Mick Schumacher: "Diese großen Schritte machen wir jetzt nicht mehr"

Wie Formel-1-Neuling Mick Schumacher sein erstes halbes Jahr in der Rennserie beschreibt und was die zweite Saisonhälfte für den Deutschen bereithält

Mick Schumacher: "Diese großen Schritte machen wir jetzt nicht mehr"

"Ich glaube, dass wir natürlich generell recht zufrieden sein können, wie unser erstes halbes Jahr verlaufen ist", sagt Mick Schumacher vor dem elften Rennen der Formel-1-Saison 2021 in Ungarn (alle Sessions hier im kostenlosen Formel-1-Liveticker verfolgen!). Der Haas-Fahrer nutzt den letzten Grand Prix vor der Sommerpause für den Blick zurück und voraus: Was ihm gut gefallen habe und was er sich vom weiteren Saisonverlauf verspreche.

Aber: Mit dem Haas VF-21 seien ihm und Teamkollege Nikita Masepin natürliche Grenzen gesetzt. Schumacher: "Einige Teams haben weiterentwickelt, wir halt nicht. Deshalb ist unser Rückstand auf das nächstschnellste Team [seit Saisonbeginn] etwas größer geworden. Das hatten wir natürlich erwartet, aber es ist trotzdem schade, dass es so passiert ist."

Er habe trotzdem die Gelegenheit gehabt, mit Haas einige Akzente zu setzen, meint Schumacher. Es habe einzelne Rennen gegeben, "die gut waren". Schumacher nennt explizit Le Castellet und Portimao, aber auch Baku, wo er mit P13 seine bisherige Formel-1-Bestleistung erzielte.

"Das zeigt: Wenn es gut läuft, können wir mit dabei sein, selbst wenn die [anderen Teams] weiterentwickeln", sagt Schumacher. Für Haas müsse es daher auch im restlichen Jahr 2021 darum gehen, das eigene Potenzial auf den Punkt zu bringen, "damit wir [...] in einem vielleicht etwas verrückten Rennen in die Nähe der Punkte kommen oder in die Punkte. Das sind natürlich meine Ambitionen für dieses zweite halbe Jahr."

Was Schumacher noch besser machen will

Außerdem wolle er sich "in allen Punkten weiter verbessern", sagt Schumacher, der seinen Teamkollegen Masepin im Direktvergleich bisher klar im Griff hat. Er wolle vor allem mehr Erfahrung gewinnen sowie die Vorbereitung auf das Rennwochenende und die Zusammenarbeit mit der Haas-Crew optimieren.

Mick Schumacher

Mick Schumacher im Haas VF-21: Das Auto wird dieses Jahr nicht weiterentwickelt

Foto: Motorsport Images

O-Ton Schumacher: "All diese Punkte, die mir in diesem zweiten halben Jahr noch einmal etwas bringen können, die möchte ich verbessern. Die werden mir dann auch in der Zukunft, hoffentlich, in meiner [weiteren] Karriere helfen."

Jetzt geht es um "Feinheiten" für Schumacher

Allzu große Leistungssprünge dürfe man aber im weiteren Saisonverlauf nicht mehr erwarten, erklärt Schumacher. Die anfängliche, "grobkörnige" Herangehensweise beim Herantasten an die Formel 1 sei längst der kleinteiligen Routine gewichen

"Mittlerweile versuchen wir, die Feinheiten abzuschleifen. Das heißt, wirklich ins Detail reinzugehen und das Set-up zu ändern", sagt Schumacher. "Diese großen Schritte machen wir jetzt natürlich nicht mehr. Dennoch: Wenn man sich gut aufstellt und versucht, diese Details zu lösen, finden wir hoffentlich noch etwas Zeit." (ANZEIGE: Die Formel 1 live im TV siehst Du in Deutschland nur auf Sky. Für Kurzentschlossene geht das sogar ganz flott und ohne Receiver im Livestream über ein Sky Ticket!)

Budapest: Gute Erinnerungen für Schumacher

Abgesehen vom handwerklichen Aspekt seines Berufs aber erstaune ihn noch immer, wie anders die Perspektive eines Formel-1-Fahrers doch sei, schließlich sei man jetzt "der Hauptevent" an einem Rennwochenende. "Bislang war ich immer im Rahmenprogramm. Von daher ganz spannend für mich, das mal zu erleben", meint Schumacher.

Und Budapest, wo an diesem Wochenende der Ungarn-Grand-Prix gefahren wird, ist ein Ort, an dem er bereits als Formel-2-Fahrer im Unterbau zur Formel 1 geglänzt hat: 2019 erzielte Schumacher auf dem Hungaroring im Sonntagsrennen seinen ersten Formel-2-Sieg. 2020 legte er an gleicher Stelle mit zwei dritten Plätzen den Grundstein für den späteren Titelgewinn.

Ob ihn diese erfolgreiche Vergangenheit jetzt noch interessiert, wo er doch nun den Aufstieg in die Formel 1 geschafft habe? Der Premierensieg, sagt Schumacher, sei "irgendwo abgehakt, weil es ein neues Kapitel ist für mich, jetzt mit der Formel 1 hierherzukommen".

"Dennoch hat man das Gefühl, es ist eine Strecke, die mir vielleicht etwas besser liegt als andere. Von daher freue ich mich darauf, und mal schauen, was wir machen können."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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