Moped-Mechaniker Vettel: "Mir gefällt ein langweiliges Leben"

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Moped-Mechaniker Vettel:
Autor: Dominik Sharaf
14.06.2018, 09:01

Der Ferrari-Star erklärt, wieso ihm ein Jetset-Leben gestohlen bleiben kann und was ihn nach vier WM-Titeln dazu bewegt, weiter Formel-1-Fahrer zu sein

Er besitzt ein Vermögen im dreistelligen Millionenbereich. Er kassiert bei Ferrari ein Jahresgehalt von geschätzt 12,2 Millionen Euro exklusive Sponsoreneinnahmen und Prämien. Er fliegt um den Globus, um das schnellste Auto der Welt zu fahren: Sebastian Vettel könnte ein Jetset-Leben führen, doch privat bevorzugt er es beschaulich. "Mir gefällt ein langweiliges Leben", meint Vettel im Gespräch mit 'Sky Sports F1'. "Ich bin gerne zu Hause und mag es, wenn ich nicht reisen muss."

Dass Menschen teils vermuten, er würde "abgedreht" leben, ist nach Vettels eigener Aussage ein Trugschluss. Vielmehr schraubt der 30-Jährige und zweifache Familienvater in seiner Freizeit lieber an seinem alten Moped in seiner Garage. "Ich besitze meines noch und restauriere es weiter. Ich fahre nach Hause, die Ersatzteile warten schon. Dann denke ich: 'Wo habe ich neulich aufgehört?'"

Es dauert, bis Vettel sich sortiert hat und tatsächlich etwas reparieren kann. Er bastelt einige Stunden, hört auf und beginnt beim nächsten Versuch wieder von vorne. Es ist stets die gleiche Prozedur. Aber für Moped-Mechaniker Vettel ist längst der Weg das Ziel. So kann er völlig abschalten.

Doch warum hängt er den Helm nicht an den Nagel und werkelt den ganzen Tag an alten Zweirädern? Warum fährt er noch Formel 1, wofür er mehr reisen muss als ihm lieb sein dürfte? "Um das Gefühl, in so einem Auto sitzen, zu teilen", sagt Vettel. "Die Leute wären überrascht. Jeder weiß, wie es ist, ein Auto zu fahren oder mit einem Auto chauffiert zu werden. Wir tun etwas anderes."

Neben der Mission, die Formel 1 nahbar zu machen, ist es auch sein Arbeitgeber, der ihn bei der Stange hält. "Ich liebe Motorsport und ich liebe Ferrari. Es ist mein Traum und ich sehe so gerne, wie leidenschaftlich die Menschen in diesem Team sind", meint Vettel. "Dazuzugehören macht mich stolz. Ich weiß, was für ein Segen es ist, dass ich etwas tun darf, das ich liebe." Und dabei redet er nicht davon, in seinem Schuppen ein altes Moped auf Vordermann zu bringen.

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