Mercedes: "Können nicht sagen, dass wir alles über den W13 wissen"

Mercedes-Chefstratege James Vowles räumt ein, dass man noch immer nicht alle Tücken des W13 verstanden hat, die das diesjährige Auto so schwierig machen

Mercedes: "Können nicht sagen, dass wir alles über den W13 wissen"
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Mercedes hat eine schwierige Saison 2022 hinter sich, in der sich das Team schwertat, mit den neuen Regeln so gut zurechtzukommen wie die Rivalen Red Bull und Ferrari. Der W13 kämpfte zu Beginn mit starkem "Porpoising". Trotz einiger Fortschritte beendete man die Saison mit einem Performance-Defizit.

Zwar hat der Hersteller aus dem Jahr wertvolle Lehren gezogen hat, um zu verstehen, wie man am besten mit den neuen Bodeneffekt-Regeln umgeht. So weit, um alles zu verstehen, was in diesem Jahr schiefgelaufen ist, ist Mercedes aber noch nicht.

Das bestätigt auch Chefstratege James Vowles: "Ich glaube nicht, dass man jetzt oder über den Winter hinweg wirklich sagen kann, dass wir alles über den W13 wissen."

"Es gab einige Höhen und Tiefen. Und es gibt Dinge, von denen wir glauben, dass wir sie verstehen, und einige, die wir noch nicht ganz erklären können", sagt der Brite im neuesten Video des Teams zum Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi.

"Aber wenn man sich die Richtung anschaut, in die wir uns bewegen, die Abstände nach vorne, vor allem bei der Rennpace, dann haben wir große Fortschritte gemacht", hält Vowles fest und betont: "Das schafft man nur, wenn man versteht, wo die Probleme liegen, daran arbeitet und als Team zusammenarbeitet."

Konzeptwechsel für 2023 angedacht

Mercedes wird das Konzept seines Autos für die nächste Saison wohl ändern. Es wird vermutet, dass der W13 sehr darunter gelitten hat, dass er seine Spitzenleistung nur dann erbringen konnte, wenn er sehr tief am Boden lag - was ihn dann einem stärkeren "Porpoising"-Effekt und Bouncing ausgesetzt hat.

Die veränderte Herangehensweise könnte sich auszahlen. Doch Mercedes ist sich bewusst, dass in Abu Dhabi ein großer Leistungsunterschied zwischen sich und Red Bull bestand.

"Die Zuversicht, die wir haben, ist, dass wir mit unseren Instrumenten hier in der Organisation eine Leistung erzielen, die besser ist als die unserer Konkurrenten", sagt Vowles. "Und das erlaubt uns, in Relation zu ihnen weiter voranzukommen."

"Es gibt aber immer noch eine Lücke. Das hat Abu Dhabi gezeigt. Das muss über den Winter aufgeholt werden, und ich denke, wir haben ein gutes System, um das zu tun. Die Entwicklung während der Saison wird sich über den Winter fortsetzen, sodass wir nächstes Jahr in einer sehr starken Position sein werden."

Vowles glaubt auch, dass das Mercedes-Team dieser Jahr als Organisation gestärkt beendet, weil es sich zusammenraufen musste, um seine Fehler zu beheben.

"Wir sind ein Team, das es gewohnt ist, erfolgreich zu sein, zu gewinnen, an der Spitze zu stehen, und diesmal waren wir es nicht", sagt er. "Das hat die Organisation wirklich zum Positiven verändert. Wir sind dadurch viel besser geworden."

Team stärker zusammengeschweißt

"Es war eine Herausforderung, das steht außer Frage. Wir waren nicht in einer Position, die wir gewohnt waren, und man muss sicherstellen, dass man sich anpasst, um voranzukommen - und das haben wir getan. Ich denke, wir haben im Vergleich zum Anfang der Saison bewiesen, wie sehr wir uns weiterentwickelt haben."

Der Mercedes-Chefstratege weiß: "Unter diesen Umständen, in diesen schwierigen Zeiten, ist es sehr leicht, sich zu trennen, aber das haben wir nicht getan." Alle, auch die Fahrer, hätten an einem Strang gezogen. "Und ich bin zuversichtlich, dass wir das beste Fahreraufgebot in der Startaufstellung haben."

"Es sind zwei unglaubliche Fahrer, die sich gegenseitig pushen, aber auch als Team arbeiten, um das Auto zu verbessern", lobt er Lewis Hamilton und George Russell.

"Wir haben sowohl in Brixworth als auch in Brackley und an der Rennstrecke ein Team, das nur ein Ziel vor Augen hat, und das ist nicht unbedingt, noch mehr zu gewinnen. Es geht darum, sicherzustellen, dass wir das Paket, das wir haben, verstehen, sodass wir im nächsten Jahr auf die Erfolgsspur zurückkehren können."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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