Mika Häkkinen: "Die FIA hat in Spa die richtige Entscheidung getroffen"

Ex-Formel-1-Pilot Mika Häkkinen stärkt der FIA nach dem Rennabbruch in Spa den Rücken - "Sicherheit aller Teilnehmer an einem Grand Prix hat oberste Priorität"

Mika Häkkinen: "Die FIA hat in Spa die richtige Entscheidung getroffen"

"Die Sicherheit der Fahrer muss an erster Stelle stehen", sagt Ex-Formel-1-Pilot Mika Häkkinen Kritikern des Rennabbruchs beim Grand Prix von Belgien. Der Start in Spa war wegen starken Regens und schlechter Sichtverhältnisse mehrfach verschoben und nach wenigen Kilometern hinter dem Safety-Car schließlich abgebrochen worden.

Für Häkkinen war das die einzig logische Entscheidung. "Ich weiß, dass ich den Ruf habe, ein 'Vollgas'-Rennfahrer zu sein. Ich habe diese Herangehensweise in der Formel 1 oder in anderen Rennsportarten immer genossen", schreibt der Finne in seiner neuesten Kolumne für den Sportwetten-Anbieter 'Unibet'.

"Aber ich bin auch ein großer Befürworter von Entscheidungen, die aus Sicherheitsgründen richtig sind. Deshalb glaube ich, dass der Renndirektor der FIA, Michael Masi, die richtige Entscheidung getroffen hat, das Rennen nicht zu Ende zu fahren."

Mika Häkkinen erinnert an Senna und Bianchi

"Wir müssen uns wirklich überlegen, was passiert wäre, wenn ein komplettes Rennen stattgefunden hätte und jemand, ob Fahrer oder Zuschauer, dabei verletzt worden wäre - oder Schlimmeres", gibt Häkkinen zu bedenken und spricht in dem Zusammenhang auch über seine eigenen Erfahrungen mit der Gefahr im Sport.

"Ich hätte 1995 in Adelaide fast mein Leben verloren", erinnert sich der 52-Jährige. "Außerdem war mein erster Teamkollege bei McLaren Ayrton Senna. Er kam nur sieben Monate nach meinem Debüt für das Team, das ich in Portugal 1993 gab, ums Leben. Das hatte einen großen Einfluss auf mich und auf alle in der Formel 1."

"Der Tod von Ayrton und Roland Ratzenberger führte zu einer Sicherheitsrevolution, die dazu führte, dass in den nächsten 20 Jahren kein weiterer Fahrer in der Formel 1 sein Leben verlor", lobt Häkkinen die Fortschritte, die seitdem gemacht wurden.

Bei Aquaplaning: "Man hat keinerlei Kontrolle"

Der Unfall von Jules Bianchi beim Grand Prix von Japan in Suzuka 2014 beendete diesen Sicherheitsrekord jedoch. "Als er im Juli des folgenden Jahres an den Folgen seiner Verletzungen starb, wurde einer neuen Generation von Formel-1-Fahrern, Teammitgliedern und Fans klar, dass dieser Sport brutal sein kann."

Auslöser des Unfalls war damals eine Wasserlache, auf der Bianchi und vor ihm auch schon Adrian Sutil von der Strecke abkamen, blickt Häkkinen zurück. "Auf einer abtrocknenden Strecke stellt eine Wasserlache ein sehr großes Risiko dar", weiß er.

Nicht anders sei es, wenn starker Regen zu Aquaplaning führt: "Man hat keinerlei Kontrolle - keine Bremsen, keine Lenkung - und das ist einer der Gründe, warum der starke Regen in Spa am Sonntag die Bedingungen so gefährlich machte. Wenn der Regen nicht aufhört, hat die Strecke keine Chance, abzutrocknen."

Häkkinen weiß: Gegen Regen ist man machtlos

"Die aktuellen Formel-1-Autos haben rund 1000 PS, wiegen 752 kg und haben eine sehr ausgeklügelte Aerodynamik, die eine starke Gischt verursacht", erklärt der Finne. Unter diesen Bedingungen könne man leicht von der Strecke abkommen, und bei 300 km/h wolle das niemand, weder in Spa noch anderswo.

"Formel-1-Fahrer wollen Rennen fahren, auch bei Nässe, aber wenn Fahrer wie Lewis Hamilton, Max Verstappen und Fernando Alonso erkennen, dass es unmöglich ist, Rennen zu fahren, müssen sie gehört werden", betont Häkkinen. Zumal es im Verlauf des Wochenendes in Spa bereits zu schweren Unfällen gekommen war.

Mika Häkkinen

Häkkinen: "Die Sicherheit aller Teilnehmer muss höchste Priorität bleiben"

Foto: LAT

Der Finne nennt den Massencrash in der W-Serie und den Qualifying-Unfall von Lando Norris. Beide ereigneten sich in Eau Rouge, "einer meiner Lieblingskurven im Rennsport", sagt der Finne. Sie soll für die Zukunft weiter entschärft werden.

"Ich weiß, dass die FIA und Spa weitere Pläne haben, um die Sicherheit in Eau Rouge und Raidillon zu verbessern, aber die Behörden können nichts tun, um starken Regen zu verhindern", ergänzt Häkkinen. "Sie können nur alle verfügbaren Informationen prüfen und versuchen, die beste Entscheidung im Interesse aller zu treffen."

Natürlich sei der Rennabbruch vor allem für die vielen Fans vor Ort "wirklich enttäuschend", ist sich der Ex-Formel-1-Pilot bewusst: "Es tut mir sehr leid für sie!" Wie viele von ihnen fordert auch Häkkinen, dass es eine Diskussion darüber geben müssen wird, "wie der Sport in Zukunft mit ähnlichen Ereignissen umgeht".

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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