Motorsport-Momente: Mika Häkkinen als "fliegender Finne"

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Motorsport-Momente: Mika Häkkinen als
Charles Bradley
Autor: Charles Bradley
Übersetzung: Stefan Ehlen
19.11.2018, 11:50

Es ist eines der besten Formel-1-Fotos aller Zeiten: Mika Häkkinen im McLaren MP4/8 von 1993 beim Stadtrennen in Adelaide. 25 Jahre danach blickt er gemeinsam mit Fotograf Mark Sutton auf diesen speziellen Augenblick zurück.

Motorsport Gallery und Häkkinens Social-Media-Unternehmen iNZDR haben eine limitierte Sammleredition der Fotoaufnahme in Auftrag gegeben: 250 von Häkkinen und Sutton handsignierte Exemplare in der Größe 40 x 60 Zentimeter als Acryldruck, kombiniert mit einem Bilderrahmen aus Aluminium.

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Aus der Fahrersicht …

Mika Häkkinen beim Signieren der Bilder

Mika Häkkinen beim Signieren der Bilder

Foto: Sutton Images

So stellte sich die Situation aus der Sicht von Häkkinen dar: "Es war unglaublich. So, wie sich diese Rennautos in der Saison 1993 entwickelt hatten. Es waren die ultimativen Rennwagen. Die aktive Aufhängung, die ABS-Bremsen, das Fly-by-Wire-System beim Gas, die Servolenkung – damit waren die Autos einfach unheimlich schnell."

"Und dann diese Kurve am Eingang der Brabham-Geraden: Sie war irre schnell. Und was diese Passage so schwierig machte, war ein minimaler Bremsvorgang davor. Man tippte das Pedal nur an, um eine Gewichtsverlagerung zur Vorderachse zu erzwingen. Dann kam das Einlenken – und wieder Vollgas. Die Traktionskontrolle sorgte dafür, dass die Hinterachse mitspielte."

"In dieser einen Runde unterlief mir am Kurveneingang ein Fehler. Beim Einlenken bist du auf der Höhe eines Randsteins. Er sitzt direkt neben der Strecke. Mein Vorderreifen berührte ihn leicht bei der Einfahrt. Das Auto wollte einfach nicht einlenken, sondern nur geradeaus fahren."

"Als ich das bemerkte, wäre es zu gefährlich gewesen, einen normalen Einlenkvorgang zu probieren. Deshalb entschied ich mich dazu, möglichst viel Geschwindigkeit abzubauen – und fuhr geradeaus. Dann wiederum erkannte ich, wie groß der Randstein am Kurvenausgang war!"

"Ich wollte diesen Randstein auf keinen Fall seitlich treffen. Daher fuhr ich frontal darauf zu und traf ihn mit der Vorderachse. Dadurch wurde mein Auto in die Luft geschleudert. Es fühlte sich an, als würde ich einen Meter über dem Boden fliegen."

"Das Unglaubliche an diesem Bild ist: Es zeigt genau diesen Moment. Die Kameratechnologie war damals noch nicht so weit fortgeschritten wie heute. Und dann so ein scharfes Foto – einfach wow!"

"Ich will gar nicht sagen, wo es am meisten wehgetan hat, als ich den Randstein traf – das kann man sich denken. Es tat höllisch weh! Und als ich durch die Luft flog, dachte ich nur: Oh, Gott! Ich war felsenfest davon überzeugt, dass die Landung das Auto kaputtmachen würde. Natürlich trug das Fahrzeug auch Beschädigungen davon. Aber eigentlich waren nur der Frontflügel und ein paar Kleinigkeiten im Eimer."

"An diesem Nachmittag und am Abend war ich sehr nett zu den Mechanikern. Ich kümmerte mich um sie, als sie die Schäden reparierten, die ich ihrem Auto zugefügt hatte …"

Aus der Fotografensicht …

Mika Häkkinen und Mark Sutton posieren mit der legendären Aufnahme

Mika Häkkinen und Mark Sutton posieren mit der legendären Aufnahme

Foto: Sutton Images

Auch Sutton erinnert sich an diese Szene: "Es war ein warmer, sonniger Tag in Adelaide. Ich fotografierte in der Brewery-Kurve. Plötzlich sah ich Mikas Auto über den Randstein auf mich zukommen. Und ich drückte einfach nur den Auslöser. Meine Kamera nahm insgesamt fünf Bilder auf. Eines, in dem Mika den Randstein trifft. Eines, in dem er in der Luft ist. Eines bei der Landung. Und dann kehrte er auch schon zurück in die Box. Es schien, als hätte kein anderer Fotograf diese Szene abgelichtet."

"Als der Film am nächsten Morgen entwickelt vorlag, sagte ich nur: "Wow! Das ist beeindruckend!" Dann standen auch schon die anderen Fotografen hinter mir, um sich das Bild anzusehen. Das Auto war etwa 1,5 Meter hoch in der Luft. Und das Foto war gestochen scharf, obwohl die Verschlusszeit 1/125 Sekunden betragen hatte."

"Ich nahm mein Bild und zeigte es Mika. Er war total verblüfft. Er sagte mir: "Und du bist dir sicher, dass ich das bin?!" Dann zeigte er es seinem Ingenieur und meinte: "Deshalb gab es einen kurzen Aussetzer in der Telemetrie …"

"Das ist eine Erinnerung, die ich sicher nie vergessen werde!"

Über Häkkinens App iNZDR

Wer sich für einen Premium-Account in der App registriert, erhält in iNZDR eine Postkarte mit dem berühmten Bild des "fliegenden Finnen" inklusive Häkkinen-Unterschrift.

Mika Häkkinen feiert einen Formel-1-Sieg

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Foto: Sutton Images

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