Monaco pfeift auf Liberty: Formel-1-Girls bleiben auch 2018!

Der klassische Grand Prix von Monaco ignoriert das Girl-Verbot von Liberty Media - Michel Boeri erklärt, warum der ACM unbeirrt an der Tradition festhält

Rechteinhaber Liberty Media hat für die Formel-1-Saison 2018 aus gesellschaftlichen Gründen die Abschaffung der Grid-Girls bekannt gegeben. Aber davon lassen sich die Veranstalter des traditionsreichen Grand Prix von Monaco nicht beeindrucken! Beim Rennen in Monte Carlo werden auch weiterhin hübsche Mädchen arbeiten.

"Die Mädchen werden weiterhin da sein, wenn auch ohne die Startnummern-Schilder", erklärt Michel Boeri, Präsident des Automobilklubs von Monaco (ACM), gegenüber der Regionalzeitung 'Nice-Matin'. "Sie sind hübsch, und die Kameras werden weiterhin Nahaufnahmen von ihnen zeigen."

Trotz der Meinungsverschiedenheit beim Thema Grid-Girls habe man "keine echten Probleme" mit Liberty ("Sie haben sich unsere Argumente angehört"), beugt Boeri einem möglichen Streit mit dem Rechteinhaber, den er als "unsere amerikanischen Freunde" bezeichnet, vor.

Der ACM-Präsident sieht die Tätigkeit von "Hostessen", wie er die Mädchen bezeichnet, keineswegs als Angriffsfläche für sexistische Interpretationen: "Sie absolvieren Model- und Kommunikations-Schulen. Sie treten während des Grand Prix bei Events auf, die dem Rahmen ihrer Ausbildung entsprechen, und sie werden dafür bezahlt."

 

Gridgirls für den GP von Mexiko
Gridgirls für den GP von Mexiko

Foto Autódromo Hnos. Rodríguez

 

"Warum um alles in der Welt sollte ich 30 Mädchen daran hindern, ihren Lebensunterhalt zu verdienen?", stellt Boeri eine wohl eher rhetorisch gemeinte Frage. "Wir verlangen von ihnen ein tadelloses Verhalten. Sie müssen elegant auftreten und Monaco würdig präsentieren."

Zum Esprit, den Monaco als Glamour-Grand-Prix des Jahres versprühen möchte, gehören aber nicht nur schöne Frauen. Eine pathetische Fahrerpräsentation wie sie Liberty 2017 in Austin erstmals aufgeführt hat, wird es im Fürstentum beispielsweise nicht geben.

Boeri stellt klar: "Ich kann Ihnen garantieren, dass wir in Monaco nie eine Hamburger-Party haben werden. Wir versuchen ganz im Gegenteil, ein Publikum anzuziehen, das der Formel 1 indirekt zu einem bestimmten Standing verhilft. An dieser Philosophie werden wir festhalten. Ich möchte betonen: Monaco veranstaltet diesen Grand Prix, weil er den Interessen Monacos dient."

Mit Liberty habe man diesbezüglich aber einen gemeinsamen Nenner gefunden, "weil sie verstehen, dass Monaco nicht Spa oder Monza ist". Zur Cote d'Azur gehören keine Würstchen mampfenden Fans auf billigen Stehplätzen, "sondern Zuschauer, die auf ihrer Jacht ein Glas Champagner nippen", sagt Boeri.

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