Mercedes will 2019 "Schumis" Ferrari-Ära übertrumpfen: "Motiviert uns sehr"

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Mercedes will 2019
Autor: Sven Haidinger
08.01.2019, 09:20

Motorsportchef Toto Wolff erklärt, wie sich das Mercedes-Team 2019 nach fünf Jahren Dominanz motiviert und man trotz der Seriensiege Fans gewinnen will

Wie kann sich das Mercedes-Team nach fünf WM-Titeln in Serie bei den Fahrern und bei den Konstrukteuren noch motivieren? Die Antwort: Indem man alles versucht, den Rekord von Ferrari zu brechen. "Es motiviert uns sehr, dass wir Ferraris Rekord, fünf Mal in Folge beide Titel gewonnen zu haben, egalisiert haben, aber da wäre noch ein sechster Titel offen", spielt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff darauf an, dass Ferrari abgesehen von den Triumphen von 2000 bis 2004 im Jahr 1999 den Konstrukteurs-Titel gewonnen hat.

Sollte es den Silberpfeilen also gelingen, diese Saison sowohl Fahrer- als auch Konstrukteurs-Weltmeister zu werden, hätte man die Erfolgsära von Michael Schumacher und Jean Todt - zumindest was die Ergebnisse angeht - endgültig in den Schatten gestellt. Um das zu erreichen, führt Wolff laut eigenen Angaben bis Ende Januar mit allen Teammitgliedern Einzelgespräche, um eine gemeinsame Zielsetzung festzulegen.

"Diese Diskussion findet in unserem Team auf sehr ehrliche und persönliche Weise statt", offenbart der Österreicher gegenüber 'Reuters'. "Da geht es um gegenseitiges Vertrauen, und darum, über die schlechten und guten Seiten unserer Arbeit zu sprechen."

Lewis Hamilton ist es seit der Einführung der Hybrid-Antriebseinheiten im Jahr 2014 gelungen, 51 von 100 Rennen zu gewinnen, die Silberpfeile siegten sogar 66 Mal. Wolff ist bewusst, dass man sich damit nicht nur Freunde macht. "Es liegt in der Natur der Sache, dass die Fans zum Underdog halten und Seriensieger ein bisschen an Zuspruch verlieren", sagt er.

Entscheidend sei allerdings, ob man im Zuge einer Siegesserie überheblich werde oder nicht. "Wir versuchen, in der Formel 1 bescheiden und demütig aufzutreten. Wir werden nie das Gefühl haben, dass uns Siege automatisch zu stehen. Wenn man sich diese Werte bewahrt, dann werden einem die Fans bis zu einem gewissen Grad auch die Daumen drücken, auch wenn man mehrmals in Folge gewinnt", meint Wolff.

Auch Hamiltons Jagd auf Schumachers Rekorde spiele diesbezüglich eine Rolle. Dem 34-jährigen Briten fehlen nur noch 18 Siege und zwei WM-Titel auf die Rekordmarken des erfolgreichsten Formel-1-Piloten der Geschichte. "Es gibt zwei Gruppen von Fans", glaubt der Mercedes-Motorsportchef. "Die einen halten zu unseren Rivalen und hoffen, dass es Mercedes nicht schafft. Und dann gibt es eine große Gruppe, die das ziemlich spannend findet. Wird Mercedes den Rekord von Ferrari brechen? Wird Lewis Schumachers Rekord egalisieren? Das ist ein interessanter Aspekt."

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