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Mercedes vor Imola: "Haben noch nicht die Pace, aber ..."

Wie Mercedes den Rückstand auf Ferrari und Red Bull in der Formel 1 2022 aufholen will und welche technischen Hürden am W13-Silberpfeil dafür zu nehmen sind

"Ich könnte mir vorstellen, dass [...] ein oder zwei Teams sich vertan haben. Sie werden ein schrecklich schmerzhaftes Jahr haben." So hatte sich Mercedes-Technikchef James Allison vor der Präsentation der Formel-1-Autos 2022 geäußert, nicht ahnend, dass sein Rennstall wenige Wochen später selbst in großen Schwierigkeiten stecken würde. Denn Mercedes fährt zu Saisonbeginn der Spitze nur hinterher.

"So realistisch muss man sein: In Melbourne fehlte uns im Qualifying eine Sekunde auf Ferrari. Im Rennen fuhr [Charles] Leclerc in einer eigenen Liga", meint Mercedes-Stratege James Vowles.

Die WM-Gesamtwertung sieht da schon freundlicher aus für Mercedes: George Russell belegt nach drei Grands Prix den zweiten Platz in der Fahrertabelle, bei den Konstrukteuren sind die Silberpfeile ebenfalls zweite Kraft nach Punkten. Denn Mercedes ist bislang immer mit beiden Fahrzeugen in die Top 10 gefahren, anders als die Wettbewerber.

Warum Hamilton "optimistisch" bleibt

Wohl auch deshalb sagt Lewis Hamilton: "Ich bleibe lieber optimistisch. Es kommen noch 20 Rennen, das Jahr ist noch lang. Realistischerweise entwickeln alle gleich gut. Aber ob das mit den neuen Autos der Fall sein wird? Wer weiß! Ich hoffe nur, wir sind schon bald vorne dabei."

Einfach werde das aufholen aber nicht, so der siebenmalige Formel-1-Weltmeister. Man befinde sich schließlich in einem Entwicklungsrennen mit Ferrari und Red Bull. "Wenn wir also eine kleine Verbesserung erzielen, macht die Konkurrenz sicher einen ähnlichen Schritt", sagt Hamilton. "Und der Abstand ist ziemlich groß im Augenblick."

Deshalb laufen Mercedes-Teamchef Toto Wolff und seine Leute "nicht freudestrahlend durch das Fahrerlager", wie es Wolff bei 'Sky' selbst formuliert. Er spricht von "vielen Problemen", die Mercedes lösen müsse. "Zumindest wissen wir, wo es hakt. Das ist: überall."

Porpoising bleibt ein großes Mercedes-Thema

Das sogenannte Bouncing, oder auch Porpoising genannt, sei "vielleicht das schlimmste Problem" des Mercedes W13. Das Fahrzeug hüpft auf den Geraden auf der Vorderachse, wodurch sich die aerodynamische Effizienz verringert. Spricht: Der Silberpfeil verliert viel Zeit bei der Geradeausfahrt.

Und eine Lösung ist bisher nicht in Sicht. Hamilton: "Du kannst [das Bouncing] eigentlich nicht stoppen. Du könntest höchstens vom Gas gehen und langsamer machen."

Das Grundproblem aber bleibe bestehen: Die Balance des Autos sei schlecht. "Wenn du bei 320 Sachen einlenkst und das Auto mal Grip hat und mal nicht, dann kann man sich vorstellen, wie instabil es ist", erklärt Hamilton. "Das ist unser Problem."

Allerdings habe sich dieses Problem beim dritten Saisonrennen in Melbourne schon weniger stark bemerkbar gemacht als zuvor in Sachir oder Dschidda. "Im Rennen", meint Hamilton, "war das Bouncing kein so großes Thema. Wir waren aber trotzdem nicht sehr schnell."

Teilfortschritt für Mercedes in Melbourne

Teamchef Wolff erkennt da zumindest einen Teilfortschritt. Man habe Melbourne "in einer besseren Verfassung" verlassen als bei der Ankunft in Australien. Man habe "mehr Lektionen gelernt" und haufenweise neue Daten erhalten. "Natürlich haben wir noch nicht die Pace, um Ferrari und Red Bull herauszufordern, aber wir wissen, wo wir nach mehr Performance suchen müssen."

Hamilton agiert hier federführend. Nach Melbourne habe er "viele Konferenzen mit allen Sponsoren und Chefs" absolviert, "um sie auf die Verbesserungen einzustimmen, die wir machen müssen", so Hamilton. "Da braucht es jede Unterstützung, die wir kriegen können. Denn wir müssen jeden Stein umdrehen und alles maximieren, jeden einzelnen Bereich sichten."

Der Ex-Champion sieht es wie Teamchef Wolff: "Überall kann man noch mehr Leistung rausholen, und das braucht es jetzt, nicht in zwei oder drei Rennen. Wir müssen also die Energie hochhalten." Deshalb habe er zur Vorbereitung auf Imola auch einige Einheiten im Mercedes-Simulator bestritten.

Wolff beschwört den Teamgeist der Silberpfeile

Wolff gefällt dieser Teamgeist sehr. Er lobt die "Mentalität und Stärke" seiner Mannschaft vor dem vierten Rennen der Formel-1-Saison 2022 und meint: "Alle Teammitglieder setzen alles daran, den Performance-Rückstand mit absoluter Entschlossenheit und einem riesigen Hunger aufzuholen."

Deshalb sei er grundsätzlich "optimistisch", aber auch "realistisch, was den Zeitplan für Verbesserungen und den [Abstand] angeht", so Wolff. "Es wird Zeit brauchen, um die gewünschten Fortschritte zu erzielen, aber wir lernen so viel wie möglich aus jedem Rennen und finden Wege, die uns weiterbringen."

Genau so sieht es auch Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin, aber er beschreibt seine Sicht der Dinge mit anderen Worten als Wolff. Nämlich so: "In dieser Phase der Meisterschaft geht es für uns nur um zwei Dinge: Schadensbegrenzung und lernen. Wir wissen, wir haben noch viel zu tun, aber an unserem Auto mangelt es nicht an Ansatzpunkten, um schneller zu werden."

Warum die Leistung manchmal schwankt

Dass die Leistung von Rennstrecke zu Rennstrecke schwanke und Mercedes mal besser, mal schlechter aussehe, das sei dem Team klar, meint Chefstratege Vowles. Die Form auf der Fahrbahn liege also nicht notwendigerweise an etwaigen Fortschritten auf technischer Seite.

"Die Wahrheit", so meint er, "liegt irgendwo dazwischen. Je nach Kurs geht es hoch oder runter für die Teams. Denn die jeweilige Charakteristik einer Strecke liegt einem Auto oder eben nicht. Aber natürlich haben wir auch Fortschritte erzielt, bei jedem einzelnen Rennen. Wir wollen ja vorankommen und das Auto verstehen. Entscheidend ist: Wir müssen auf die Spitze aufholen."

Ralf Schumacher: Läuft doch bei Mercedes!

Formel-1-Experte Ralf Schumacher aber zählt Mercedes bei 'Sky' schon jetzt zu den "Gewinnern". Begründung: "Die punkten und punkten." Und zwar als einziges Team in jedem bisherigen Rennen mit beiden Fahrzeugen.

So schlecht sei die Ausgangslage des Weltmeisterteams vor Imola also nicht. Russell und Hamilton seien fahrerisch "auf einem wahnsinnig hohen Niveau" unterwegs, sagt Schumacher. "Für Mercedes ist [deshalb] ganz klar: Wenn das Paket da ist, haben sie zwei Topfahrer."

Oder wie es Teamchef Wolff formuliert: "Wir haben [bisher] die Chancen genutzt, die sich uns geboten haben, und eine gute Punkteausbeute eingefahren. Genau das müssen wir auch weiterhin tun."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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