"Mittelschnelle und schnelle Kurven": Hülkenberg benennt Renault-Schwächen

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"Mittelschnelle und schnelle Kurven": Hülkenberg benennt Renault-Schwächen
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Co-Autor: Oleg Karpow
28.03.2019, 19:33

Renault-Pilot Nico Hülkenberg weiß, wo die Schwächen seines R.S.19 liegen - Er nennt Haas als größten Konkurrent - Motor im Qualifying verbessert

Nico Hülkenberg durfte sich in Australien mit Rang sieben über die ersten WM-Punkte in dieser Saison freuen. Vor dem Rennwochenende in Bahrain bleibt er allerdings vorsichtig in seinen Prognosen. Der Renault habe beim Motor zwar auf die Konkurrenz aufgeholt, im Rennen sei man allerdings immer noch so weit weg wie schon im Vorjahr. Die größte Schwachstelle des R.S.19 hat er ebenfalls bereits ausgemacht.

"Mittelschnelle und schnelle Kurven", antwortet der Emmericher auf die Schwächen seines Arbeitsgerätes angesprochen. Er rechnet sich daher vor allem in langsamen, eckigeren Kurven größere Chancen aus - wie zum Beispiel im Mittelsektor auf dem Bahrain International Circuit in den Kurven 8, 9 und 10. Während Renault in schnellen Kurven Zeit verliert, scheint Konkurrent Haas dort stark zu sein.

Doch Hülkenberg verneint: "Ich glaube, der ist einfach ein guter Allrounder. Der Haas war in allen Bereichen stabil unterwegs und hat gut ausgeschaut. Ich glaube, dass die in den schnellen Ecken besser klarkommen als wir." Daher scheint das französische Werksteam in der Hackordnung derzeit noch hinter dem US-Team zu stehen.

"Ziehharmonika-Effekt": Mittelfeld weiterhin mit Rückstand

Während Kevin Magnussen in Australien auf Rang sechs ins Ziel kam, wurde Hülkenberg auf Platz sieben vom Führenden bereits überrundet. Dennoch fehlten ihm im Ziel nur wenigen Sekunden auf den Dänen. "Wenn Kevin die Pace dazu gehabt hätte, hätte er sie sicher an irgendeinem Punkt ausgefahren. Er war aber nur ein paar Sekunden vor mir. Ich wurde überrundet, er nicht - das macht auch gleich was aus. Aber er war direkt vor mir."

Dennoch weiß Hülkenberg, dass Haas "sehr stark aussieht". Das Mittelfeld liegt insgesamt eng beisammen. Näher an die Topteams ist man jedoch nicht herangekommen. "Im Qualifying vielleicht ein bisschen näher. Aber im Rennen ist es glaube ich nach wie vor wie gehabt. Es ist ein Ziehharmonika-Effekt. Im Qualifying haben alle neue Reifen. Im Rennen haben wir alle gebrauchte. Da kommen die Unterschiede krasser zur Geltung", erklärt Hülkenberg.

Auf die Frage, ob er das erwartet hat, grinst der Deutsche nur verschmitzt. Das Bild habe sich "mehr der weniger" so dargestellt, wie Renault das schon nach den Wintertests erwartet hat. "Alfa ist konkurrenzfähig, Haas ist sehr konkurrenzfähig", zählt er die nächsten Konkurrenten auf. Außerdem wirft er ein, dass Renault in Melbourne kein "perfektes Wochenende" gelungen sei.

Renault-Update kein "Game-Changer"

Hülkenberg hatte bereits am Trainingsfreitag technische Probleme, hinzukam ein Problem im Qualifying, weshalb er es nicht ins Q3 schaffte. "Wir haben nicht ganz das Maximum herausgeholt, mit den Problemen im Qualifying und dann dem harten Reifen im zweiten Stint des Rennens. Damit haben wir uns selbst das Leben ein bisschen schwerer gemacht", gibt er im Nachhinein zu.

Das Potenzial habe man nicht voll ausgeschöpft. Um bereits in Bahrain zurückzuschlagen, hat Renault erste neue Teile aus der Fabrik geliefert, unter anderem einen neuen Heckflügel. Hülkenberg relativiert, das seien nur "Kleinigkeiten", keine "Game-Changer". Das Werksteam möchte mit aggressiver Entwicklung die Lücke auf die Top 3 verkleinern und werde nun jedes Rennen neue Updates bringen. "Nicht zwangsläufig große Updates", wirft der Deutsche ein. Schließlich gehe es nicht um Quantität, sondern um die Qualität der Teile.

Nico Hülkenberg

Hülkenberg weiß: Das Podium ist weiterhin weit entfernt

Nicht nur aerodynamisch versucht Renault den Anschluss zu finden, sondern auch auf der Motorenseite. Vor allem im Qualifying habe man im Vorjahr noch gelitten, erinnert sich Hülkenberg. Dort habe man nun zugelegt. "Die Power und wie lange wir sie nutzen können, das ist deutlich besser geworden. Die Basis ist viel besser", schildert er und geht sogar so weit, zu behaupten, dass Renault im Rennen bereits auf "gleicher Höhe" mit den anderen Teams liegt.

Generell sei es so früh in der Saison schwierig zu sagen, welche Strecken einem Auto entgegenkommen und welche nicht. Nur eines ist Hülkenberg jetzt schon klar, ein Podium oder gar Sieg liegt auch 2019 in weiter Ferne. "Aktuell, wenn man den Rückstand gesehen hat, ist es schwierig, das zu glauben. Aber schauen wir mal."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Urheber Maria Reyer
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