Mercedes: Haben uns die Probleme "selbst eingebrockt"

Andrew Shovlin analysiert, dass sich Mercedes in Österreich bereits am Samstag jede echte Chance verbaute, Red-Bull-Konkurrent Max Verstappen herauszufordern

Mercedes: Haben uns die Probleme "selbst eingebrockt"

Mit dem fünften Sieg in Folge verpasste Red Bull Mercedes beim Grand Prix von Österreich eine weitere Ohrfeige. Max Verstappen baute seine WM-Führung gegen Lewis Hamilton auf 32 Punkte aus, während der amtierende Weltmeister nach einem Schaden am Heck des Autos nicht über Platz vier hinauskam.

Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas stand als Zweiter auf dem Podest. Zufrieden sei das Team mit dem Ergebnis aber freilich nicht, weiß der leitende Renningenieur Andrew Shovlin: "Ich denke, wir wären mit einem zweiten und einem dritten Platz zufrieden gewesen, was realistischerweise das Beste war, was wir hätten erreichen können."

Um Verstappen die Stirn bieten zu können, habe man sich bereits am Samstag jede echte Chance verbaut, analysiert Shovlin weiter. "Mit dem schlechten Qualifying haben wir uns unsere Probleme ein wenig selbst eingebrockt. Das machte es sehr, sehr schwierig, Max auch nur ansatzweise herauszufordern", so der Brite.

Doch selbst unter besseren Vorzeichen wäre es gegen Verstappen schwer geworden: "Ich denke, in Wirklichkeit war seine Pace zu stark. Unser Auto hat nicht gut funktioniert und dann hatten wir noch einen Schaden bei Lewis, der auch einige Aero-Bauteile betraf. Das kostete ihn eine Menge Leistung und warf ihn letztendlich vom zweiten auf den vierten Platz zurück", sagt der Mercedes-Ingenieur.

Im Qualifying unterlag das Team sowohl beiden Red-Bull-Fahrern als auch McLaren-Pilot Lando Norris, der auch im ersten Stint des Rennens die meiste Zeit vor Hamilton und Bottas fuhr. Als Hamilton Norris in Runde 20 überholte, um Platz zwei zu übernehmen, betrug der Rückstand auf Verstappen bereits über neun Sekunden.

Die Probleme folgten auf einen beeindruckenden Freitag für Mercedes, als man das zweite Freie Training mit einer Doppelführung beendete. Doch Shovlin erklärt, dass die weichste Reifenmischung in Österreich (C5) am Samstag bei wärmeren Bedingungen für Mercedes nicht so gut funktionierte wie noch am Freitag.

"Wir waren hier im Allgemeinen nicht besonders stark", hält der Brite fest. "Das sieht man nicht so sehr an dem Abstand zu Red Bull, sondern wie sehr wir wirklich unter Druck von McLaren standen. Wir haben in den beiden Rennen hier keine wirklichen Fortschritte gemacht. Das ist also eine Sache, die man längerfristig betrachten muss."

"Außerdem hat uns die sehr weiche Mischung des C5 bei den heißen Bedingungen am Samstag nicht so viel gebracht wie am Freitag. Das ist eine weitere Frage. Man kann nicht wirklich sagen, dass wir etwas falsch gemacht hätten, aber wenn man sich anschaut, wie die Performance-Reihenfolge war, müssen wir zugeben, dass es etwas gab, das wir nicht richtig gemacht haben", resümiert Shovlin.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Carlos Sainz: Nach zehn Runden begann unsere Strategie aufzugehen

Vorheriger Artikel

Carlos Sainz: Nach zehn Runden begann unsere Strategie aufzugehen

Nächster Artikel

Montoya: Sehe nicht, wie Mercedes Verstappen noch gefährden kann

Montoya: Sehe nicht, wie Mercedes Verstappen noch gefährden kann
Kommentare laden