Mercedes: Darum kam Bottas nicht an Ricciardo vorbei

Valtteri Bottas wurde scharf dafür kritisiert, dass er beim Grand Prix von Mexiko keine einzige ernsthafte Attacke gegen Daniel Ricciardo reiten konnte

Mercedes: Darum kam Bottas nicht an Ricciardo vorbei

Valtteri Bottas hat beim Grand Prix von Mexiko zuerst den Start versemmelt, wurde dann (schuldlos) in eine Startkarambolage mit Daniel Ricciardo verwickelt und steckte anschließend über weite Strecken hinter dem McLaren-Piloten fest, der ihn nach den Reparaturstopps in der ersten Runde überholt hatte.

Für seine Performance erhielt Bottas bei der Fahrernotenvergabe von Motorsport-Total.com die Gesamtbewertung 3,9 und landete damit nur auf dem 17. Platz. Die Kritik an seiner Leistung war vernichtend, unter anderem auch in der Formel-1-Analyse bei Sky am Montag nach dem Rennen.

Dass er sich im Mercedes an einem McLaren die Zähne ausbiss, wurde Bottas von mehreren Experten zur Last gelegt. Zumal es dafür auch keine technischen Erklärungen gibt: "Sein Auto war in Ordnung", bestätigt Andrew Shovlin, der Leiter des Mercedes-Ingenieursteams an der Strecke.

Aber er nimmt Bottas in Schutz, wenn er sagt: "Wenn du auf Reifen bist, die gleich alt sind, ist es halt schwierig. Kaum kam er näher, fing er zu rutschen an. Und ich denke, es mussten auch alle auf die Temperaturen der Powerunit achten. Runde um Runde hinterherzufahren war also ein Problem."

 

"Außerdem", sagt Shovlin, "hat Ricciardo seine Reifentemperatur über die Runde gut gemanagt, sodass er meistens gut aus der letzten Kurve rauskam. Und wenn du da gut rauskommst, ist es für den Hintermann schwierig, einen Angriff zu starten."

"Es ist einfach schwierig, mit diesen Autos hinterherzufahren. Noch mehr auf einer heißen Strecke, weil die Reifen überhitzen. Der Frust darüber war natürlich besonders groß, weil das Auto, das Valtteri ihn erst in diese Situation gebracht hat, das war, das er vor sich hatte."

Shovlin betont aber, dass das schwierige Überholen für den zweiten Mercedes im Rennen auch ein Segen war: "Andererseits waren wir über den Effekt auch froh, denn Perez hatte ein besseres Auto als Lewis, konnte ihn aber nicht überholen."

Bottas hat mit Mexiko, wo er am Samstag noch souverän die Poleposition erobert und Lewis Hamilton geschlagen hatte, inzwischen abgeschlossen. Er zähle die Rennen bis zu seinem Abschied von Mercedes noch nicht runter, "sondern ich nehme das jetzt Rennen für Rennen", sagt er.

Dass es ab 2022 auf Alfa Romeo ungleich schwieriger für ihn wird, auf Poleposition zu fahren, ist Bottas bewusst: "Da muss ich realistisch sein", gibt er zu. "Aber sag niemals nie. Es kann passieren." Und er unterstreicht selbstbewusst: "Mexiko wird nicht die letzte Pole meiner Karriere bleiben."

Vier Chancen hat er ja noch auf Mercedes ...

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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