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Mercedes zittert vor dem Start: Kommt Ricciardo aus dem Windschatten?

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Mercedes zittert vor dem Start: Kommt Ricciardo aus dem Windschatten?
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble

Sechs km/h weniger Topspeed machen Mercedes in Spa verwundbar, wenn auch mutmaßlich nur in den ersten 30 Sekunden des Rennens ...

Man muss nach der erneuten Doppel-Pole schon ein bisschen danach suchen, zugegeben - aber es gibt durchaus Punkte, die Mercedes für den Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps (Formel 1 2020 live im Ticker!) nachdenklich stimmen könnten. Und diese haben trotz der berühmten Mercedes-Power ausgerechnet mit dem Topspeed des F1 W11 EQ Performance zu tun.

Denn dass die Pole-Position in Spa nicht unbedingt ein Vorteil sein muss, hat Hamilton 2018 erlebt, als er dort zum bisher letzten Mal ganz vorne stand. Damals fuhr er noch als komfortabel Führender durch Eau Rouge, hatte anschließend aber keine Chance gegen Sebastian Vettel, der ihn aus dem Windschatten und mit damals noch überragender Ferrari-Power vor Les Combes mühelos überholte.

Hamilton wäre beinahe sogar hinter die beiden Racing Points zurückgefallen. Ein Szenario, das es zwei Jahre später abzuwenden gilt: "Die Anfahrt zu Kurve 5 könnte einer der besorgniserregenderen Momente unseres Rennens werden", befürchtet Chef-Renningenieur Andrew Shovlin. "Weil wir von den Top 4 das langsamste Auto sind. Das hinzubekommen, wird eine Herausforderung."

"Verstappen, der schneller ist als wir, steht hinter uns. Er hat ein paar Zehntel Windschatten auf seiner Seite. Bis Kurve 5 sind das ein paar Wagenlängen. Und dahinter steht Ricciardo, der noch einmal schneller ist als wir, um acht km/h. Das wird ein aufregender Abschnitt des Rennens. Aber wenn wir das überleben, ist die Ausgangsposition mit zwei Autos in Führung sehr komfortabel."

 

Wo Hamilton schnell ist und wo weniger ...

Hamilton hat seine Pole-Zeit im kurvenreichen Mittelsektor geholt. Dort war er um 0,576 Sekunden schneller als Max Verstappen und um 1,128 Sekunden schneller als Daniel Ricciardo, neben Teamkollege Valtteri Bottas wohl die Hauptgegner für den Sprint hinauf zu Les Combes in der ersten Runde des Grand Prix von Belgien.

In den Powerpassagen sieht das Bild anders aus: Im ersten Sektor (La Source, Eau Rouge) ist Hamilton zwar um 0,082 Sekunden schneller als Verstappen, aber um 0,085 Sekunden langsamer als Ricciardo. Und im dritten Sektor (Blanchimont, Bus-Stop) verliert er sogar leicht: 0,079 Sekunden auf Verstappen, 0,207 auf Ricciardo.

Eine erste Runde am seidenen Faden? "Du bist natürlich auf der Pole-Position einigermaßen ungeschützt", weiß Teamchef Toto Wolff. "Das spielt in unseren Überlegungen eine Rolle. Das Qualifying-Ergebnis zeigt, dass wir auf eine Runde das schnellste Auto hatten. Hoffentlich können wir das im Rennen beibehalten."

"Max", sagt er, "ist auch auf relativ viel Downforce. Vielleicht ein bisschen weniger als wir. Aber wirklich interessant ist Ricciardo, der mit einem Low-Downforce-Set-up fährt und bei weitem das schnellste Auto auf den Geraden hat." Nicht ganz korrekt: Esteban Ocon führte in Q3 die Topspeed-Wertung an, mit 313,4 km/h. Ricciardo kam auf 312,6, Hamilton auf 307,7 km/h.

Ricciardo wittert seine Chance: "Max und die zwei Mercedes fahren meistens in ihrer eigenen Liga. Aber wir haben einen starken ersten und dritten Sektor. Wenn ich sie überholen kann, kann ich mich vielleicht auch verteidigen. Sie sind zwar im zweiten Sektor viel besser - aber dort kannst du nicht so leicht überholen. Ich werde auf jeden Fall versuchen, ihnen das Leben schwer zu machen."

 

Wolff: "Ricciardo wird nicht so gut ausschauen"

Auch wenn Wolff den Renault-Piloten nur für die erste Runde, nicht aber für das ganze Rennen fürchtet: "Ricciardo wird im Rennen gegen Verstappen nicht so gut ausschauen, glaube ich. Das Auto läuft auf der Geraden unheimlich gut, aber mit dem kleinen Flügel verlierst du natürlich im Mittelteil relativ viel Zeit und rutschst auch mehr über den Reifen."

Das bedeutet auf die Renndistanz gesehen einen höheren Reifenverschleiß. Und auch bei Regen ist ein auf Topspeed ausgerichtetes Set-up kontraproduktiv. Bei Renault ist man sich aber sicher, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben: "So klein ist unser Flügel gar nicht", relativiert Ocon. "Wir hätten noch kleinere dabeigehabt."

Mercedes' größte Sorge ist, dass gleich nach dem Start einige der wenigen Schwachstellen zusammenkommen. Zuerst die langsame Haarnadel La Source. "Wir sind immer noch nicht großartig durch diese ganz langsamen Ecken", weiß Wolff. "Lewis hat es ein bisschen besser erwischt, er ist mit dem Set-up besser zurechtgekommen. Aber das sind nicht unsere stärksten Kurven."

Dann die Beschleunigung runter zu Eau Rouge und die durchgehende Vollgaspassage zu Les Combes, wo Ricciardos Topspeed voll zur Entfaltung kommen könnte. Und dann auch noch der Windschatten, den das Mercedes-Duo fast zwangsläufig den Verfolgern spendieren wird, bis sie Verstappen und Ricciardo aus dem DRS-Fenster abgeschüttelt haben.

"Ich hoffe, dass wir uns richtig entschieden haben", kommentiert Hamilton sein High-Downforce-Set-up. "Wir haben zuerst einen kleineren Flügel probiert, aber damit haben wir im Mittelsektor viel Zeit verloren." Er weiß: "Im Rennen sind die Rahmenbedingungen anders, wenn du kein DRS hast und die anderen etwas schneller sind. Hoffentlich steht uns das dann nicht im Weg."

 

Windschatten: Chance auch für Bottas?

Was man nicht übersehen sollte: Die erste Runde im Windschatten könnte nicht nur für Verstappen und Ricciardo, sondern auch für Bottas eine Chance sein, Hamilton zu überholen. "Wenn ich meine Titelchancen am Leben halten will, muss ich attackieren", kündigt der Finne an. Und: "Die erste Runde ist eine tolle Chance."

"Natürlich kannst du dafür etwas planen, aber letztendlich ist jeder Start anders", sagt er. "Klar schauen wir uns Videos von den Starts der vergangenen Jahre an und versuchen, daraus unsere Lektionen zu ziehen, einfach um auf jede Situation vorbereitet zu sein. Aber letztendlich musst du dich auch auf deinen Instinkt verlassen."

Mercedes rechnet jedenfalls mit einem "ziemlich engen" Rennen und mit Verstappen als Hauptgegner. Shovlin erklärt: "Eines der Probleme am Freitag war, dass es rote Flaggen und virtuelle Safety-Cars gegeben hat. Du versuchst, anhand von ein paar Runden deine Lektionen zu ziehen, auf unterschiedlichen Reifen."

"Die spärlichen Daten, die wir haben, führen uns zu der Annahme, dass sie ungefähr gleich schnell sind wie wir. Du weißt nie, welche Benzinmenge sie fahren oder welchen Motorenmodus. Normalerweise sind sie im Rennen näher an uns dran als im Qualifying - und hier sind sie im Qualifying näher dran als auf anderen Strecken."

Mit Bildmaterial von LAT.

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