Mick Schumacher: "Ich musste über alles nachdenken, was passiert war"

Mick Schumacher erklärt, wie er es nach einem schwierigen Saisonstart schaffte, wieder in die Spur zu finden - Die Zukunft des aktuellen Haas-Piloten ist weiter offen

Mick Schumacher: "Ich musste über alles nachdenken, was passiert war"
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Das Rennen in Silverstone 2022 war vielleicht das bislang wichtigste in der Formel-1-Karriere von Mick Schumacher. Im 31. Anlauf schaffte es der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher als Achter bei einem Grand Prix endlich erstmals in die Punkte.

Nachdem diese Last von seinen Schultern abgefallen war, legte er mit Rang sechs beim folgenden Rennen in Spielberg gleich noch einmal nach. Im Gespräch mit 'Motorsport.com' verrät Schumacher, dass er sich zuvor selbst hinterfragte.

"Ich wusste, dass ich etwas unternehmen muss, um meine Performance zu verbessern", sagt Schumacher über seinen schwierigen Saisonstart und ergänzt: "Ich musste über alles nachdenken, was passiert war - und auch darüber, warum ich hier in der Formel 1 bin."

"Ein großer Teil ist, dass ich den Sport liebe", verrät er und erklärt: "Also habe ich mich wirklich darauf konzentriert und mir gesagt: Okay, ich tue das, weil ich es liebe. Und wenn ich es nicht machen möchte, dann muss ich es nicht machen."

In allen Nachwuchsserien vorne dabei

Während Haas-Teamkollege Kevin Magnussen in drei der ersten vier Rennen punktete, dauerte es bei Schumacher bis zum zehnten Saisonrennen, bevor er es überhaupt erstmals in die Top 10 schaffte. "Ich weiß, zu was ich in der Lage bin", betont Schumacher.

"Darauf liegt mein Fokus. Ich versuche einfach, mein Bestes zu geben. Und normalerweise sollte das genug sein, um gut zu performen, denn so war es in der Formel 2 und in der Formel 3 und auch schon in der Formel 4", blickt er zurück.

Der 23-Jährige erinnert: "In jeder Meisterschaft, in der ich in den Nachwuchsserien angetreten bin, konnte ich Erster oder Zweiter werden. Ich sehe also keinen Grund, warum ich das in der Formel 1 nicht schaffen sollte."

Doch in der Königsklasse wollte es lange einfach nicht klappen. Negativer Höhepunkt war sein Crash beim Rennen in Monaco im Mai. Durch seine anschließende Reflexion habe er es allerdings geschafft, inzwischen wieder wieder "positive" Gedanken zu haben.

Zu Beginn "beim Set-up etwas verlaufen"

Das spiegelt sich auch in seinen Leistungen wider. Führte Magnussen im internen Rennduell bei Haas nach den ersten vier Saisonrennen noch mit 3:1, hat Schumacher den Spieß inzwischen klar umgedreht und liegt zur Sommerpause mit 8:4 in Führung.

"Ich glaube, dass wir uns zu Beginn des Jahres beim Set-up etwas verlaufen haben", erklärt Schumacher und verrät: "Wir mussten eine Art Reset machen und von vorne anfangen." Auch das half dabei, aus der Negativspirale zu kommen.

Teilweise fühlte sich Schumacher in der Frühphase der Saison von den Medien übrigens zu hart kritisiert. "Die Leute sind in gewisser Weise darauf fokussiert, Schlagzeilen zu finden", sagt er und ergänzt: "Ich verstehe, dass die Leute Geld verdienen müssen."

Trotzdem sagt er in Richtung seiner Kritiker, dass diese sich "mehr Zeit nehmen" sollten, um "Fakten" für ihre Kritik zu finden. Aktuell ist Schumachers Formel-1-Zukunft unklar, sein Vertrag bei Haas läuft am Ende des Jahres aus.

Weitere Co-Autoren: Jonathan Noble. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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