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Monaco-Spezial: Sechs Fahrer, die nur in Monte Carlo gewannen - sonst nie

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Monaco-Spezial: Sechs Fahrer, die nur in Monte Carlo gewannen - sonst nie
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24.05.2020, 06:02

Monaco ist das Formel-1-Rennen, das jeder Fahrer gewinnen will: Tatsächlich gibt es einige Piloten, die einzig in Monte Carlo gewonnen haben - einer sogar zweimal

Wenn es ein Rennen in der Formel 1 gibt, das jeder Fahrer unbedingt gewinnen möchte, dann ist es der Große Preis von Monaco. Der Grand Prix im Fürstentum ist das bekannteste Formel-1-Rennen der Welt und nicht umsonst Teil des Grand Slams des Motorsports - neben dem Indy 500 und den 24 Stunden von Le Mans.

Dementsprechend besonders ist auch ein Sieg in den Straßen von Monte Carlo, wo bereits 1929 der erste Grand Prix ausgetragen wurde. Ein Sieg scheint eigentlich nur den ganz Großen vorbehalten, wie die Rekordeinträge von Ayrton Senna (sechs Siege), Michael Schumacher (fünf) und Graham Hill (fünf) beweisen, doch die Tücken der Strecke sorgen auch immer wieder für Sieger, mit denen man nicht gerechnet hat.

So finden sich in den Siegerlisten tatsächlich einige Fahrer, die nur den Großen Preis von Monaco gewinnen konnten - und sonst kein anderes Rennen. Wir zeigen an dieser Stelle sechs Beispiele und ihre Geschichten dazu.

2004: Jarno Trulli unterbricht Schumacher-Serie

Der jüngste Nur-Monaco-Sieger heißt Jarno Trulli, der den Grand Prix 2004 für sich entscheiden konnte. Von den ersten 13 Saisonrennen gewann Michael Schumacher im dominanten Ferrari damals alle - mit Ausnahme des Monaco-Grand-Prix.

Schon im Qualifying durfte sich Trulli damals über seine erste Pole-Position freuen - drei weitere sollten in seiner Karriere folgen. Der Renault-Pilot führte das Rennen von Beginn an an und ließ sich auch von diversen Safety-Car-Phasen nicht aus der Ruhe bringen.

Jarno Trulli

Monaco 2004 war die einzige große Sternstunde des Renault-Piloten

Foto: Motorsport Images

Als ausgerechnet Teamkollege Fernando Alonso ausgangs des Tunnels verunfallte, musste erneut das Safety-Car auf die Strecke. Während dieser Neutralisation kam es zur folgenschweren Kollision von Schumacher und Juan Pablo Montoya im Tunnel. Beide berührten sich hinter dem Safety-Car und der Ferrari fuhr in die Bande - der Weg für Trulli war frei.

Am Ende fuhr der Italiener mit einer halben Sekunde Vorsprung vor BAR-Pilot Jenson Button über den Zielstrich. Zuvor war er für Renault bereits zweimal Dritter geworden, 1999 beim Chaosrennen auf dem Nürburgring Zweiter für Prost.

Es sollte jedoch Trullis einziger Sieg in der Formel 1 bleiben. Noch vor Ende der Saison wurde er von Renault vor die Tür gesetzt und ging zu Toyota, für die er insgesamt siebenmal auf das Podest fuhr - aber nie auf Platz eins. Auch in der ersten Saison der Formel E gelang ihm als Fahrer seines eigenen Teams in Berlin eine Pole-Position - aber kein Sieg.

1996: Olivier Panis triumphiert im Chaos

1996 schlug die große Stunde des Olivier Panis, der als einer von nur drei Piloten die Zielflagge sah. Der Franzose hatte das Rennen nur von Startplatz 14 aus begonnen, doch in einem der chaotischsten Rennen der Formel-1-Geschichte mit zahlreichen Ausfällen fuhr er am Ende mit knapp fünf Sekunden Vorsprung vor David Coulthard ins Ziel.

Panis galt schon vor seinem Sieg als großes Talent und hatte mit dem Ligier-Team bereits zwei zweite Plätze einfahren können. Doch was dann an diesem regnerischen Sonntag in Monaco passieren sollte, hatte er sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können.

Olivier Panis

Olivier Panis gewann einen der verrücktesten Grand Prix der Geschichte

Foto: LAT

Ob Michael Schumacher, Jacques Villeneuve, Mika Häkkinen oder Jean Alesi: Fast alle Spitzenpiloten machten im Lauf des Rennens mit der Barriere Bekanntschaft. Und als auch noch der Williams von WM-Spitzenreiter Damon Hill hochging, war klar, dass die Formel-1-Welt einen außergewöhnlichen Sieger bekommen würde.

Natürlich war es auch Panis' Höhepunkt in seiner Formel-1-Karriere. 1997 fuhr er mit Prost noch zweimal auf das Podest, bevor ein Beinbruch in Kanada seine Saison erst einmal auf Eis legte. Der Franzose kehrte am Ende des Jahres noch einmal zurück, auf dem Podium stand er aber auch in den sechs weiteren Jahren mit Prost, BAR und Toyota nie wieder.

1972: Jean-Pierre Beltoise bleibt im Regen kühl

Für den nächsten Kandidaten auf der Liste müssen wir weitere 24 Jahre zurückgehen. Jean-Pierre Beltoise feierte 1972 seinen einzigen Sieg in 86 Grand-Prix-Starts. Auch damals spielte der Regen eine große Rolle für den Rennverlauf.

Beltoise hatte sich in seinem BRM auf Startplatz vier qualifiziert, stürmte aber mit einem starken Start gleich an die Spitze und hatte dadurch die besten Karten, weil die Sicht in der Gischt hinter ihm schlecht war und sich die Konkurrenten Clay Regazzoni, Emerson Fittipaldi und Jacky Ickx gegenseitig das Leben schwer machten.

Jean-Pierre Beltoise

Im Regen ist die erste Position ein großer Vorteil - nicht nur in Monaco

Foto: Motorsport Images

Zwar war das Rennen kein so großer Ausfallmagnet - 17 Autos kamen in die Wertung -, dennoch hatte der Franzose im Ziel stolze 38 Sekunden Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger Ickx. Für das BRM-Team sollte es der letzte Sieg in der Formel 1 sein - und damit auch für Beltoise, der seine Karriere 1974 beim Team beendete.

Vor seinem Sieg in Monaco hatte er bereits sechs Podestplätze mit dem Matra-Team feiern können, in den drei Jahren mit BRM gelang ihm neben dem Monaco-Erfolg nur ein weiterer: in Kyalami 1974.

1955/1958: Maurice Trintignant macht's gleich doppelt

Einen ganz besonderen Fall stellt Maurice Trintignant dar - ebenfalls wieder ein Franzose. Auch er feierte seinen einzigen Formel-1-Erfolg in Monaco, das allerdings gleich zweimal. Trintignant gewann sowohl 1955 als auch 1958 den Grand Prix, aber ansonsten kein weiteres seiner 81 Rennen.

Zum Zeitpunkt seines ersten Sieges war der Franzose bereits 37 Jahre alt. Trintignant fuhr bereits in den ersten Jahren der Automobil-WM mit, hatte bei Gordini aber kein konkurrenzfähiges Material zur Verfügung. Erst ein Wechsel zu Ferrari brachte ihm den gewünschten Erfolg.

Maurice Trintignant

Maurice Trintignant konnte gleich zweimal in Monaco gewinnen

Foto: Motorsport Images

Im ersten Rennen 1955 in Argentinien gelang ihm das Kunststück, gleichzeitig Zweiter und Dritter zu sein, weil er sich beide Autos mit jeweils zwei anderen Fahrern geteilt hatte. Seinen Sieg im darauffolgenden Rennen in Monaco musste er sich jedoch nicht teilen.

Trintignant erbete den Sieg jedoch nur, weil die dominanten Mercedes von Juan Manuel Fangio und Stirling Moss mit technischen Problemen ausschieden und Alberto Ascari mit seinem Lancia im Hafenbecken landete. Den Rest der Saison und im folgenden Jahr holte der Franzose anschließend keinen einzigen Punkt mehr.

Er wechselte 1958 zum privaten Walker-Team, wo er gleich in seinem ersten Einsatz für das Team den Sieg in Monaco holte. In Abwesenheit von Dauer-Weltmeister Fangio siegte er mit seinem Cooper nach einer erneuten Ausfallorgie an der Spitze, die unter anderem Jean Behra, Tony Brooks, Mike Hawthorn, Stirling Moss und Graham Hill in seinem ersten Rennen beinhaltete.

Trintignant fuhr bis 1964 insgesamt 15 Jahre in der Formel 1, in den 60er-Jahren kam er jedoch insgesamt nur ein einziges Mal in die Punkte.

1952: Kein Formel-1-Rennen, aber ein Sieger

Für die finalen beiden Einträge in unserer Liste müssen wir diese jedoch etwas ausweiten. Denn technisch gesehen gehörten beide Rennen nicht zur offiziellen Formel-1-WM. Weil der Grand Prix 1950 ein Reinfall war, wurde er für 1951 aus dem Kalender genommen. 1952 tauchte er jedoch wieder auf, allerdings nur als nicht zur Meisterschaft zählendes Sportwagen-Rennen.

Vittorio Marzotto

Vittorio Marzotto siegt 1952 in seinem Ferrari-Sportwagen

Foto: Motorsport Images

Das hatte einerseits Kostengründe, andererseits hatte man Angst, kein konkurrenzfähiges Feld auf die Beine stellen zu können, weil erst relativ spät entschieden wurde, das Jahr 1952 nach dem Formel-2-Reglement auszutragen. In Monaco wurden damals zwei Rennen ausgetragen: der Große Preis für Autos über zwei Liter und der Preis für kleinere Motoren.

Bekannt wurde der Event vor allem durch den Unfalltod von Luigi Fagioli im Training. Am Ende gewann der Italiener Vittorio Marzotto in einem privaten Ferrari. Es war der einzige große Sieg für Marzotto, der 1952 als Reservefahrer von Ferrari am Großen Preis von Frankreich teilnehmen wollte, aber nicht zum Einsatz kam. Einen echten Formel-1-Grand-Prix sollte er nie bestreiten.

1934: Rekordhalter Guy Moll

Gleiches gilt auch für den Franzosen Guy Moll, der den Monaco-Grand-Prix gewann, als von der Formel 1 noch keine Rede war. 1934 siegte Moll nach 100 Runden mit seinem Alfa Romeo.

Damals waren die wichtigsten Rennen des Grand-Prix-Kalenders noch als "Grandes Epreuves" bekannt. Moll machte Anfang der 1930er-Jahre auf sich aufmerksam und trat 1933 erstmals in privaten Fahrzeugen auf der großen Bühne in Erscheinung. Sein Auftritt bei den 24 Stunden von Le Mans zog die Aufmerksamkeit von Enzo Ferrari auf sich, der ihn für 1934 zu Alfa Romeo holte.

Guy Moll

Guy Moll (hier beim AVUS-Rennen 1934) galt als aufstrebender Stern

Foto: Motorsport Images

Überraschend siegte Moll bei seinem ersten großen Auftritt vor Markenkollege Louis Chiron. Mit gerade einmal 23 Jahren und zehn Monaten war er jahrzehntelang der jüngste Fahrer, der je in Monaco gewinnen konnte, bis Lewis Hamilton 2008 seine Marke unterbot.

Ein neuer Star schien am Motorsporthimmel geboren zu sein, doch nur wenig später endete die Karriere des Guy Moll tragisch. Beim nassen und windigen Rennen in Pescara führte er, als ein Überrundungsmanöver schief ging. Moll touchierte seinen Kontrahenten und fuhr in die Streckenbegrenzung, wo er noch an der Unfallstelle verstarb.

Der spätere Ferrari-Präsident Enzo Ferrari soll noch Jahrzehnte später gesagt haben: "Er hätte einer der größten Rennfahrer der Geschichte werden können." Doch so bleibt sein Erfolg in Monaco der einzige Grand-Prix-Sieg seiner kurzen Karriere.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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