Mercedes: War ein "verrücktes" Set-up schuld am Formabfall?

Mercedes hat im ersten Spielberg-Rennen ein außergewöhnliches Set-up probiert: Ob man für das zweite Rennen dabei bleiben wird, ist noch nicht sicher

Mercedes: War ein "verrücktes" Set-up schuld am Formabfall?

War ein "verrücktes Set-up" am vergangenen Woche schuld daran, dass Mercedes auf der Strecke nicht mit Max Verstappen mithalten konnte? Der Niederländer zeigte Red Bulls dominanteste Leistung der gesamten Saison und fuhr ungefährdet als Sieger über den Zielstrich. Mercedes hatte keine Chance, konnte sich aber zumindest mit den Plätzen zwei und drei trösten.

Doch war die plötzliche Schwäche von Mercedes nur auf ein "interessantes Experiment" - O-Ton Toto Wolff - beim Set-up zurückzuführen? "Wir haben eine ziemlich verrückte Richtung mit dem Set-up erkundet, einen radikalen Ansatz, der meiner Meinung nach auf einer Runde vielleicht etwas besser war", sagt der Leitende Renningenieur Andrew Shovlin.

Das habe aber möglicherweise Performance im Rennen gekostet und dem Reifenabbau geschadet. Die konkrete Analyse davon soll in den Tagen bis zum nächsten Rennen in Spielberg erfolgen. Was genau Mercedes gemacht hat, bleibt allerdings ihr Geheimnis. "Im Wesentlichen war das Fenster, in dem wir arbeiten, viel, viel breiter", sagt Shovlin.

"Wir sind viel weiter gegangen als je zuvor und haben die Auswirkungen dieser Entwicklung erst jetzt richtig verstanden. Lewis hat, bevor er hierher kam, eine Menge Arbeit im Driver-in-Loop-Simulator geleistet, und es sah nach einer interessanten Richtung aus", so der Ingenieur, der betont, dass Mercedes in diesem Jahr etwas "mutig und originell" sein müsse, was das Set-up angeht.

Lewis Hamilton, Mercedes, with Andrew Shovlin, Trackside Engineering Director, Mercedes AMG

Lewis Hamilton, Mercedes, with Andrew Shovlin, Trackside Engineering Director, Mercedes AMG

Foto: Steve Etherington / Motorsport Images

Die Frage ist, ob man am kommenden Wochenende auf der gleichen Strecke weiterhin auf das Experiment setzt oder eher in Kauf nimmt, dass das Qualifying nicht so gut läuft, um stattdessen im Rennen eine bessere Waffe zu besitzen.

Dazu muss Mercedes analysieren, ob die neue Richtung das Leben der Hinterreifen etwas schwieriger gemacht hat.

Denn: Im zweiten Rennen bringt Reifenhersteller Pirelli weichere Mischungen mit an die Strecke und stattet die Teams mit C3 bis C5 und somit den weichsten Reifen aus. "Wir werden einfach versuchen, die Hinterräder etwas kühler laufen zu lassen und die Gummis besser zu pflegen, und vielleicht kommt uns beides entgegen", sagt Shovlin.

"Wir werden uns also auf diese Bereiche konzentrieren und dann sehen wir, ob wir in ein paar Tagen etwas stärker zurückkommen."

Zumindest bietet das Rennen in ein paar Tagen einen guten Vergleich und die Chance auf Wiedergutmachung. "Wir freuen uns darauf, zu analysieren und in einer Woche zu sehen, ob wir einen besseren Job machen können", sagt auch Wolff gegenüber 'Sky'. "Es ist gut, selbst wenn wir nächste Woche wieder einen auf die Mütze bekommen, nehmen wir es hin."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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