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"Moving under Braking": Was sagt die Regel und warum ist es so kompliziert?

Nicht erst seit dem Duell zwischen Max Verstappen und Lando Norris steht das Thema Spurwechsel beim Bremsen unter Beobachtung: Was sagt das Reglement?

"Moving under Braking": Was sagt die Regel und warum ist es so kompliziert?

Max Verstappen und Lando Norris mögen ihren Zweikampf beim Formel-1-Rennen von Österreich abgehakt haben, die Duellregeln an sich bleiben aber ein großes Thema. Die eine Seite meint, es braucht weitere Regeln, um auch Graubereiche abzudecken, die andere Seite hält es hingegen eher mit "Let them race". Eine perfekte Lösung wird es aber nicht geben.

Denn auch wenn die FIA versucht hat, mehr Klarheit zu schaffen, wird in den von ihr herausgegebenen Dokumenten zu den Rennregeln eingeräumt, dass es in der Natur des Motorsports liege, dass jeder Vorfall für sich beurteilt werden müsse.

Deshalb fällt selbst eine scheinbar glasklare Anweisung an die Formel-1-Teams und -Fahrer, die das sogenannte "Moving under Braking" - also ein Spurwechsel während des Bremsvorgangs - verbietet, in eine Grauzone.

 

Die FIA hat in den letzten zwei Jahren große Anstrengungen unternommen, um eine Reihe von Fahrnormen für alle Serien zu formulieren, die in den Internationalen Sportkodex aufgenommen werden sollen.

Diese Richtlinien wurden in Absprache mit Teams und Fahrern entwickelt, um sicherzustellen, dass alle auf der gleichen Seite stehen, wenn es darum geht, was erlaubt ist und was nicht.

Diese Richtlinien sind noch nicht formell im Reglement verankert, aber die Teams wurden bereits im Februar darüber informiert, dass sie die Grundlage für die Entscheidungen der Kommissare bei möglichen Verstößen bilden werden.

Es wurde klargestellt, dass die Bedingungen "als Leitfaden für den Entscheidungsprozess der Kommissare dienen und nicht bindend sind. Die Kommissare entscheiden nach eigenem Ermessen".

In den Richtlinien, die Motorsport-Total.com vorliegen, findet sich ein spezieller Hinweis zum Spurwechsel beim Bremsen.

Dort heißt es: "Beim Verteidigen darf das verteidigende Fahrzeug nach Beginn der Verzögerungsphase keine Richtungsänderung vornehmen, außer um der Ideallinie zu folgen".

Diese Aussage scheint definitiv zu sein und würde darauf hindeuten, dass die Art von Bewegung, die wir bei Verstappen in Österreich gesehen haben, außerhalb der Grenze des Erlaubten fallen könnte - denn er schien in der Bremszone die Spur zu wechseln.

Wie das Dokument jedoch ausdrücklich anerkennt, ist es unmöglich, eine solche Schwarz-Weiß-Definition aufzustellen, die auf jeden Vorfall anwendbar ist.

Tatsächlich wird in einem Abschnitt zu Beginn der Richtlinien, der mit "Important Notes" überschrieben ist, betont: "Rennsport ist ein dynamischer Prozess. Obwohl diese Richtlinien bestimmte relative Positionen der Fahrzeuge zu verschiedenen Zeitpunkten angeben, werden die Rennkommissare bei der Untersuchung eines Zwischenfalls immer die Gesamtsituation berücksichtigen".

Was das Reglement sagt

Das Dokument beschreibt einige der Überlegungen, die die Rennkommissare anstellen, um die schuldige Partei bei einem Zwischenfall zu bestimmen, sowie die Faktoren, die bei der Urteilsfindung berücksichtigt werden.

Das Dokument enthält unter anderem die folgenden Beispiele:

Wie kam es zu dem Vorfall (zum Beispiel zu spätes Bremsen, Divebomb, Spurwechsel beim Bremsen)?

War das Bremsmanöver zu spät oder "optimistisch"?

Was konnte der Fahrer sehen, wissen oder vorhersehen?

Glauben wir, dass das Manöver auf der Strecke durchführbar war?

Gab es Untersteuern / Übersteuern / Blockieren?

Hat jemand sein Fahrzeug in einer Weise positioniert / gehandhabt, die zu dem Vorfall beigetragen hat?

Hat die Art der Kurve zu dem Vorfall beigetragen (zum Beispiel Gefälle, Randstein, Radius, Scheitelpunkt)?

Wie waren die Reifen/Alter der Reifen/Haftung?

Weiter heißt es: "Diese Entscheidungen sind oft subjektiv. Die Rennkommissare werden jeden Vorfall mit dem fachlichen Rat unseres Fahrerkommissars untersuchen und unsere beste, aber zu diesem Zeitpunkt endgültige Entscheidung treffen."

Im Fall Verstappen stellten die Kommissare zwar klar, dass die eigentliche Kollision zwischen dem Red-Bull-Boliden und Norris in Runde 64 durch den Niederländer verschuldet worden war, doch ihre Bewertung der Beschwerden über das Spurwechsel beim Bremsen lautete, dass unter Berücksichtigung aller in den Richtlinien genannten Elemente nichts Ungewöhnliches passiert sei.

Verstappen sagt: War alles okay

Verstappen selbst hatte am Sonntagabend in Österreich erklärt, er habe nie das Gefühl gehabt, eine Grenze überschritten und gegen das Reglement verstoßen zu haben.

"Für mich war es kein Moving under Braking", sagte er. "Denn jedes Mal, wenn ich mich bewegt habe, habe ich noch nicht gebremst. Natürlich sieht es von außen immer so aus, aber ich denke, ich weiß ziemlich genau, was ich in solchen Situationen zu tun habe."

Verstappen sagt zwar, dass er und Norris sich nun zu "99 Prozent" einig sind, was in Österreich passiert ist, aber das wird andere Piloten kaum davon abhalten, bei der Fahrerbesprechung am Freitagabend in Silverstone weitere Aufklärung zu verlangen.

Doch wie so oft in solchen Fällen, wenn es um große Kontroversen geht, ist die Aufregung vor solchen Meetings oft verflogen. Verstappen erklärt, wie das Briefing ablaufen könnte: "Viele Leute wollen nicht zu lange in der Fahrerbesprechung sein. Meistens denkt man, dass es ein langes Meeting wird, aber meistens ist es das nicht."

Eines ist jedoch sicher: Trotz der im kommenden Jahr in Kraft tretenden Richtlinien zur Fahrsicherheit ist Verstappen der Meinung, dass noch mehr geschriebene Regeln nicht unbedingt der richtige Weg sind: "Ich denke, dass wir im Allgemeinen schon viel zu viele Regeln für alles haben", sagt er. "Ich glaube, dass es dadurch nur noch komplizierter wird."

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