Mercedes: Hamilton wusste nicht, wie groß sein Flügelschaden war

Mercedes-Technikchef Andrew Shovlin beziffert das Handicap, das Lewis Hamilton wegen des lädierten Frontflügels hatte, und ordnet dessen schnellste Runde ein

Mercedes: Hamilton wusste nicht, wie groß sein Flügelschaden war

Mercedes geht davon aus, dass Lewis Hamilton es nicht riskiert hätte, beim Grand Prix von Saudi-Arabien die schnellste Rennrunde zu fahren, wenn er gewusst hätte, wie beschädigt sein Frontflügel war. Dieser wurde bei der Formel-1-Premiere in Dschidda am Sonntag gleich doppelt in Mitleidenschaft gezogen.

Erst kollidierte er beim zweiten Restart mit Alpine-Pilot Esteban Ocon, dann raste er ins Heck von Red-Bull-Konkurrent Max Verstappen. Die Folge war ein Verlust an Leistung, der sich am Kommandostand von Mercedes deutlich bemerkbar machte.

Die Daten zeigten, dass der durch die Zusammenstöße verlorene Abtrieb Hamilton mehrere Zehntelsekunden kostete, wobei die Vorfälle jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf die Leistung des Flügels hatten, wie Andrew Shovlin erklärt.

"Am Anfang haben wir wahrscheinlich nur ein oder zwei Zehntel verloren, nachdem er eingeklemmt wurde und es den Kontakt mit Esteban gab", sagt der technische Direktor von Mercedes. "Wir hatten Glück, dass er nur auf die Strecke aufschlug. Es kamen ein paar Teile abhanden, aber es gab keinen weiteren Schaden."

Bei der Kollision mit Verstappen sei dann aber die komplette rechte Seite des Flügels beschädigt worden, "sodass wir fast vier Zehntel an Leistung verloren haben", so Shovlin.

Trotz dieses Schadens und des Risikos, weitere Teile des Flügels zu verlieren, setzte Hamilton seine Fahrt fort und sicherte sich sowohl den Sieg als auch die schnellste Runde. Mit Blick auf diesen Zusatzpunkt glaubt Shovlin, dass sich Hamilton wahrscheinlich nicht bewusst war, wie stark sein Frontflügel beschädigt war.

"Er ist sehr entschlossen", weiß der Technikchef und räumt ein: "Zu diesem Zeitpunkt waren wir sehr zwiegespalten. Wir sahen, wie andere Leute mit den Reifen zu kämpfen hatten, und wir waren uns darüber im Klaren, dass es keine Garantie gab, dass der Flügel nach diesem Rennverlauf definitiv am Auto bleiben würde."

"Es ist eine schwierige Entscheidung: Willst du den einen Punkt holen - und Lewis wusste genau, dass er damit gleichziehen würde - oder gehst du auf Nummer sicher? Letztendlich war Lewis derjenige, der die Entscheidung getroffen hat", verrät Shovlin.

Der Brite vermutet: "Diese Entscheidung wurde wahrscheinlich durch die Tatsache begünstigt, dass er den Frontflügel nicht sehen kann. Säße er wie wir vor dem Fernseher, hätte er es sich vielleicht anders überlegt." Mit dem Bonuspunkt kommt Hamilton wie Verstappen nun auf 369,5 Zähler, hat aber einen Sieg weniger.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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