Montoya erklärt: Warum Lewis Hamilton das Duell gegen Leclerc gewinnen muss
Wer gewinnt in diesem Jahr das Stallduell bei Ferrari? Juan Pablo Montoya erklärt, warum Lewis Hamilton den Teamkollegen Charles Leclerc unbedingt schlagen sollte
Lewis Hamilton fährt beim Großen Preis von Australien 2026 vor Charles Leclerc
Foto: Getty Getty
Während das Kräfteverhältnis bei den meisten Teamduellen in dieser Saison recht eindeutig erscheint, wirft das Duell bei Ferrari nach dem Auftakt noch einige Fragen auf: Hat Charles Leclerc seinen Teamkollegen wieder im Griff, oder ist Lewis Hamilton nun endlich bei der Scuderia angekommen?
Beim Großen Preis von Australien (hier zum Rennbericht) fehlten dem Rekordweltmeister auf der Ziellinie lediglich 0,6 Sekunden auf Leclerc. Doch Hamilton ist überzeugt, dass er den Monegassen noch geschlagen hätte, wenn das Rennen "ein paar Runden mehr" gedauert hätte.
Ex-Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya betont, wie entscheidend es für den Briten in diesem Jahr ist, seinen Ferrari-Teamkollegen zu schlagen. "Ich denke, das Wichtigste für Lewis - und ich bin mir nicht sicher, wo Ferrari in der Rangordnung steht - ist, dass er einen Weg finden muss, Charles zu schlagen", sagt Montoya.
"Er muss Ferrari voranbringen und den Fokus setzen", ergänzt der Kolumbianer im Gespräch mit F1 TV. "Es kommt der Punkt, an dem du in einem Team bist und dein Teamkollege dich ständig schlägt - dann geht die gesamte Entwicklung und alles auf deinen Teamkollegen, und die Aufmerksamkeit richtet sich auf den, der am schnellsten ist."
Hamilton muss "derjenige sein, der das vorantreibt"
"Also musst du in der Lage sein, das anzuführen. Du musst derjenige sein, der das vorantreibt." Sollte Hamilton seinem Teamkollegen wie schon im Vorjahr unterlegen sein, werde Ferrari den Fokus auch in dieser Saison wieder auf Charles Leclerc legen, meint Montoya.
Doch der 50-Jährige ist überzeugt, dass Hamilton in dieser Saison tatsächlich die Chance dazu hat. "Absolut, er kann das", glaubt Montoya. "Aber ich denke, er muss sicherstellen, dass seine innere Gruppe, also das Team auf seiner Seite der Garage, extra hart arbeitet und genauso engagiert ist wie er."
"Ich glaube, das ist als Fahrer das Wichtigste, was viele unterschätzen: wie gut man mit den Leuten in seiner Garage zusammenarbeitet und wie hungrig sie darauf sind, mit dir zu gewinnen." Dazu kommt, dass Hamilton die neuen Formel-1-Boliden offenbar entgegenkommen.
Kommt Hamilton mit dem neuen Auto besser zurecht?
"Er kam nie richtig mit der Ground-Effect-Generation der Regeln zurecht, die wir seit 2022 hatten", ergänzt Ex-Formel-1-Pilot Jolyon Palmer gegenüber F1 TV und erinnert: "Weder Mercedes noch Ferrari - die Teams, bei denen er war, hatten nie das Top-Auto."
"Ich hatte aber immer das Gefühl, dass er nie so richtig eins mit dem Auto war", meint der Brite. "Diese Generation der Autos hat also keinen Ground-Effect mehr wie zuvor. Sie sind nicht so stark am Boden verwurzelt wie damals mit den Venturi-Tunneln, wo man das Auto möglichst tief haben wollte, um den Luftstrom darunter zu nutzen und Abtrieb zu generieren. Das ist anders."
Nun könne der Fahrer sein Auto wieder besser spüren, sagt Palmer. "Und ich denke, das wird Lewis helfen. Er wird das Auto ein wenig mehr spüren, während er in der letzten Generation eher ein taubes Gefühl hatte. Vielleicht passt ihm das."
Im Gegenzug gebe es andere Herausforderungen: "Es gibt Schwierigkeiten beim Bremsen. In den Kurven wird viel Energie abgebaut. Die Autos hören auf, Energie zu nutzen. Es gibt 'Lift-and-Coast' oder das sogenannte 'Super-Clipping', wenn die Autos in Kurven die Leistung reduzieren." (Erklärt: Das ABC der "neuen" Formel 1)
Oder passt der Ferrari SF-26 besser zu Leclerc?
"Es ist eine seltsame Art, das Auto zu fahren, wenn man manchmal in den großen Bremszonen stark verzögert", glaubt der frühere Formel-1-Pilot. "Das war vielleicht nicht unbedingt eine von Lewis' großen Stärken. Er liebt es, hart auf die Bremse zu treten und einen stabilen Heckbereich zu haben."
Bei den Testfahrten habe man bereits beobachten können, wie das Heck des Ferrari SF-26 bei aggressiver Fahrweise zu "Tanzen" beginnt und leichter ausbricht. "Ich habe das Gefühl, dass dieses Auto vielleicht besser zu Leclerc oder Verstappen passt."
"Wir werden sehen. Vielleicht wird es besser für Lewis. Es gibt Argumente dafür und dagegen", sagt Palmer. Der Auftakt in Australien verlief für Lewis Hamilton, der sich auf Augenhöhe mit Charles Leclerc halten konnte, jedenfalls schon sehr vielversprechend.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.