Motorenstrafe droht: Max Verstappen fordert neue Formel-1-Regeln

Dass Red Bull mit beiden Fahrern ziemlich sicher eine Strafversetzung um zehn Plätze droht, wenn die Unfallverursacher milder davonkommen, stört Max Verstappen

Motorenstrafe droht: Max Verstappen fordert neue Formel-1-Regeln

Red Bull wird in der zweiten Saisonhälfte mit ziemlicher Sicherheit eine Motorenstrafe bei seinen beiden Piloten in Kauf nehmen müssen. Max Verstappen und Sergio Perez müssen nämlich jeweils einen Motor abschreiben: Verstappen nach der Kollision mit Lewis Hamilton in Silverstone, Perez nach dem von Valtteri Bottas ausgelösten Startcrash in Ungarn.

Das bringt Red Bull im WM-Kampf in eine schlechte Position, denn beiden droht damit eine Strafversetzung um mindestens zehn Startplätze. Was Verstappen dabei sauer aufstößt: Die Verursacher kamen mit kleineren Strafen davon.

Hamilton erhielt für die Silverstone-Kollision eine am Ende wirkungslose 10-Sekunden-Strafe, Bottas muss beim Rennen in Spa fünf Startplätze zurück - die Hälfte im Vergleich zu Perez, der nichts für den Unfall konnte.

Verstappen fordert mehr Spielraum

Red Bull ist hingegen durch die Ausfälle und die nötigen Motorenwechsel doppelt bestraft. "Das müssen wir uns anschauen", fordert Verstappen. "Wenn jemand in dich crasht und du Schäden davonträgst und durch die Regeln einen zusätzlichen Motor benutzen musst, dann ist das nicht, wie es sein sollte. Es sollte da etwas mehr Spielraum geben."

Er findet, dass man in einem solchen Fall vielleicht neue Teile einbauen darf. "In der Formel E machen sie das, glaube ich, dass du die Teile wechseln darfst, wenn ein anderer Fahrer dein Auto beschädigt", sagt er. "Das müssen wir uns anschauen, vor allem wenn man so eingeschränkt mit den Motoren und allen anderen Teilen ist. Gerade mit der Budgetgrenze."

Das hatte auch Ferrari nach Ungarn schon einmal angesprochen, denn auch Charles Leclerc muss seinen Motor nach der Startkollision mit Lance Stroll abschreiben. Teamchef Mattia Binotto merkte jedoch ein Problem an: Man kann ein Bauteil nicht 1:1 mit einem gleichwertigen ersetzen, da das Teil neu wäre und nicht bereits die gleiche Laufleistung erzielt hat. Das wäre wiederum ein Vorteil.

Von Ferrari kam zudem der Vorschlag, dass der Verursacher auch die Kosten für die Schäden tragen müsste - in Zeiten der Budgetgrenze kein unwichtiger Punkt. "Dann wären mehr Leute in der ersten Runde vernünftiger", sieht es Verstappen positiv. "Es würde Leute davon abhalten, etwas Dummes zu machen, weil sie wissen, dass es ihr Team und damit am Ende sie selbst beeinflussen könnte."

Wann nimmt Red Bull die Strafe?

In der Formel 1 dürfen 2021 maximal drei Motoren verwendet werden, von anderen Elementen gibt es teilweise sogar nur zwei. Verstappen hatte in Ungarn schon den jeweils dritten Motor, Turbolader, MGU-H und MGU-K an Bord, Perez wird in Spa auch in diese Region kommen - und das noch vor Saisonhalbzeit.

Zur aktuellen Motorenübersicht

Die Frage scheint also nicht, ob eine Motorenstrafe kommt - sondern wann sie kommt. Das kann Red Bull taktisch überlegen, wo es am sinnvollsten wäre. Gerne werden in solchen Fällen Spa und Monza herangezogen, weil man dort am einfachsten wieder nach vorne kommen kann.

"Ich weiß es noch nicht", sagt Verstappen darauf angesprochen. "Wir schauen, wo wir einen neuen Motor nehmen werden, wenn es nötig ist. Aktuell kann ich nichts dazu sagen." Genauso wenig wie über den Zustand des Ungarn-Motors, der am Start ebenfalls einen starken Schlag abbekommen hat. "Das Team schaut, was möglich ist."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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