Formel 1 Melbourne

Na endlich: Absage des GP Australien jetzt hochoffiziell bestätigt!

Gemeinsame Erklärung von FIA, Formel 1, AGPC: Nach einem schwarzen Tag für die Formel 1 steht jetzt fest, dass der Saisonauftakt in Melbourne nicht stattfinden wird

Christian Nimmervoll Adam Cooper

Bearbeitet: 13.03.2020, 04:00

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Albert Park Circuit in Melbourne

Weniger als zwei Stunden vor dem geplanten Beginn des ersten Freien Trainings und nach einer langen und bizarren Nacht in Melbourne haben die Formel 1, die FIA und die Australian Grand Prix Corporation (AGPC) den Grand Prix von Australien nun doch abgesagt. Und das jetzt auch hochoffiziell in einem gemeinsam formulierten Statement.

Darin heißt es wörtlich, dass bei einem Meeting am Donnerstagabend "eine Mehrheit der Teams die Ansicht vertreten hat, dass das Rennen nicht stattfinden soll". Daher habe man letztendlich die gemeinsame Entscheidung getroffen, die Veranstaltung abzusagen.

Doch das war weniger reibungslos als es jetzt den Anschein macht. Teilnehmer des Meetings am Donnerstagabend haben bereits vor der offiziellen Bekanntgabe Medienvertreter informell über das Abstimmungsergebnis informiert. Weshalb von mehreren Medien berichtet wurde, das Rennwochenende sei abgesagt. Zu jenem Zeitpunkt völlig korrekt.

Dann aber dürfte es bei einem weiteren Meeting am Freitagmorgen zu Unstimmigkeiten darüber gekommen sein, wer denn nun derjenige sein soll, der die Verantwortung für die Absage übernimmt. Denn der, der absagt, muss letztendlich auch zahlen.

Daher findet sich im gemeinsam formulierten Statement ein Passus, der ausdrücklich hervorhebt, dass der Veranstalter, der australische Verband und die Freiwilligen ihr Bestes gegeben haben, um das Rennen irgendwie durchführen zu können. Zum aktuellen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass so versucht wird, beim Thema Haftung aus australischer Sicht mit hoher Gewalt argumentieren zu können.

 

Vor der Absage hatte die Formel 1 einen regelrechten Shitstorm in den sozialen Netzwerken abbekommen. Und auch seitens der Teams wurde der Druck immer größer. Kurz vor dem Absage-Statement veröffentlichte Mercedes eine Stellungnahme, in der das Team verlautbarte, man habe die FIA und die Formel 1 dazu aufgefordert, den Grand Prix abzusagen.

Die Gesundheit des Teams und der Formel-1-Gemeinde habe Priorität, heißt es darin. Das juristisch entscheidende Wörtchen "hohe Gewalt" fehlt auch im Mercedes-Text nicht. Aber: Mercedes sagt mit keinem Wort explizit, dass man nicht am Rennen teilgenommen hätte. Sondern nur, dass die Mitarbeiter damit beginnen, Equipment einzupacken. Ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.

Letztendlich waren nur noch drei Teams bereit, am Grand Prix von Australien teilzunehmen: Red Bull, AlphaTauri und Racing Point. Ein hochrangiges Teammitglied sagte am Freitagmorgen zu 'Motorsport-Total.com': "Wir sind Racer, und wir sind hier, um ein Rennen zu fahren."

Doch dazu wird es nicht kommen. Nach einem langen Tag, an dem sich die Formel 1 und die AGPC in Sachen Krisenkommunikation bis auf die Knochen blamiert haben, hat am Ende doch die Vernunft gesiegt ...

Weitere Co-Autoren: Jonathan Noble. Mit Bildmaterial von LAT.

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