Mercedes beendet umstrittenen Kingspan-Deal mit sofortiger Wirkung

Nach öffentlicher Kritik an der Zusammenarbeit mit dem Baustoffunternehmen "Kingspan" zieht Mercedes die Reißleine und löst den Vertrag wieder auf

Mercedes beendet umstrittenen Kingspan-Deal mit sofortiger Wirkung

Noch beim Grand Prix von Saudi-Arabien fuhr Mercedes erstmals mit dem Logo des Baustoffunternehmens Kingspan am Auto. Nach einem öffentlichen Aufschrei hat man die Partnerschaft nun aber mit sofortiger Wirkung beendet.

"Das Mercedes-Formel-1-Team und Kingspan geben heute bekannt, dass sie sich einvernehmlich darauf geeinigt haben, ihre Partnerschaft zu beenden", heißt es in einer Erklärung vom Mittwoch. Grund für die Trennung ist die Rolle, die Kingspan bei der Grenfell-Tower-Katastrophe in London im Jahr 2017 spielte.

Ein Brand in dem 24-stöckigen Wohnhaus kostete damals über 70 Menschen das Leben. Schuld daran, dass sich das Feuer so schnell ausbreiten konnte, sollen auch Produkte von Kingspan gewesen sein, die zur Isolierung der Außenfassade verwendet worden waren. Die Untersuchung zu dem Feuerunglück läuft noch.

Entsprechend groß war die Empörung über den Sponsorendeal mit Mercedes. Sowohl der britische Wohnungsbauminister Michael Gove als auch die Interessenvertreter von Grenfell United kritisierten die Zusammenarbeit in offenen Briefen scharf.

 

Noch während des Rennwochenendes in Saudi-Arabien kündigte Mercedes-Teamchef Toto Wolff an, den Vertrag mit Kingspan neu bewerten zu wollen - und zog nun die Reißleine.

Zwar betonte Mercedes die Intention hinter dem Deal mit Kingspan, die als Vorsitz einer neuen Arbeitsgruppe für Nachhaltigkeit dabei helfen sollten, den künftigen Campus des Team mit "ökologisch nachhaltigen Lösungen" klimafreundlich zu gestalten.

"Beide Parteien sind jedoch zu dem Schluss gekommen, dass eine Fortsetzung der Partnerschaft zum jetzigen Zeitpunkt nicht angebracht ist, ungeachtet der beabsichtigten positiven Effekte", besagt das veröffentlichte Statement. "Wir haben daher vereinbart, die Partnerschaft mit sofortiger Wirkung zu beenden."

 

In einer eigenen Erklärung schrieb Kingspan, man sei sich "der in den letzten Tagen aufgekommenen Gefühle zutiefst bewusst", und habe sich daher gemeinsam darauf geeinigt, "dass es zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen ist, die Partnerschaft fortzusetzen."

Gleichzeitig betonte das Unternehmen, "keine Rolle bei der Renovierung des Grenfell-Towers" gespielt zu haben und die laufende Untersuchung "voll zu unterstützen". Grenfell United reagierte auf die Nachricht der Trennung mit der Aussage, Mercedes habe "das Richtige getan, indem es sich von Kingspan distanziert hat".

Mit Bildmaterial von Mercedes-AMG Petronas F1 Team.

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