"Mission Winnow"? Was es mit dem neuen Ferrari-Design auf sich hat

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Autor: Sven Haidinger
Co-Autor: Dieter Rencken
04.10.2018, 07:27

"Winnow" oder "Win now"? Wir erklären die kuriosen Hintergründe des neuen Ferrari-Designs und warum Philip Morris seit Saisonbeginn für rote Flächen bezahlt

Wie von 'Motorsport.com' angekündigt, hat Ferrari am Donnerstag in Suzuka gemeinsam mit Hauptsponsor Philip Morris seine neue Lackierung präsentiert. Auf dem Heckflügel, der Motorabdeckung, den Seitenkästen, den Bargeboards, dem Halo und der Nase wurde der Slogan "Mission Winnow" angebracht, der zunächst für ein großes Fragezeichen sorgte. Will Ferrari damit sagen, dass man nach der Niederlage in Sotschi jetzt gewinnen will?

Zu einfach gedacht! Der Begriff "Winnowing" bedeutet auf Deutsch Windsichten. Dabei handelt es sich um ein mechanisches Trennverfahren aus dem Getreideanbau, bei dem die Spreu vom Weizen getrennt wird.

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Ferrari Mission Winnow livery

Ferrari Mission Winnow livery
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Foto: : Ferrari

Ferrari Mission Winnow livery

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Foto: : Ferrari

Ferrari Mission Winnow livery

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Foto: : Ferrari

Ferrari SF71H rear wing detail

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Foto: : Giorgio Piola

Ferrari Mission Winnow livery

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Foto: : Ferrari

Sebastian Vettel, Kimi Raikkonen, Ferrari, unveiling Mission Winnow livery

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Foto: : Scott Mitchell

Was das mit dem Tabakkonzern zu tun hat? "Wir verändern unser Geschäftsfeld komplett, und haben uns vor einigen Jahren dem Ziel verschrieben, dass irgendwann alle Raucher zum Rauchen aufhören und zu besseren Alternativen wechseln", offenbart Philip-Morris-Kommunikationschef Tomasso di Giovanni, dass man den Trend, den Tabakkonsum einzuschränken, mitträgt.

Tabakkonzern will sich "vom Schlechten trennen"

Das alte englische Wort Winnowing sei ein Symbol dafür, "das Gute vom Schlechten und das Nützliche vom Unnützen zu trennen. Es handelt sich um eine schnelle Trennung dessen, was man für die Zukunft braucht und was man nicht braucht. Und genau so interpretieren wir unsere Philosophie."

Wichtig sei dabei, betont der für Geschäftsbeziehungen zuständige Philip-Morris-Vizepräsident Ricardo Parino, dass man mit dem Schriftzug, der auch in Zukunft auf den Ferrari-Boliden angebracht wird, kein spezielles Produkt bewerben will: "Es geht dabei um uns als Unternehmen - und wie wir unsere Zukunft auf Basis der Wissenschaft, der Innovation und der Technologie neu ausrichten."

Hauptsponsor zahlte bislang für rote Flächen

Dass Ferrari dafür eine geeignete Plattform sei, hatte man bereits am Jahresanfang entschieden, als man den seit 30 Jahren bestehenden Vertrag als Hauptsponsor der Scuderia bis 2021 verlängerte. Der Konzern, der seit 45 Jahren mit Ferrari zusammenarbeitet und das Marlboro-Logo in den vergangenen zehn Jahren aus Gründen des Tabakwerbeverbots nur noch andeutete, bezahlte seit Saisonbeginn dafür, dass die roten Flächen frei bleiben, wie Teamchef Maurizio Arrivabene offenbart.

"Sie hatten seit Saisonbeginn das Recht, auf dem gesamten Auto zu werben, aber sie haben das Rot respektiert und haben das Auto so gelassen", erklärt der Ferrari-Teamchef. "Und zwar aus einem einfachen Grund: Sie hatten es nicht eilig, da sich ihre Firma veränderte."

Der ehemalige Philip-Morris-Manager sieht Parallelen zwischen Ferrari und der neuen Kampagne: "Wir beide versuchen, besser zu werden, wollen aus unseren Fehlern lernen. Man kann uns vorwerfen: 'Ihr holt schon wieder nicht den Titel!' Ja, aber wir lernen. Das ist notwendig, wenn man in Zukunft gewinnen will."

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