Hamilton in fast jedem Interview, wie wichtig es sei, dass er ein großartiges Team hinter sich habe. Doch offenbar brauchte der heutige Formel-1-Rekordweltmeister nach seinem Wechsel eine gewisse Zeit, um sich in Brackley einzuleben.

Rückblick: Nach der Saison 2012 verließ Hamilton McLaren, um 2013 Nachfolger von Michael Schumacher im Mercedes-Werksteam zu werden. Seit seinem Formel-1-Debüt 2007 war der Brite zuvor für kein anderes Team als McLaren gefahren, 2008 hatte er mit dem Traditionsrennstall seinen damals einzigen Titel gewonnen.

"Früher hatte er diesen rücksichtslosen Willen, jedes Rennen gewinnen zu wollen", erinnert sich Mercedes-Chefingenieur Andrew Shovlin im gleichen Podcast und erklärt: "Das hat sich in seinem Fahrstil gezeigt. Er hat immer weiter gepusht und konnte nicht aufhören. Ich denke, heute kalkuliert er viel mehr."

"Ab der ersten Runde im ersten Rennen denkt er an die Meisterschaft. Er denkt viel mehr daran, auf das Auto und die Reifen zu achten", so Shovlin, der mit einem Lachen ergänzt: "Er ist nicht besser darin geworden, Rennen zu verlieren! Das liegt einfach in seiner Natur." Diese Beobachtung teilt auch Vowles.

"Dieser Siegeswille [von damals] ist nicht verschwunden. Aber er hat jetzt realisiert, dass man es als Teil eines Teams tut. So wird man zum größten Sportler auf der Welt. Ein Individuum kann das nicht alleine schaffen", erklärt der Mercedes-Chefstratege, der seit dem ersten Tag mit Hamilton zusammenarbeitet.

Shovlin ergänzt: "Seine Herangehensweise an ein Wochenende und seine Denkweise im Auto ist sehr kalkuliert, sauber und klinisch geworden. Wenn jemand einen nach Fehlern von Lewis fragt, dann muss man häufig mehrere Saisons zurückdenken, als es diese Zwischenfälle gab. Sein Ziel ist Perfektion."

"Es ist ein schwieriges Ziel, aber er versucht, es zu erreichen", so Shovlin. Mit Mercedes gewann Hamilton in bislang acht gemeinsamen Jahren sechsmal den Titel in der Fahrer-WM. Lediglich in seiner ersten Saison und 2016 im Duell mit seinem damaligen Teamkollegen Nico Rosberg verpasste er jeweils den Titel.

Von dem damaligen "Söldner" ist heute nicht mehr viel zu sehen.

Mit Bildmaterial von LAT.

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