Motor soll schuld sein: So erklärt Lance Stroll seinen Unfall in Monaco
Lance Stroll hat über die Gründe für seinen Unfall beim Großen Preis von Monaco gesprochen: Der Honda-Antrieb des Aston Martin sei dafür verantwortlich gewesen
Lance Stroll ist beim Großen Preis von Monaco 2026 verunfallt
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Der Große Preis von Monaco (kompletter Rennbericht) war für Lance Stroll in Runde 57 vorzeitig beendet: Der Aston-Martin-Pilot fuhr in der Antony-Noghes-Kurve vor der Start-Ziel-Geraden geradeaus und schlug frontal in die Streckenbegrenzung ein. Nun hat der Kanadier die Ursache des Unfalls verraten.
"Wir hatten das ganze Rennen über Probleme mit der Motorbremse", berichtet Stroll. "Schon die gesamte Saison über gibt es diese Probleme. In manchen Kurven schiebt das Auto, in anderen verzögert es stärker, und es macht ständig unterschiedliche Dinge."
"In dieser Kurve und in dieser Runde hat es mich einfach in die Wand geschoben", betont der Aston-Martin-Pilot und stellt klar, dass sein Unfall nicht auf einen eigenen Fahrfehler zurückzuführen sei. "Es fühlte sich an, als wäre das Gaspedal zu 50 Prozent geöffnet."
Auch der aufbrechende Asphalt, der kurze Zeit später sogar zu einer Unterbrechung des Rennens führte, sei nicht schuld gewesen. "Das war aus meiner Sicht nicht das Problem", glaubt der Kanadier. "Es hat sich angefühlt, als würde mich der Motor in die Mauer drücken, als wäre das Gaspedal hängen geblieben."
Stroll hat "trotz aller Schwierigkeiten gepusht"
Die Beschwerden von Stroll passen zu den Aussagen von Teamkollege Fernando Alonso, der ebenfalls seit Wochen über Probleme bei der Fahrbarkeit des Autos klagt, insbesondere in Kombination mit dem Getriebe. Der zweifache Weltmeister sprach zuletzt mehrfach von "zufälligen Zurückschaltungen".
Offenbar stimmt das Zusammenspiel von Getriebe und Antriebseinheit nicht. Aston Martin setzt seit dieser Saison auf Honda-Werksmotoren, entwickelt parallel jedoch ein eigenes Getriebe. Genau dieses hatte bereits bei den Rennen in Miami und Kanada für Schwierigkeiten gesorgt.
Aston-Martin-Teambotschafter Pedro de la Rosa spricht Stroll allerdings nicht vollständig frei. "Dass Lance verunfallt ist, zeigt nur, dass unsere Fahrer niemals aufgeben", sagt der Spanier. "Wir haben ein Auto verloren, aber nur deshalb, weil der Fahrer trotz aller Schwierigkeiten gepusht hat."
Aston Martin und Honda arbeiten an Lösungen
Ganz widersprechen wollte der frühere Formel-1-Pilot der Darstellung von Stroll allerdings ebenfalls nicht. Auf die Aussage angesprochen, dass der Motor den Kanadier in die Mauer gedrückt habe, verwies de la Rosa auf die bekannten Probleme beim Anbremsen. "Wir erleben Inkonsistenzen in der Verzögerungsphase", erklärt er.
"Ich möchte noch nicht zu viele Details nennen, weil die Analyse noch läuft. Aber es gibt definitiv Dinge, die den Fahrern das Leben schwer machen." Wenn Fahrer am Limit unterwegs seien und die Verzögerung des Fahrzeugs nicht wie erwartet funktioniere, könne das schnell in einem Einschlag enden. "Genau das ist Lance passiert."
Die Problematik ist Aston Martin bekannt und wird derzeit gemeinsam mit Motorenpartner Honda untersucht. "Es ist ein komplexes Thema", ergänzt de la Rosa. "Motor und Getriebe arbeiten als Gesamtsystem zusammen. Das lässt sich nicht auf eine einzelne Komponente reduzieren."
Gerade unter dem aktuellen Reglement mit dem vergleichsweise kleinen Verbrennungsmotor und dem großen Turbolader sei die Abstimmung besonders anspruchsvoll. Bei den kommenden Rennen sollen dennoch verschiedene Lösungen und alternative Abstimmungen getestet werden.
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