Mercedes: "Bisher bester Freitag" in Formel-1-Saison 2021

Warum Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Formel-1-Trainingsauftakt in Barcelona vom "bisher besten Freitag" spricht und was die Fahrer dazu sagen

Mercedes: "Bisher bester Freitag" in Formel-1-Saison 2021

Valtteri Bottas und Lewis Hamilton sprechen von einem "guten Auftakt", aber Mercedes-Teamchef Toto Wolff geht sogar noch einen Schritt weiter. Der erste Trainingstag zum Spanien-Grand-Prix 2021 in Barcelona (hier im kostenlosen Formel-1-Liveticker verfolgen!) sei der "bisher beste Freitag" für sein Team in der Formel-1-Saison 2021 gewesen, und "ziemlich ermutigend".

Die Zahlen des Tages sprechen für sich: Mit 1:18.170 Minuten fuhr Hamilton zur Bestzeit. Bottas belegte 0,139 Sekunden dahinter den zweiten Platz. Besonders stark aber waren die Mercedes-Fahrer bei ihren Long-runs über mehrere Runden und mit größerer Spritladung, wo sie als einzige konstant unter 1:23 Minuten blieben.

Der Favoritenrolle für das weitere Wochenende am Circuit de Barcelona-Catalunya ist sich Wolff wohlbewusst. Er meint im Scherz: "Wir haben gerade an der Boxenmauer darüber gesprochen, dass uns jetzt 24 Stunden bleiben, um es doch zu versauen!"

Ferrari ist bis auf ein Zehntel dran an Mercedes

Tatsächlich ging es sehr eng zu im Freitagstraining: Ferrari-Fahrer Charles Leclerc hatte auf P3 nur 0,165 Sekunden Rückstand auf Hamilton, selbst seinem Teamkollegen Carlos Sainz fehlten auf P9 nur knapp fünf Zehntel und die Fahrer bis P14 bewegten sich innerhalb der ersten Sekunde.

"Es wirkt eng", sagt Hamilton dazu. "Wir scheinen heute aber eine ordentliche Pace gehabt zu haben." Es sei aber nicht so, dass Mercedes nur das Auto ausladen und losfahren müsse, erklärt der WM-Spitzenreiter: "Wir müssen daran arbeiten. Es ist nie einfach vom Fleck weg. Ich glaube, bei diesem Auto werden wir das eh nie erreichen."

Mercedes kenne den W12 inzwischen aber so gut, dass man wisse, "in welche Richtung wir bei der Balance gehen müssen", so Hamilton. Mit den Änderungen vom ersten auf das zweite Training sei er jedoch "nicht notwendigerweise" zufrieden.

"Immerhin haben wir Daten", sagt Hamilton. "Und ich hoffe, ausgehend davon kriegen wir für morgen ein besseres Set-up hin."

Das ideale Set-up in Barcelona laut Toto Wolff

Dieses Set-up wird sich laut Teamchef Wolff auf die Schlüsselstellen in Barcelona konzentrieren. Er meint: "Überholen ist immer ziemlich schwierig. Deshalb nimmt man etwas Pace raus aus dem ersten und besonders aus dem zweiten Sektor, weil man es im dritten Sektor braucht. Es geht also nur darum, die richtige Balance für die Rundenzeit zu finden."

Eben diese Balance hat Mercedes offenbar schon am Freitag gut getroffen, wie Bottas findet. Er hatte im ersten Training mit 1:18.504 Minuten die Bestzeit erzielt und spricht von einem "guten Gefühl" für das Auto. "Das ist immer ein guter Ausgangspunkt."

"Wir hatten keine größeren Probleme mit der Balance", sagt Bottas weiter. "Der Schlüssel im Qualifying wird sein, die Soft-Reifen gleich in der ersten [schnellen] Runde im optimalen Fenster zu haben. Ich rechne nämlich damit, dass die Abstände wieder gering sein werden."

Der wahre Red-Bull-Speed ist ein Fragezeichen

Doch wo sich Hauptrivale Red Bull in das Kräfteverhältnis einsortiert, das war im Freitagstraining in Barcelona nicht ohne Weiteres zu erkennen: Max Verstappen und Sergio Perez belegten im Tagesklassement die Positionen sechs und zehn, über drei Zehntel hinter Hamilton.

Valtteri Bottas

Valtteri Bottas im Mercedes W12 in der Schikane vor Start und Ziel

Foto: Motorsport Images

Davon will Bottas gar nichts wissen. Sein Motto: "Fokus auf uns selbst. Ich persönlich konzentriere mich auf meine eigenen Hausaufgaben." Und die wären: "Das Set-up bestmöglich zu verfeinern, weil im Qualifying jede Millisekunde helfen kann."

Ein Vorteil sei natürlich, dass Mercedes in Barcelona über reichlich Daten aus den Vorjahren verfüge. Tatsächlich hat das Team seit 2013 jedes Jahr die Poleposition erzielt und seit 2014 bis auf eine Ausnahme stets auch den Rennsieg. Einzig 2016 gewann Mercedes in dieser Zeit nicht - weil Hamilton und Nico Rosberg zu Rennbeginn kollidierten und ausfielen. Mehr dazu in der Formel-1-Datenbank!

Hamilton spürt den Druck durch Ferrari und Co.

Mercedes braucht also keine Experimente zu veranstalten, sondern kann sich auf die Erfahrungswerte der Vergangenheit beziehen. Und: Es schickt beide Fahrer mit "gleichem Set-up, gleicher Heckflügel-Konfiguration und einfach alles gleich" ins Rennen, so Bottas weiter. In Portimao hatte sich die Abstimmung noch leicht unterschieden.

"Bei dieser Strecke hier aber wissen wir eigentlich sehr genau, wie das Optimum für uns beide aussehen sollte", sagt Bottas. "Hoffentlich stehen wir dann vorne."

Und Hamilton will die Abwesenheit von Red Bull an der Tabellenspitze im Training nicht als Ruhepolster für Mercedes betrachten. Dass stattdessen Teams wie Ferrari und Alpine mit schnellen Zeiten aufhorchen ließen, das "setzt uns auch unter Druck", meint der Weltmeister.

Zumal Mercedes' leitender Ingenieur Andrew Shovlin davon ausgeht, dass auch Red Bull eine wichtige Rolle spielen wird: "Der Verkehr war heute schwierig. Die Runde ist kurz und es sieht so aus, als ob Red Bull davon mehr betroffen war als wir. Deshalb nehmen wir an, dass ihre Pace sehr nah dran sein wird und wir heute Abend noch mehr nachlegen müssen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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