Mit eigenem CFD: Helfen Teams der Überhol-Probematik 2019?

Noch im April will man sich auf Regeln für einfacheres Überholen verständigen, nachdem die Arbeitsgruppe für 2009 nicht ganz zu Ende gedacht war

Die Formel-1-Teams helfen der FIA und der FOM (Formula One Management; Anm. d. Red.) aktiv dabei, das Überholproblem für 2019 zu beheben. Dazu stellen sie ihre CFD-Ressourcen zur Verfügung, die die bisherigen Nachforschungen, die unter Pat Symonds und Nikolas Tombazis angefertigt wurden, ergänzen sollen. Noch im April sollen Änderungen beschlossen werden, weil die Deadline für die kommende Saison der 30. April ist.

Das Forschungs- und Entwicklungsteam der Formel 1 hat bislang vor allem den Frontflügel im Blick gehabt, der zu kompliziert ist und die Luft für die Hinterherfahrenden zu stark verwirbelt, sodass ein Heranfahren an den Gegner deutlich erschwert wird. "Die FOM-Gruppe hat einige Arbeit geleistet und die Teams nun gebeten, ihre eigenen Studien durchzuführen", sagt Williams-Technikchef Paddy Lowe zu 'Motorsport.com'.

"Sie wollen sehen, ob man mit Team-CFD die gleichen Beziehungen demonstrieren kann, von der die FOM und die FIA glauben, dass sie das Überholen verbessern", so der Brite. Dabei möchte man es besser machen, als die vor einigen Jahren ins Leben gerufene Arbeitsgruppe Überholen, die für die Formel-1-Saison 2009 ein komplett neues Reglement erschuf, das jedoch keinen langfristigen Erfolg brachte.

2009: Teams zahlten 50.000 Dollar

Lowe war damals einer der Vorsitzenden der Arbeitsgruppe und erinnert sich: "Die Arbeitsgruppe wurde ins Leben gerufen, als es keinen zentralen Forschungs- und Entwicklungsbereich für den Sport gab. Die Teams haben die Arbeit finanziert, für das Programm hat jeder 50.000 Dollar bezahlt", so Lowe. Doch viel bekam man dafür nicht zurück.

Man erschaffte das Programm für 2009 und hörte dann an dieser Stelle auf, was der heutige Williams-Mann unglücklich findet: "Rückblickend wäre es perfekt gewesen, wenn man ein Folgeprogramm gehabt hätte, das sich ein Jahr später die Fahrzeuge angesehen hätte, die dabei entstanden sind", so Lowe. Denn die Teams produzierten Fahrzeuge, die der Studie eher geschadet haben.

"Sofort als die Autos herauskamen, haben die Teams Frontflügel-Endplatten gebracht, die einen Auswascheffekt hatten - aber das wurde im Arbeitsgruppen-Programm nie untersucht", so Lowe. Der Effekt der Frontflügel hatte sogar negative Folgen auf die Nachforschungen der Arbeitsgruppe - allerdings finde man das jetzt erst heraus. "Das ist wirklich faszinierend", findet der Brite.

Deadline 30. April

Daher steht dieses Thema derzeit auf der Agenda der neuen Forschungsgruppe ganz oben und soll eben mittels Team-CFD stärker untersucht werden. "Es ist fantastisch, dass die neuen Formel-1-Eigentümer in eine zentrale Forschungsgruppe investieren, um die Regeln auf wissenschaftlicher Basis ordentlich zu untersuchen und zu entwickeln", findet Lowe.

Doch für 2019 rennt die Zeit, schließlich hat man nur noch gut 1,5 Wochen Zeit, um die Ergebnisse zusammenzutragen. Lowe ist jedoch überzeugt davon, dass das Vorhaben gelingen kann: "Ich denke, es ist machbar", sagt er.

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Rennserien Formel 1
Artikelsorte News
Tags arbeitsgruppe, cfd, frontflügel, paddy lowe, überholen