Mercedes-Stimmung: Coulthard warnt vor "Gehabe" bei Russell und Antonelli
George Russell gratuliert Antonelli zum ersten Sieg - Doch Ex-Pilot David Coulthard warnt vor einer falschen Fassade und erwartet einen heißen Mercedes-Kampf
Andrea Kimi Antonelli und George Russell: Bröckelt die Fassade der Freundschaft?
Foto: LAT Images
Das teaminterne Duell bei Mercedes nimmt Fahrt auf: David Coulthard hat die Dynamik analysiert, die sich bei den Silberpfeilen nach dem Debütsieg von Andrea Kimi Antonelli beim Großen Preis von China zusammenbraut. Nach nur zwei Rennwochenenden der Saison 2026 ist die Bilanz ausgeglichen: George Russell triumphierte beim Saisonauftakt in Australien sowie im Sprint von China, während Antonelli sich den Sieg im Hauptrennen von Shanghai sicherte.
Obwohl Russell seinem jungen Teamkollegen offiziell gratulierte, ist Coulthard überzeugt, dass es hinter den Kulissen brodelt. "Hinter dieser Fassade", so der Schotte, werde Russell "versuchen, für Suzuka jeden erdenklichen Vorteil gegenüber ihm herauszuholen".
Coulthard: "Er ist nicht dein Kumpel"
Auf die Frage im Podcast Up To Speed, wie lange Teamkollegen eigentlich Freunde bleiben können, fand Coulthard deutliche Worte: "Nun, schauen Sie, die Sache ist erledigt. Es ist jetzt vorbei, denn George weiß, dass er eine echte Bedrohung für diese Weltmeisterschaft im Haus hat."
Der Zweitplatzierte von 2001 zieht Parallelen zur Konkurrenz: "Wir haben es vergangenes Jahr bei Lando [Norris] und Oscar [Piastri] gesehen. McLaren erreichte den Punkt, an dem sie ihnen ein Auto hinstellten, mit dem sie um den WM-Titel kämpfen konnten. Erstaunlicherweise hätten sie diesen fast noch mit ein paar Punkten Rückstand an Max [Verstappen] verloren."
Laut Coulthard müsse Mercedes die Gunst der Stunde nutzen, da Dominanzphasen in der neuen Ära der Formel 1 flüchtig sein können: "Dies könnte das einzige Mal sein, dass Mercedes ihnen einen derartigen Vorteil verschafft. Machen Sie sich also keine Illusionen: George versucht hinter diesem 'Gut gemacht, Kimi'-Gehabe alles, um für Suzuka und die kommenden Rennen die Oberhand zu gewinnen."
Erfolg des einen ist das Scheitern des anderen
Für die Romantik des "Teamplays" hat der 13-malige Grand-Prix-Sieger wenig übrig: "Und Kimis Seite sollte genau das Gleiche tun. Die Bezeichnung 'Teamkollege' ist ein Trugschluss. Er ist nicht dein Kumpel. Wenn man sich abseits der Strecke gut versteht, ist das toll. Aber sein Erfolg ist dein Scheitern - und umgekehrt."
Die nächste Bühne für den Mercedes-Schlagabtausch bereitet der Große Preis von Japan, der vom 27. bis 29. März in Suzuka ausgetragen wird. Danach folgt eine ungewöhnlich lange Pause von fünf Wochen, bedingt durch die Absagen der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien, bevor der Tross vom 1. bis 3. Mai in Miami gastiert.
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