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Montezemolo kritisiert Ferrari: "Hätte Vettel nie so früh abgesägt"

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Montezemolo kritisiert Ferrari: "Hätte Vettel nie so früh abgesägt"
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22.07.2020, 07:23

Luca di Montezemolo prangert den Führungsstil bei Ferrari an und ärgert sich, dass viele Talente von der Scuderia lieber zu Mercedes gehen

Der ehemalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat die Organisation innerhalb Ferraris kritisiert und sie als einen der Hauptgründe für die aktuelle Schwächeperiode bei der Scuderia ausgemacht. "Mattia Binotto ist zu einsam", sagt er gegenüber 'Rai Radio'. "So ist kein anderes Team organisiert."

Der Italiener bezeichnet Binotto als "jungen Neuling" im Bereich der technischen Leitung, trotzdem müsse er sich auch um das Sportmanagement, das Management der Fahrer, den technischen Bereich und die Politik kümmern. Das sei zu di Montezemolos Zeit anders gewesen: "Ich hatte ein Team mit den Besten der Besten aufgebaut", betont er.

"Ich denke, er braucht eine helfende Hand", sagt auch Ex-Pilot Johnny Herbert und verweist auf Mercedes, wo sich gleich eine ganze Gruppe von Leuten die Verantwortungen teilen. "Die arbeiten brillant zusammen", lobt er gegenüber 'Sky'. "Und das passiert bei Ferrari im Moment nicht."

Sein Kollege Paul di Resta stimmt ihm zu: Binotto könne zwar alles managen, wenn es wie im vergangenen Jahr rund läuft, "aber wenn eine Krise kommt, muss er sich auf die technische Seite fokussieren - aber das kann er nicht", so der Brite.

Di Resta rät zu Aldo Costa

Di Resta sieht für die Scuderia aber eine logische Verpflichtung: Aldo Costa. Der Italiener hatte einst unter Chefdesigner Rory Byrne die WM-Autos von Michael Schumacher bei Ferrari mitentwickelt und ging 2011 zu Mercedes. Unter seiner Leitung fuhren die Silberpfeile dann ab 2014 von Erfolg zu Erfolg, während Ferrari nichts mehr gewinnen sollte.

Aldo Costa, Mattia Binotto

Aldo Costa wechselte von Ferrari zur Konkurrenz

Foto: LAT

2019 zog sich Costa vom Team zurück, um mehr Zeit in Italien verbringen zu können, seit 2020 ist er Technikchef bei Konstrukteur Dallara. "Er hat noch Verbindungen zu Mercedes, aber er würde viele Informationen mitnehmen. Als Ferrari würde ich definitiv versuchen, ihn an Bord zu holen", sagt di Resta.

Doch Costa ist nicht der einzige, den Ferrari an Mercedes verloren hat. "Ferrari hat zuletzt viele Talente verloren", ärgert sich di Montezemolo und führt auch Technikchef James Allison oder Motoreningenieur Lorenzo Sassi an. "Alle sind bei Mercedes gelandet."

"Hätte Vettel nie so früh abgesägt"

Dass Fehler gemacht wurden, ist für den Italiener unstrittig. Auch die Fahrer stehen immer wieder in der Kritik, doch die haben für ihn keine Schuld. Stattdessen kritisiert er auch hier das Management: "Ich hätte Vettel nie so früh abgesägt", betont er. "Auf Leclerc lastet zu viel Druck und es ist schwierig, Vettel in konstruktive Diskussionen einzubinden, wenn er geht."

Di Montezemolo macht sich Sorgen. "Große Sorgen", wie er sagt. Denn eine schnelle Lösung ist für ihn nicht in Sicht. Die Autos für 2021 bleiben im Grunde gleich und man muss bereits die Entwicklung für das neue Reglement 2022 anschieben. Zudem würde ein neues kleines Flügelchen die Performance des Autos nicht wesentlich verbessern.

"Ich glaube, dass es notwendig ist, die Situation bei den Hörnern zu nehmen und mutige Entscheidungen zu treffen - und das schnell", so di Montezemolo.

Ex-Präsident räumt einen Fehler ein

Aber bei einer Sache gibt auch er sich eine Mitschuld für die fehlenden Ferrari-Titel in den vergangenen Jahren: "Es war ein Fehler von mir, dem Wechsel auf Hybrid-Motoren zuzustimmen", sagt er. "Wir haben unterschätzt, dass Mercedes sie schon zwei Jahre studiert hatte. Zudem hatte die deutsche Industrie eine Kultur zu dem Thema, die in Italien gänzlich unbekannt war."

Malaysia 2000, Jean Todt, Michael Schumacher, Rubens Barrichello Luca Badoer, Luca di Montezemolo, Ferrari

Malaysia 2000, Jean Todt, Michael Schumacher, Rubens Barrichello Luca Badoer, Luca di Montezemolo, Ferrari

Foto: Ercole Colombo

"Als ich gehen musste, haben sie mir gesagt, dass es nicht darauf ankam, dass ich eine positive Finanzbilanz hatte. Man musste auf der Strecke gewinnen", so der Italiener. Doch davon sieht er aktuell nichts: Seit 2014 hätte Ferrari nicht mehr um die WM gekämpft - im Gegensatz zu seiner eigenen Ära.

"Zumindest haben wir in meiner Zeit bis zum letzten Rennen gekämpft, auch wenn wir nicht gewonnen haben", betont er. "Wir haben ganz oft erst am Ende verloren - mit Michael (Schumacher, 1997, 1998, 2006), aber auch mit Irvine (1999), Massa (2008) und zweimal mit Alonso (2010, 2012)."

Mit Bildmaterial von LAT.

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