Montoya: Verstappen hat weniger Druck als Leclerc

Juan Pablo Montoya sieht Charles Leclerc nicht auf einem Niveau wie Max Verstappen und erklärt, was die Formel-1-WM 2023 entscheiden wird

Montoya: Verstappen hat weniger Druck als Leclerc
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Besonders zu Beginn der Formel-1-Saison 2022 war das Duell zwischen Charles Leclerc und Max Verstappen sehenswert, nachdem Ferrari infolge eines neuen Aerodynamikreglements wieder um die Spitzenplätze mitkämpfen konnte, und sich dabei mit dem Red-Bull-Team einen Kampf lieferte.

Doch im weiteren Saisonverlauf zeigte die Scuderia Nerven, denn neben Zuverlässigkeitsproblemen schoss man in entscheidenden Situationen strategische Böcke, wobei auch Leclerc nicht ohne Fehler blieb und sich zuerst in Imola im Zweikampf mit Sergio Perez drehte und beim Großen Preis von Frankreich in Führung liegend seinen Ferrari in die Mauer setzte.

Ex-Formel-1-Fahrer Juan Pablo Montoya glaubt, dass Leclerc mehr Druck als Verstappen verspürt, weshalb er den Doppelweltmeister mental "in einer richtig guten Position" sieht, was nicht nur 2022 geholfen hat, sondern auch Red Bulls Titelchancen für 2023 erhöht.

Montoya: Das fehlt Leclerc noch

"Er weiß, dass er jeden schlagen kann", sagt Montoya über Verstappen. "Wenn man in dieser Position ist und die Ausrüstung hat, die man braucht, ist das gut, und er erledigt seine Arbeit. Ich würde sagen, [seine WM-Chancen für 2023] sind ziemlich hoch. Ich glaube, Max ist im Moment in einer wirklich guten mentalen Situation."

"Vergangenes Jahr musste er sein Spiel verbessern. Wenn man sich Checo zu Beginn des Jahres ansieht, hat er einen gewaltigen Schritt gemacht. Und Max musste wirklich sein bestes Spiel abliefern. Und als er das getan hat, war es cool, ihm zuzusehen."

Gleichzeitig meint der Kolumbianer, dass Leclerc noch etwas fehlt, um ernsthaft in den WM-Kampf mit Verstappen einzusteigen: "Ich würde nicht sagen, dass er auf demselben Niveau ist. Denn ich denke, Charles ist sehr gut, aber Max hat mehr Erfahrung. Und ich denke, je mehr Erfahrung, je mehr Siege und je mehr Meisterschaften man hat, desto mehr Druck fällt von einem ab."

Montoya: So stark kommt es auf das Auto an

"Für Max ist es also viel einfacher, die Meisterschaft zu gewinnen als für Charles. Denn für Charles wäre es die erste Meisterschaft. Und um die Wahrheit zu sagen, wenn Carlos sich im Auto wohlfühlt, kann er meiner Meinung nach einen wirklich guten Job machen."

"Wenn man sich die alten Autos am Ende des Jahres ansieht, nicht im vergangenen Jahr, aber im Jahr davor, hat Carlos Charles jede Woche geschlagen. Es kommt also auf den Komfort des Fahrers im Auto an."

Dabei zieht Montoya Parallelen zum Saisonstart von Red Bull 2022, als Sergio Perez überraschend nah an Teamkollege Verstappen dran war, jedoch mit der Weiterentwicklung des RB18 über den Saisonverlauf immer mehr an Boden verlor.

"Wenn man sich den Anfang des Jahres ansieht, als Max sich nicht wohl fühlte und Checo das Auto fahren konnte, war Checo schneller als er", sagt er. "Ist Checo ein besserer Fahrer als Max? Ehrlich gesagt, nicht wirklich. Er ist ein wirklich guter Fahrer, aber ich glaube nicht, dass er auf dem Niveau von Max ist", so Montoya.

"Aber er konnte das Auto fahren und Max nicht. Und da macht das Team einen wirklich guten Job. Sie verstehen, was er braucht, und sie machen es besser. Das ist der Punkt, an dem ich denke, dass es wirklich cool wird."

Montoya: Ferrari hat Defizite bei Weiterentwicklung

Denn laut Montoya wird 2023 das Entwicklungsrennen entscheidend für den WM-Titel sein, da er in diesem Punkt im vergangenen Jahr bei Ferrari einige Defizite entdecken konnte, die das Team ausmerzen muss, um auch gegen Ende der Saison noch konkurrenzfähig zu sein.

"Was Red Bull immer gut gemacht hat, sind die Fortschritte, die sie mit dem Auto machen. Sie können das Auto wirklich weiterentwickeln. Dasselbe gilt für Mercedes. Das Entwicklungstempo der Autos ist im Vergleich zu allen anderen in einer anderen Liga", betont er.

"Man kann sagen, dass Ferrari zu Beginn des Jahres das beste Auto hatte. Ferrari hatte zweifellos das schnellste Auto. Aber es ist, als hätten sie drei Zehntel an Leistung gefunden und Red Bull und Mercedes eine Sekunde. Denn wenn man sich Mercedes am Ende des Jahres anschaut, hatten sie die Pace, um näher an Ferrari dran zu sein als Ferrari an Max und an Red Bull dran war."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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