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Mercedes & Daniel Ricciardo: Welche Fortschritte sich McLaren erhofft

Neuer Antrieb, neuer Fahrer: McLaren geht aufs Ganze, hält sich mit Prognosen für die erste Formel-1-Saison mit Mercedes-Motor und Ricciardo an Bord aber zurück

Mercedes & Daniel Ricciardo: Welche Fortschritte sich McLaren erhofft

McLaren startet mit zwei großen Neuerungen in die Formel-1-Saison 2021: Statt einem Renault- steckt jetzt ein Mercedes-Antrieb im Heck und Daniel Ricciardo verstärkt als Nachfolger von Carlos Sainz das Team. Nach dem WM-Erfolg im Vorjahr mit Platz drei erhofft man sich davon weitere Fortschritte.

Fahrerseitig ist es für das McLaren das erste Mal seit drei Jahren, dass sich ein Grand-Prix-Sieger - Ricciardo gewann siebenmal - in seinem Formel-1-Aufgebot befindet. "Wir hatten schon vor einigen Jahren um ihn geworben", erinnert sich CEO Zak Brown, "waren aber zu der Zeit nicht in der Lage, ihn zu überzeugen."

"Damals machte ich Versprechungen, die ich erst einlösen musste: einen neuen Teamchef, einen neuen Technikchef, die nötigen Ressourcen zu beschaffen. Aus diesen Statements konnte ich letztlich Fakten machen. Mittlerweile glaubt Daniel, dass er mit uns die besten Chancen hat. Er wird mit uns für einige Jahre zusammenarbeiten. Wir werden als Team weiter wachsen - gemeinsam mit ihm und Lando."

Wie Neuzugang Daniel Ricciardo integriert wurde

Das Werk in Woking und die Teammitglieder hat Ricciardo in den vergangenen Wochen bereits kennengelernt - und einen starken ersten Eindruck hinterlassen. "Ich denke, alle im Team sind von seiner Ankunft begeistert. Er selbst sagt, dass er sich sehr willkommen und integriert fühlt", verrät Brown.

Nun liegt der Fokus darauf, Ricciardo auch mit dem neuen MCL35M vertraut zu machen. "Unser Ziel ist klar: Wenn wir in Bahrain in die Saison starten, soll es sich für Daniel nicht wie das erste Rennen mit uns anfühlen", sagt McLaren-Teamchef Andreas Seidl. "Dafür haben wir einen klaren Plan ausgearbeitet, mit einem Fokus auf die technische, operative Seite, um sicherzustellen, dass er bereit ist."

Mit den bisherigen Fortschritten zeigt sich der Deutsche zufrieden: "Wir hatten bereits einige Online-Meetings mit ihm, um uns einander vertraut zu machen und ihm zu zeigen, wie wir arbeiten. In den vergangenen Wochen war er dann auch vor Ort, saß im Simulator und auch im Auto zur Sitzanpassung. Ich denke, wir sind gut vorbereitet."

Erste Ausfahrt mit McLaren MCL35M in Silverstone

An diesem Dienstag wird der Neuzugang gemeinsam mit Teamkollege Lando Norris zum ersten Mal die Gelegenheit haben, das neue Auto Vorher-Nachher-Bilder im Rahmen eines Filmtages in Silverstone zu testen und ein erstes direktes Feedback zu geben.

Eine Prognose für die Saison wagt Seidl daher noch nicht: "Wie schnell Daniel sein wird, kann ich erst nach dem ersten Rennwochenende in Bahrain beurteilen. Ich denke, im Moment geht es nicht um den reinen Speed, sondern darum, sich an das Team, an die Prozesse und Systeme zu gewöhnen. Darauf liegt der Hauptfokus."

Auch was die neue Antriebseinheit von Mercedes betrifft, berichtet McLaren aufgrund der bis dato überschaubaren Datenlage bisher nur von ersten Eindrücken. "Wir haben den Motor auf dem Prüfstand laufen lassen. Das verlief okay für uns. Dabei ging es in erster Linie um einen Systemtest", erklärt Technikchef James Key.

Key: Performance-Vorteil noch nicht zu beurteilen

"Was die Performance angeht, kann man noch nicht so viel ablesen. Heutzutage liegen die Motoren sehr nah beieinander, um ehrlich zu sein. Klar ist, dass Mercedes für die Power-Units, wie wir sie heute kennen, viel Pionierarbeit geleistet hat. Aber im Vergleich zu damals sind die Unterschiede geringer geworden. Wir werden erst ein besseres Gefühl dafür bekommen, wo wir stehen, wenn wir auf die Strecke gehen."

Die erste Gelegenheit, sich mit der Konkurrenz zu vergleichen, wird der Wintertest in Bahrain bieten. "Es ist ein guter Ort, um zu sehen, wo man in puncto Topspeed und Fahrbarkeit steht. Dann werden wir mehr wissen", blickt Key voraus.

Über die Arbeit mit Mercedes - McLaren setzte zuletzt 2014 auf Mercedes-Power - kann er nur Gutes berichten: "Es war bisher für beide Seiten eine positive Erfahrung."

Was die Integration des Mercedes-Motors erschwerte

"Das Team kennt Mercedes aus der Vergangenheit sehr gut, das gilt auch umgekehrt. Sie waren begeistert, die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen und ein paar bekannte Gesichter wiederzusehen. In der Beziehung, was die Kommunikation und Unterstützung angeht, verlief alles sehr geradlinig und entspannt."

Dabei verlangte die Integration der neuen Antriebseinheit in das McLaren-Chassis den Ingenieuren einiges ab. Denn: "Was die Installation betrifft, unterscheidet sich die Architektur der Komponenten von Hersteller zu Hersteller. Das hat Vor- und Nachteile", weiß Key. "Die Mercedes-Installation ist extrem komprimiert. Man kann sehen, wie viel Detailarbeit darin steckt. Es ist ein sehr kompaktes Paket."

"Aber was über die vergangenen Monate hinweg klar wurde, ist, dass wir mit Hilfe der Mercedes-Kollegen erfolgreich an der Integration arbeiten konnten", sagt der Technikchef weiter, "und das trotz der schwierigen Rahmenbedingungen, die uns durch die Homologationsregeln auferlegt wurden."

Mit Bildmaterial von McLaren.

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Rennserie Formel 1
Fahrer Daniel Ricciardo
Teams McLaren
Urheber Juliane Ziegengeist