Mercedes gibt zu: Haben Vettels Strategie zu spät erkannt

Mercedes analysiert im Video die Strategie beim Grand Prix von Bahrain und erklärt, wo Valtteri Bottas den Sieg gegen Sebastian Vettel verschenkt hat

Das Mercedes-Team hat zugegeben, dass es die Chance, Sebastian Vettel beim Grand Prix von Bahrain zu schlagen, möglicherweise hausgemacht vertan hat. Die Strategieanalyse des Rennens in der Fabrik in Brackley hat ergeben, dass Valtteri Bottas gewinnen hätte können, wenn dem Mercedes-Kommandostand früher klar geworden wäre, dass Ferrari die Strategie von zwei Boxenstopps auf einen umgestellt hat.

"Wir waren wahrscheinlich ein bisschen zu langsam darin, die Bedrohung zu erkennen, dass Sebastian mit den Soft-Reifen bis zur Zielflagge durchfahren können", räumt Technikchef James Allison im Strategie-Briefingvideo des Teams ein.

"Hätten wir da etwas schneller reagiert, hätten wir in den Runden 35 bis 45 mehr Druck ausüben können, und dann wäre das Ergebnis möglicherweise ein anderes gewesen", erklärt Allison. "Wir hatten damit gerechnet, dass er noch einmal stoppen würde. Aber er hat das sehr, sehr gut gemacht und die Reifen ins Ziel gebracht."

Für Mercedes ist es bereits die zweite Niederlage hintereinander gegen Ferrari, die vermeidbar gewesen wäre. Schon in Melbourne wäre der Sieg trotz (virtueller) Safety-Car-Phase möglich gewesen, wenn Lewis Hamilton in bestimmten Phasen des Rennens mehr gepusht hätte. Das hat das Melbourne-Strategiebriefing ergeben.

 

"Wenn das Rennen nur ein, zwei Runden länger gewesen wäre, hätte das Ergebnis anders aussehen können. Aber wir haben ein bisschen zu spät damit angefangen, Druck aufzubauen, und deswegen konnten wir nicht mehr gewinnen", bedauert Allison.

Dass das auch daran gelegen sein soll, dass der F1 W09 EQ Power+ ein "Reifenfresser" ist, streitet er ab: "Der Reifenverschleiß unseres Autos ist dieses Jahr sehr gut, insgesamt sicher besser als der Durchschnitt. Ob wir die weichen Reifen genauso gut wie Sebastian über so viele Runden gebracht hätten, könnten wir nur herausfinden, indem wir es ausprobieren. Aber ich glaube, es wäre möglich gewesen, denn unser Auto ist dieses Jahr sehr gut im Umgang mit den Reifen."

Unterm Strich bleibt stehen, dass Mercedes in den ersten zwei Saisonrennen das Punktepotenzial nicht maximiert hat. "Das tut weh", ärgert sich Sportchef Toto Wolff. "Die Rennen, die du nicht gewinnst, tun am meisten weh - und kosten dich Weltmeisterschaften."

"Lewis hat in der Fahrer-WM sieben Punkte eingebüßt, aber ich glaube nicht, dass in seinem Fall viel mehr als Platz drei drin gewesen wäre. Dafür war Sebastian zu weit weg. Aber in der Konstrukteurs-WM haben wir sieben Punkte liegen gelassen. Das kann am Ende einen Unterschied machen", so Wolff.

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