Monaco-Frust wirkt nach: Leclerc ändert ein Schlüsselteil am Ferrari
Nach seinem Ausfall in Monaco testet Charles Leclerc in Barcelona neue Bremsen. Dabei orientiert sich der Ferrari-Star an Teamkollege Lewis Hamilton
Charles Leclerc im Ferrari SF-26 beim Grand Prix von Monaco 2026
Foto: LAT Images
Ferrari-Fahrer Charles Leclerc reagiert auf seine Monaco-Pleite: Im Freien Training zum Grand Prix von Barcelona-Katalonien 2026 (alle Einheiten hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) ersetzt er seine Brembo-Bremsen durch Material von Carbon Industries - die Bremsen, die sein Ferrari-Teamkollege Lewis Hamilton bereits verwendet. Anschließend will Leclerc entscheiden, mit welchem Material er weitermacht.
In Monaco hatte Leclerc die Brembo-Bremsen an seinem Ferrari SF-26 für den Ausfall im Grand Prix verantwortlich gemacht. Leclerc sagte: "Drei meiner vier Bremsen haben nicht funktioniert. Das kann bei einem Formel-1-Auto nicht gut ausgehen."
Ging es auch nicht: Leclerc krachte in Monaco im letzten Renndrittel an dritter Stelle liegend in die Leitplanken und schied aus. Hamilton dagegen erreichte mit Platz zwei hinter WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli im Mercedes seinen zweiten Podestplatz in Folge.
Anschließend saß der Frust tief bei Leclerc. "Nur die Bremse links vorne hat funktioniert. Die vorne rechts funktioniert nur halb und die hinteren Bremsen gar nicht. Das steht alles in den Daten: Es gab keinerlei Verzögerung - so als ob gar keine Bremssättel montiert gewesen wären." Das habe Monaco für ihn zu einem "Albtraum" gemacht, so Leclerc.
Leclerc kann testen, Hamilton setzt aus
Der Ferrari-Fahrer profitiert in Barcelona davon, dass nicht er sein Cockpit im ersten Freien Training an Ferrari-Junior Dino Beganovich abtreten muss, sondern Hamilton. So kann Leclerc die erste Einheit nutzen, um Eindrücke über die Carbon-Industries-Bremsen zu sammeln. (Hier die Übersicht der Freitagsfahrer 2026 abrufen!)
Ein solcher Ausrüsterwechsel ist nichts Ungewöhnliches in der Formel 1: Fahrer streben immer danach, die bestmöglichen Komponenten für ihren Fahrstil zu finden - vor allem, wenn es mehrere Hersteller gibt, die das gleiche Produkt bereitstellen. Und Brembo und Carbon Industries zählen seit Jahren zu Standardlieferanten in der Motorsport-"Königsklasse".
Was sich Leclerc von seinem Bremsentest erwartet
"Ich erwarte keine Revolution", sagte Leclerc in Barcelona. "Ich gehe aber davon aus, dass [die Bremsen] in bestimmten Situationen leichter zu bedienen sind. Doch das muss sich erst noch zeigen. Es geht vor allem darum, mehr Vertrauen ins Auto zu gewinnen. Deshalb wird das erste Training sehr wichtig für mich, damit ich das Auto bis zum Qualifying bestmöglich im Griff habe. Ich brauche vor allem Konstanz."
So wie Hamilton, der in Kanada und Monaco jeweils Zweiter wurde. Dazu sagte Leclerc: "Es stimmt: Die vergangenen beiden Rennwochenenden waren schwieriger als gedacht. Deshalb gehen wir jetzt in die von Lewis eingeschlagene Richtung."
Brembo reagiert mit Unverständnis
Leclercs bisheriger Ausrüster Brembo zeigte sich nach Monaco indes "sehr erstaunt und sehr überrascht" über dessen kritische Kommentare. Unmittelbar nach dem Rennen solche drastischen Aussagen zu treffen sei "verfrüht". Und: "In solchen Fällen muss man gemeinsam mit den Ingenieuren in die Telemetriedaten schauen, um die genaue Unfallursache herauszuarbeiten."
Leclerc ließ diese Kritik an seinen Aussagen kalt. Er sagte: "Die Sache ist eindeutig. Ich denke nicht, dass es daran irgendwelche Zweifel gibt."
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