Mercedes: So hätten wir in Mexiko gewinnen können

Hätte Lewis Hamilton in Mexiko gewinnen können? Dem Speed nach eher nicht - aber Chefstratege James Vowles glaubt, dass es möglich gewesen wäre ...

Mercedes: So hätten wir in Mexiko gewinnen können

Mercedes-Strategiechef James Vowles glaubt, dass Lewis Hamilton eine realistische Chance gehabt hätte, den Grand Prix von Mexiko zu gewinnen, wenn das Team nicht den Start verpatzt hätte. Valtteri Bottas und Hamilton hatten sich am Samstag die erste Startreihe gesichert, verloren die Führung im Rennen aber schon bis zur ersten Kurve an Max Verstappen.

"Man muss mir nicht sagen, dass Red Bull im Rennen unglaublich schnell war. Schneller als wir. Sie hatten das bessere Auto", erklärt Vowles. "Verstappen konnte von Lewis wegziehen, wenn er das musste, und Perez klebte Lewis fast das ganze Rennen hindurch im Getriebe. Aber hätten wir unsere Startplätze gehalten, hätten wir als Team ein paar mehr Möglichkeiten gehabt."

"Zum Beispiel kannst du einen Abstand zwischen den zwei Autos aufmachen, was du bis zu einem gewissen Grad sowieso tun musst, wegen der Kühlung. Das erhöht die Chancen, dass dein führendes Auto nicht durch einen Undercut ausgetrickst werden kann. So gesehen glaube ich, dass wir eine gute Möglichkeit gehabt hätten, uns gegen die Red Bulls zu verteidigen, wenn wir Erster und Zweiter geblieben wären."

Dass das nicht dem wahren Kräfteverhältnis entsprochen hätte, Sieg hin oder her, ist Vowles klar. Er sagt: "Wenn wir Erster gewesen wären, aber mit den beiden Red Bulls auf P2 und P3, dann wäre es enorm schwierig gewesen, die Führung zu behaupten. Sie hätten ein Auto früher reinholen können und eins später." Ein solcher "Zangen-Undercut" wäre selbst für Hamilton kaum zu verteidigen gewesen.

Platz zwei für Hamilton, so der Mercedes-Ingenieur, entspreche der tatsächlichen Leistungsfähigkeit: "Nach dem, was am Start passiert ist, bin ich froh, dass wir Zweiter geworden sind. Wir waren das ganze Rennen in der Defensive. Allerdings wäre für Valtteri natürlich mehr drin gewesen. Wäre er nicht getroffen worden, hätte er schlechtestenfalls Vierter und wahrscheinlich Dritter werden können."

Dass Mercedes die Option nicht hatte, Hamiltons Führung mit Bottas nach hinten abzuschirmen, lag am verkorksten Start. Bottas wurde für seine Linienwahl nach dem Rennen sogar von Teamchef Toto Wolff und später dann auch in der Formel-1-Analyse bei Sky kritisiert. ANZEIGE: Du hast keine Lust auf einen Receiver, willst aber alle Formel-1-Rennen live sehen? Das geht! Mit dem Sky-Supersport-Jahresticket für nur 19,99 Euro monatlich streamst Du die Königsklasse wann und wo Du willst. Jetzt informieren!

Bottas' Aufgabe war klar: Hamilton einen Windschatten spendieren und sicherstellen, dass Verstappen nicht vorbeikommt. "Aber Valtteris Start war etwas schlechter als der von Verstappen und Lewis", analysiert Vowles. "Nicht um viel, sondern nur um etwa vier Meter. Aber das hat gereicht, dass er Lewis nicht ziehen konnte."

"Dafür war Verstappens Start so gut, dass er rasch neben Valtteri war. Letztendlich waren die Drei nebeneinander, und das schon ziemlich früh. Von da an war es nur noch eine Frage des Bremsens. Aber weder Valtteri noch Lewis waren dafür auf der idealen Linie. Verstappen hingegen schon."

Trotzdem hätte der Unterschied beim Bremsen nicht so eklatant zu Verstappens Vorteil sein dürfen, gibt Vowles zu. Aber Verstappen habe "geschätzt und das Beste gehofft, und das ist für ihn gut ausgegangen". Mercedes hingegen hat dadurch die Chance auf den Sieg verloren - und wegen der anschließenden Kollision Bottas-Ricciardo de facto auch das zweite Auto ...

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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