Mit Brief an Domenicali: Madrid bewirbt sich um Formel-1-Rennen

Warum sich die spanische Hauptstadt Madrid für einen Formel-1-Grand-Prix bewirbt und wer hinter der Idee eines zweiten Rennens in Spanien steht

Mit Brief an Domenicali: Madrid bewirbt sich um Formel-1-Rennen
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Die spanische Hauptstadt Madrid will ein Formel-1-Rennen. Das hat der spanische Politiker Enrique Lopez in einem nun veröffentlichten Brief an Formel-1-Chef Stefano Domenicali bestätigt. Im Auftrag der Regierung von Madrid wirbt Lopez in seinem Schreiben für die Austragung eines Grand Prix - und stichelt auch gegen das bestehende Spanien-Rennen in Barcelona.

Denn der Grand Prix auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya verfügt zwar noch über einen Formel-1-Vertrag bis 2026, ist nach dem Rennen 2022 aber schwer in die Kritik geraten: Aufgrund des hohen Besucheransturms waren die örtliche Infrastruktur und der Nahverkehr überlastet. Und das so sehr, dass die Formel 1 bereits schriftlich Verbesserungen von Barcelona eingefordert hat.

Wohl auch deshalb verweist Lopez in seinem Brief unter anderem auf ein "umfangreiches und effizientes Verkehrsnetzwerk" und betont das "größte Interesse" der Stadtverwaltung, einen Grand Prix von Madrid Realität werden zu lassen.

Politiker wirbt für Madrid als Formel-1-Standort

O-Ton: "Wir wollen einen Grand Prix in Madrid [...] und wir sind bereit, die entsprechenden Verträge zu unterschreiben, um das Rennen zu promoten und ein tolles Sport- und Unterhaltungsspektakel zu bieten."

 

Lopez schmeichelt auch den Formel-1-Machern um Domenicali, wenn er weiter schreibt, ein Grand Prix sei "eines der aufregendsten Sportphänomene unserer Zeit". Dazu passe die "herausragende Entwicklung der Region Madrid im spanischen und europäischen Kontext".

Neuer Stadtkurs oder Comeback in Jarama?

Wie ein Formel-1-Rennen genau umgesetzt werden könnte, das lässt Lopez' Brief aber offen. Stellt man sich also ein Stadtrennen vor oder zum Beispiel einen Grand Prix auf dem Circuito del Jarama etwa 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt? Dort fuhr die Formel 1 bereits zwischen 1968 und 1981 insgesamt neun Rennen mit WM-Status. (Mehr dazu in unserer Formel-1-Datenbank!)

Allerdings: Derzeit verfügt die 3,8 Kilometer lange Rennstrecke bei Jarama nicht über die für die Formel 1 erforderliche FIA-Grad-1-Einstufung, sondern wird aktuell mit Grad 2 geführt. Bei einem Zuschlag für Madrid als Grand-Prix-Standort aber wäre das notwendige "Upgrade" wohl nur eine Formalität.

Formel-1-Reaktion auf Madrid steht noch aus

Wie die Formel 1 auf den Vorstoß aus Madrid reagiert, ist bisher nicht bekannt. Domenicali aber hat unlängst betont, das Interesse an einem Grand Prix sei weltweit sehr hoch. Gemeinsam mit Formel-1-Besitzer Liberty Media nimmt er alleine 2023 mindestens zwei Rennen neu auf in den Kalender: Katar und Las Vegas. Konkret verhandelt wird derzeit auch mit Südafrika.

Unklar ist auch, ob sich Madrid mit seiner Bewerbung erhofft, die Formel 1 aus Barcelona wegzulocken, oder ob Madrid als zweiter Rennstandort in Spanien etabliert werden soll.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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