Mercedes: Zwischenfall mit Sainz nicht schuld an Hamiltons Ausfall

Mercedes-Chefstratege James Vowles erklärt, warum man Lewis Hamilton in Abu Dhabi nur einmal stoppte und wie sehr sein Auto tatsächlich beschädigt war

Mercedes: Zwischenfall mit Sainz nicht schuld an Hamiltons Ausfall
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Das jüngste Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi endete für Lewis Hamilton wenige Runde vor Schluss mit einem Hyrdaulik-Defekt. Auf Platz fünf liegend rollte der Mercedes-Pilot in der 55. von 58 Rennrunden aus und schlich an die Box.

Die Vermutung, der frühe Zwischenfall mit Carlos Sainz könnte die Ursache für den Defekt sein, liegt nahe. Doch Mercedes-Chefstratege James Vowles verneint dies.

"Kurze Antwort: Nein", entgegnet er in seiner neuesten Video-Rennanalyse auf die Frage, ob der Vorfall schuld an Hamiltons Ausfall war. Tatsächlich sei der dadurch verursachte Schaden "überraschend gering" gewesen, betont der Vowles.

"Der Bereich unter dem Auto hat einen massiven Schlag abbekommen, und das ist nicht gut", weiß der Mercedes-Mann. "Die Endplatte des Frontflügels hat ebenfalls einen Schlag abbekommen, aber im Großen und Ganzen war die Aerodynamik in Ordnung."

"Was am Ende des Rennens passiert ist, ist eigentlich ein Verlust von Hydraulikdruck und hat nichts mit dem Vorfall in der ersten Runde zu tun", bekräftigt Vowles.

Darum stoppte man Hamilton nur einmal

Ohne den Ausfall wäre Hamilton in der Schlussphase womöglich noch von Sainz geschnappt worden. Er holte auf frischeren Reifen mit großen Schritten auf. Denn im Gegensatz zu Hamilton war der Ferrari-Pilot auf einer Zweistoppstrategie unterwegs, während Hamilton nur einmal zum Reifenservice kam.

"Wir haben bei Lewis gesehen, dass sein Abbau im zweiten Stint des Rennens, als wir auf den härteren Reifen wechselten, tatsächlich sehr gut war", erklärt Vowles. "Im ersten Stint war das offensichtlich nicht der Fall. Was dort passierte, war Graining, was zu einem erheblichen Leistungsverlust führt."

"Das hat ihn enorm viel Zeit gekostet, und man hat gesehen, dass er zurückfiel. Anfangs sah es so aus, als könnten wir Ferrari den Kampf ansagen, aber dann fiel er sehr schnell zurück. Das hat auch dazu geführt, dass wir den Stopp für den zweiten Stint vorzogen."

In diesem zweiten Stint sei der Reifenabbau bei Hamilton vergleichsweise gering gewesen, weshalb man sich entschied, ihn draußen zu lassen. "Es gab ein paar Autos mit höherem Abbau, und in Lewis' Fall bedeutete die Einstoppstrategie, dass er gegenüber Sainz und George Positionen gewinnen konnte."

"Mit zwei Stopps wäre Lewis vor George, aber hinter Sainz gewesen, ähnliche Reifen, ähnliches Alter, ähnliche Pace des Autos und es hätte nichts passieren können."

Mercedes spekulierte auf ein Safety-Car

Im Gegensatz zu Hamilton war Russell auf einer Zweistoppstrategie unterwegs. Mit dem Split wollte Mercedes ein mögliches Safety-Car antizipieren. "Wäre ein Safety-Car herausgekommen, hätten wir davon profitiert, denn wir hätten gestoppt und den Positionsgewinn mitgenommen", erklärt der Chefstratege.

"Wenn man die Autos splittet, ergeben sich Möglichkeiten. Leider hat sich in diesem speziellen Fall nichts ergeben." Russell beendete das Rennen letztlich als Fünfter hinter Red Bull und Ferrari, die Platz zwei in der WM absicherten. Mercedes scheiterte um 39 Punkte.

"Unser Ziel in Abu Dhabi war es, alles zu tun, um wirklich Zweiter in der Konstrukteurswertung zu werden", sagt Vowles. "Um das zu erreichen, muss man vor Ferrari ins Ziel kommen. Das ist leichter gesagt als getan, wenn man im Qualifying hinter ihnen liegt und unser Auto im Rennen nicht die Pace hatte."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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